„Der kleine Prinz“ kam von den Sternen auf die Alb und verzauberte die circa 750 Besucher bei der Premiere des Naturtheaters Hayingen im Tiefental. Anlässlich ihres 70. Jubiläums führt das Ensemble das berühmte Stück von Antoine de Saint-Exupéry in einer schwäbisch adaptierten Version auf; und das nicht nur bezogen auf den Dialekt, sondern auch auf die schwäbische Lebensart und Kultur.

Figur des Fliegergustls als Anspielung auf Gustav Mesmer

Der Balanceakt zwischen traditionellem Volksstück und modernem Kunstmärchen ist dem Autorenteam Silvie Marks und Johannes Schleker gelungen. Einer der lokalen Bezüge findet sich zum Beispiel in der Figur des Fliegergustls, gespielt von Dietmar Landenberger-Edelburg, wieder. Diese Figur erinnert an den schwäbischen Visionär und Erfinder Gustav Mesmer, der seinerzeit als „Ikarus vom Lautertal“ galt. Wie auch sein historisches Vorbild sorgt der Fliegergustl im Stück mit seinen ausgefallenen Flugapparaten für Aufsehen.

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So erzählt er den Kindern von seiner Begegnung mit dem kleinen Prinzen, gespielt von Leo König. Hierbei verschwimmen die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie. Einer Fantasie auf Schwäbisch, wie verwundert ein Kind feststellt. „Mei Gschicht, mei Sproch,“ erwidert der Erzähler darauf. Und auch im Publikum stellt man sich die Frage: Gibt es die Prinzessin auf dem Einhorn wirklich? Die erwachsenen Charaktere im Stück haben jedenfalls eine klare Antwort: Nein. Sie halten den Fliegergustl für verrückt, sodass er nach Schussenried eingeliefert wird. Der wiederum versucht nun immer verzweifelter, mit einer Rakete zu den Sternen zu gelangen.

Musik, Farben und ein wenig Zeitkritik

38 Amateurakteure und 20 freiwillige Helfer hinter den Kulissen sind an dem Theaterstück beteiligt. Regisseurin Lucia Reichard versteht es, das teils surrealistisch anmutende Märchenprojekt vor der Kulisse der Alb originell umzusetzen. Der kleine Prinz kam auf die Alb und ließ Musik und Farben, aber auch ein wenig Zeitkritik zurück.

Aufführungen gibt es noch bis zum 25. August. Informationen:
www.naturtheater-hayingen.de