Als Daniel Weiß im Jahre 2005 als Schüler zum ersten Mal im Schülerforschungszentrum (SFZ) auftauchte, ahnten weder er, noch die SFZ-Betreuer, dass er der Erste sein würde, aus dessen Idee ein marktreifes Produkt werden könnte.

Zwölf Jahre später hat er nun gemeinsam mit dem Weltmarktführer in Sachen Schweißbrenner „Abicor-Binzel“ aus Gießen den fertigen Prototyp eines völlig neuartigen Geräts mit rotierender Elektrode vorgestellt, so die Fakultät in einer Mitteilung.

Angefangen hatte alles beim Schweißen in der heimischen Werkstatt. Der Schüler ärgerte sich beim sogenannten WIG-Schweißen über das Festkleben der Wolframelektrode bei einer versehentlichen Berührung mit dem Werkstück. Mühsames Lösen und neues Anschleifen der Wolframelektrode, verbunden mit jeder Menge Zeitverlust, waren die Folge. Die Idee des Schülers: Würde die Elektrode rotieren, könnte das Festkleben der Elektrode verhindert werden.

Mit Hilfe des damaligen SFZ-Leiters Rudolf Lehn war mit dem Patentanwalt des SFZ, Dr. Bautz, schnell fachkundige Betreuung gefunden, mit dessen Unterstützung Daniel Weiß das Projekt am SFZ zum Patent anmelden konnte. Beim Schülerwettbewerb „Jugend forscht“ 2011 marschierte die Erfindung über den Regional- und Landessieg durch bis zum Bundessieg. Der erste Preis beim Artur-Fischer-Erfinderwettbewerb. Eine Einladung zur Nobelpreis-Verleihung in Stockholm, ein Besuch bei der Bundeskanzlerin, folgten. Daniel Weiß, der nach der Schule „physikalische Technik“ an der Hochschule Ravensburg-Weingarten studiert hat, bekam ein Angebot der Gießener Firma, die Erfindung gemeinsam weiterzuentwickeln.

Mit der persönlichen Vorstellung seiner Erfindung auf der Fachmesse „Schweißen und Schneiden“ in Düsseldorf, der größten internationalen Leitmesse in diesem Bereich, die nur alle vier Jahre stattfindet, hat Daniel Weiß dieses Projekt abgeschlossen. „In beratender Funktion werde ich aber natürlich mit dem Projekt verbunden bleiben“, ergänzt der Erfinder, der inzwischen sein Masterstudium in „Technisches Innovations- und Produktmanagement“ in Kempten begonnen hat.

Vor allem wird Daniel Weiß dem SFZ verbunden bleiben: „Ich bin froh, damals die Unterstützung bekommen zu haben, ohne die ich dieses Projekt niemals hätte realisieren können.“ Die Schweißelektrode soll erst der Anfang einer langen Erfinderkarriere sein. An Ideen mangelt es ihm nicht, er hat inzwischen sein viertes Patent angemeldet. „Dank dem durch das SFZ vermittelten Kontakt war es mir möglich, mein zuletzt angemeldetes Patent eines verbesserten Bremssystems als Studienarbeit an der DHBW in Friedrichshafen einzubringen und nun sogar als Dozent zu betreuen. Dabei sollen Simulationen angestellt werden um den Mehrwert bzw. eine mögliche Bremswegverkürzung abschätzen zu können.“