Krankenstand hat sich erhöht

Der Krankenstand im Landkreis Sigmaringen ist im vergangenen Jahr nach einer Analyse der Krankenkasse DAK angestiegen, wobei man mit einem Krankestand von 3,5 Prozent noch unter dem Landesdurchschnitt von 3,7 Prozent liegt. Laut DAK-Gesundheitsreport, die in der Region 25 000 Versicherte hat, waren damit an jedem Tag des Jahres von 1000 Arbeitnehmern 35 krankgeschrieben. Der höchste Krankenstand in Baden-Württemberg wurde übrigens mit 4,3 Prozent im Neckar-Odenwald-Kreis verzeichnet, der niedrigste mit 3,1 Prozent im Stadtkreis Stuttgart.

Verletzung ist häufigste Diagnose

Die aktuelle Analyse für den Landkreis Sigmaringen zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen: Die Fehltage bei den Verletzungen stiegen um 34 Prozent und damit am stärksten von allen Diagnosen. Ihr Anteil am gesamten Krankenstand beträgt mittlerweile fast 16 Prozent. Auch die Ausfallzeiten aufgrund von Atemwegserkrankungen nahmen um 17 Prozent zu. Bronchitis, Erkältungen und Mandelentzündungen blieben aber unter dem Landesschnitt. Mehr als jeder vierte Ausfalltag hatte eine Muskel-Skelett-Erkrankung als Ursache. Rückenschmerzen und Co. rangierten damit auf Platz eins. Die Zahl der Krankschreibungen stieg um elf Prozent an.

Weniger psychisch Kranke

Einen Rückgang bei den Krankheitstagen gab es lediglich bei den psychischen Erkrankungen, zu denen Depressionen und Angstzustände gehören. „Mit unseren Analysen zum Krankenstand im Landkreis Sigmaringen setzen wir gezielt beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement an und bieten Arbeitgebern konkrete Hilfe“, sagt Steffen Lurwig, Chef der DAK-Gesundheit in Albstadt.

Suchtproblematik nimmt zu

Die DAK-Gesundheit hat in ihrem aktuellen Report mit dem Schwerpunkt „Sucht 4.0 – Trinken, Dampfen, Gamen in der Arbeitswelt“ auch untersucht, wie viele Erwerbstätige im Südwesten mit gravierenden Problemen durch Alkohol, Zigaretten und Computerspiele zu kämpfen haben. Die Kasse wirft dabei einen detaillierten Blick auf Ursachen und Risikofaktoren. Für das Schwerpunkthema wertete das in Berlin ansässige Forschungs- und Beratungsinstitut für Infrastruktur- und Gesundheitsfragen (IGES) die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der Kasse in Baden-Württemberg aus – flankiert von Analysen der ambulanten und stationären Versorgung. Eine repräsentative Befragung von 5000 Beschäftigten sowie eine Expertenbefragung geben Aufschluss über die Verbreitung und den Umgang mit den verschiedenen Suchtmitteln.

Suchtproblem betrifft Hunderttausende

Das Fazit: Hunderttausende Beschäftigte in Baden-Württemberg haben ein Suchtproblem. Konkret bedeutet das, dass rund 431 000 Arbeitnehmer einen riskanten Alkoholkonsum zeigen. Das heißt, dass jeder 13. Beschäftigte betroffen ist. 14,3 Prozent der Arbeitnehmer sind nach diesen Untersuchungen und Befragungen als zigarettenabhängig einzustufen. Erstmals untersucht der DAK-Report das Thema Computerspielsucht in der Arbeitswelt. Das Ergebnis war erschreckend, denn rund 400 000 Erwerbstätige in Baden-Württemberg zeigen ein riskantes Nutzungsverhalten.

Rauchen ist verbreitetste Sucht

Alkohol: Der Großteil der direkten Krankmeldungen bei Suchtproblemen ist in Baden-Württemberg auf Alkohol zurückzuführen (68 Prozent). Laut Studie der DAK-Gesundheit haben 7,5 Prozent der Arbeitnehmer hierzulande einen riskanten Alkoholkonsum. Bei Männern beginnt das beispielsweise bei täglich mehr als zwei 0,3 Liter-Gläsern Bier, bei Frauen schon bei einem 0,3 Liter-Glas Bier pro Tag. Mit ihrem Trinkverhalten setzen sich rund 431 000 Erwerbstätige in Baden-Württemberg Risiken aus, krank oder abhängig zu werden.

Computerspiele: Erstmals untersucht der Report auch das Thema Gaming und seine Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Demnach spielen 56 Prozent der Erwerbstätigen in Baden-Württemberg Computerspiele. Sieben Prozent der Erwerbstätigen gelten als riskante Gamer. Das heißt: 401.000 Beschäftigte zeigen auffälliges Nutzungsverhalten. Vor allem junge Beschäftigte zwischen 18 und 29 Jahren sind laut DAK-Report riskante Computerspieler (11,6 Prozent).

Rauchen: Das Rauchen von Zigaretten ist laut DAK-Report in Baden-Württemberg die verbreitetste Sucht, die auch die Arbeitswelt betrifft. 14,3 Prozent oder jeder siebte Erwerbstätige ist zigarettenabhängig. Unter den jungen Erwerbstätigen zwischen 18 und 29 Jahren gibt es mit 16,3 Prozent den geringsten Anteil. Bei den 60- bis 65-jährigen Berufstätigen raucht fast jeder Vierte (23,7 Prozent). Etwa jeder zweite Raucher raucht auch während seiner Arbeitszeit, also außerhalb der Arbeitspausen.