Legendär sind die Worte des US-Astronauten Neil Armstrong, als er 1969 als erster Mensch den Mond betrat: „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Schritt für die Menschheit“, sprach Armstrong, bevor er auf den Mond hüpfte. Eine kleine Geste mit großer Wirkung – die Unterstützer einer Petition für die Einführung des alten SLG-Kennzeichens führen dieselbe Argumentation an.

„Ein Zeichen von Heimatverbundenheit„

Wenn am Auto statt SIG künftig SLG zu lesen sein wird, zeige das die Heimatverbundenheit des Bürgers. Vor einigen Monaten wurde die Petition gestartet und hat schon mehr als 2500 Unterstützer, wobei rund 60 Prozent der Unterschriften aus Bad Saulgau kommen, 172 Herbertinger, 66 Hohentengener, zwei Österreicher und ein Franzose plädieren für die Wiedereinführung des alten Kennzeichens, das im Zuge der Kreisreform in den 70er Jahre verschwand.

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„Das Kennzeichen schadet niemandem“

Im SÜDKURIER-Jahresinterview hatte Landrätin Stefanie Bürkle schon angekündigt, dass sich der Kreistag mit der Thematik beschäftigen werde, nachdem im Nachbarkreis Ravensburg das SLG-Kennzeichen für die einstigen Gemeinden erlaubt wurde. „Es sollte in allen Landkreisen das gleiche Recht für Ihre Bürger geben. Wenn es von 400 Landkreisen in über 300 möglich ist ein Altkennzeichen zu beantragen, dann muss es auch im konservativen Landkreis Sigmaringen möglich sein.

Petition fordert einen Beschluss des Kreistages

„Die Wiederzulassung des Kennzeichens SLG würde niemandem wehtun oder gar schaden, aber vielen Menschen einen Wunsch erfüllen wie sie ihre Heimatverbundenheit Ausdruck verleihen können. Dies ist eines der seltenen Beispiele, wo die Politik den Bürgerinnen und Bürgern etwas zurückgeben kann¸ ohne dass es etwas kostet“, formuliert der Bad Saulgauer Wolfgang Beutinger in der Petition. Darin wird ein Beschluss des Kreistages gefordert, dass im Kreis Sigmaringen neben dem SIG auch das alte Kennzeichen SLG wieder zugelassen wird.

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Schon viele Landkreise nutzen die Möglichkeit, alte Kennzeichen wieder zuzulassen

Dank der ersten Verordnung zur Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung und anderer straßenverkehrsrechlicher Vorschriften zum 1. November 2012 ist eine Liberalisierung der Altkennzeichen möglich – und in vielen Landkreisen schon umgesetzt. Die Initiative trete dafür ein, dass die Kreisbewohner nicht mehr weiter von dieser bundesweiten Entwicklung ausgeschlossen werden und wie andere Bundesbürger die Möglichkeit erhalten, das Altkennzeichen zu bekommen.

Nostalgie als Beweggrund

„Die Nostalgie am Wunschkennzeichen war von Anfang an unser erster Beweggrund, die Wiedereinführung wieder anzuschieben“, versichert Klaus Boos, Pressesprecher der SLG-Gruppe. „Heimat ist doch da, wo man seine Wurzeln sieht – für uns ist das Bad Saulgau, in weiterer Folge ist es der Landkreis Sigmaringen und dann wahrscheinlich Baden-Württemberg“, sagt Boos, dass man mit dem Anliegen doch genauso wenig Baden-Württemberg wie den Landkreis Sigmaringen infrage stelle.

„Einheit des Landkreises Sigmaringen wird nicht infrage gestellt“

Man habe das Thema nie politisch gesehen und lasse sich diesen Schuh auch nicht von irgendwelchen Politikern anziehen: „Das Team um SLG hat sich immer einheitlich zum Landkreis Sigmaringen bekannt. Wir sind mit diesem Kreis gewachsen, ganz im demokratischen Sinn.“ Unbegreiflich bleibe für die Unterstützer immer noch, dass sich gerade die CDU auf Kreistagsebene „mit Händen und Füßen dagegen wehrt“, erklärt Boos, dass man auch die bisher ablehnende Haltung der Kreisverwaltung nicht nachvollziehen könne. Niemand wolle den Kreis Sigmaringen als Verwaltungseinheit infrage stellen. Am 2. März wollen die Anhänger der Altkennzeichen die Unterschriftenliste im Landratsamt an Kreischefin Stefanie Bürkle übergeben.