Frohe Botschaft für den Bürger: Die Gebühren beim Haus- und Geschäftsmüll sollen 2019 gleich bleiben. Dies versicherte Michael Wortmann, technischer Leiter der Kreisabfallwirtschaft, in der letzten öffentlichen Sitzung des Kreistags in diesem Jahr. So liegen die Gebühren im Hausmüllbereich für einen Vier-Personen-Haushalt im Durchschnitt bei 107 Euro im Jahr, im Landesschnitt sind es 152 Euro. Derjenige, der künftig seinen Abfall direkt auf den Entsorgungsanlagen des Kreises, wie der Mülldeponie Ringgenbach, bringt, der muss allerdings in den meisten Fällen mehr bezahlen. Das Gremium stimmte der vorgeschlagenen Änderung der Abfallwirtschaftssatzung und der aktuellen Aufstellung der Abfallgebühren einhellig zu. Einer Debatte bedurfte es dazu nicht.

Säcke mit Restabfall werden teurer

Bei der Entsorgung von Restmüll käme der Eigenbetrieb Kreisabfallwirtschaft aber nicht um eine kräftige Steigerung herum, sagte Wortmann. Für diese sogenannte Restabfallsackabfuhr wird die Gebühr von 3,70 Euro je Sack auf 8,95 Euro erhöht – also um mehr als das Doppelte. Ursache sind aus Sicht des Leiters der Kreisabfallwirtschaft die oftmals übervollen Säcke, einhergehend mit einer deutlichen Steigerung des Sammelgewichts, was für die Beschäftigten auch eine immer größere körperliche Herausforderung bedeutete. Außerdem sei die Zahl der eingesammelten Müllsäcke in den vergangenen Jahren stetig angewachsen, hierbei werden mittlerweile etwa 5000 Säcke im Jahr gezählt.

„Weil die Restmüllsackbehälter häufig überfüllt sind, schlagen wir hier eine deutliche Erhöhung vor“, so Michael Wortmann, technischer Leiter der Kreisabfallwirtschaft.
„Weil die Restmüllsackbehälter häufig überfüllt sind, schlagen wir hier eine deutliche Erhöhung vor“, so Michael Wortmann, technischer Leiter der Kreisabfallwirtschaft. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Unangetastet soll die Gebühr für die Sperrmüllabfuhr auf Abruf mit 20 Euro je Kubikmeter bleiben. Gleiches gilt für die Abfuhr von Kühlgeräten, die mit 100 Euro pro Stück ebenfalls konstant bleiben wird.

Bei den Abfallgebühren, die bei der Selbstanlieferung auf den Entsorgungsanlagen des Landkreises erhoben werden, sieht die Verwaltung den Bedarf einer Anpassung vor. Diese ist in der neu gefassten Satzung der Abfallwirtschaft festgehalten. Hierbei erhöht sich die Gebühr von sonstigen Abfällen zur Verwertung von 34,50 Euro auf 42,50 Euro je Tonne, also um satte 23 Prozent. Bei der Gebühr für die Anlieferung von sonstigen Abfällen zur Verwertung auf den Wertstofferfassungsstationen der Gemeinden ist ebenfalls eine 23-prozentige Erhöhung vorgesehen, sie steigt je Kubikmeter von 3,90 Euro auf nunmehr 4,80 Euro.

Die Gebühr für die Anlieferung von krautigen Grünabfällen in Ringgenbach oder Bad Saulgau kostet künftig statt 55 Euro je Tonne 66 Euro. Besteht keine Wiegemöglichkeit vor Ort, werden je Kubikmeter 16,50 Euro verlangt, was eine Steigerung von rund 20 Prozent bedeutet. Weiteres Novum: Bei Grünabfällen, die überwiegend aus holzigem Material bestehen, wird keine Gebühr mehr erhoben.

In der Entsorgungsanlage Meßkirch-Ringgenbach hat die Kreisabfallwirtschaft für die Anlieferung von Wurzelstöcken und Baumstümpfen auf der Grünabfallkompostierungsanlage eine Erhöhung von 138 Euro auf 152 Euro je Tonne vorgeschlagen und ihre Kalkulation so auch durchgesetzt. Für die Anlieferung von Abfällen, die thermisch nicht behandelt werden können, wird sich auf der Umladestation die Gebühr von 104,50 Euro auf 120 Euro je Tonne erhöhen, also um 15 Prozent. Als Kleinmenge werden 150 Kilogramm abgerechnet. Die Gebühr für die Anlieferung von thermisch behandelten Gewerbeabfällen verringert sich hingegen von 127,50 Euro auf 115 Euro je Tonne – eine Ersparnis von zehn Prozent.