Für die Berufsschulen hat die Kreisverwaltung ein kräftiges Investitionspaket geschnürt. Beschlossen wurde vom Kreistagsgremium die Sanierungsmaßnahme und Modernisierung des Berufsschulzentrums in Bad Saulgau, der Willi-Burth-Schule. Finanzdezernent Franz-Josef Schnell erörterte in dieser Sitzung, dass sich die Gesamtkosten auf 15,73 Millionen Euro belaufen, inklusive eines Risikozuschlags. Schnell tat nach dem Bewilligungsbescheid des Regierungspräsidiums über fast 7 Millionen Euro auch seine Freude kund über eine „sehr gute Förderquote“ zur Verbesserung der Schulinfrastruktur. Sie liege somit bei den förderfähigen Baukosten von 14,035 Millionen Euro bei 49,6 Prozent. „Das sind 1,461 Millionen Euro mehr als geplant und erwartet“, sagte Schnell.

Bild: Landratsamt Sigmaringen

Für den Landkreis müsse von einem Finanzierungsaufwand von 9,613 Millionen Euro ausgegangen werden. Die geplante Maßnahme soll bis zum 10. Juni nächsten Jahres beginnen und bis Ende 2022 fertig gestellt sein.

Weiterhin hat der Kreistag den Umbau und die Modernisierung der Mensa in bisheriger Form als Frischproduktionsküche beschlossen. Gleiches gilt für die Errichtung einer Photovoltaikanlage, die den Zielen des energiepolitischen Leitbildes Rechnung trage. Auch die Realisierung der Holzpellets-Heizanlage ist aus Sicht der Kreisverwaltung ein weiterer deutlicher Beitrag zum Klimaschutz und zur CO2-Reduzierung. Eine dazu angestellte Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung besagt, dass bei einer angesetzten Lebensdauer von etwa zwanzig Jahren bereits ab dem zwölften Jahr mit einem Ertrag gerechnet werden könne, der sich im genannten Zeitrahmen der Nutzungsdauer auf rund 300 000 Euro summiere. Im Zuge der energetischen Sanierung würde der CO2-Ausstoß um über 39 Tonnen pro Jahr reduziert. Mit der Realisierung dieser Photovoltaik-Anlage könne der CO2-Ausstoß um weitere 81,9 Tonnen pro Jahr gesenkt werden. Unverhoffter Dinge dauerte die kontrovers geführte Debatte zur Fassadenverkleidung fast eine geschlagene Stunde. Hierbei legte die Kreisverwaltung dem Gremium fotografisch festgehaltene Beispiele anschaulich über das beauftragte Architektenbüro vor. Helmut Göppel-Wenz, Fachbereichsleiter der Liegenschaften und Technik im Landratsamt, schlug eine Schiefertafel-Variante für die Außenverkleidung vor. Doch insbesondere die Fraktion der Grünen legte sich quer. „Schiefer ist kein naturnahes Produkt, ich plädiere für Holz“, bekannte Johannes Kretschmann. Und Susanne Scham begründete ihre prinzipielle Ablehnung gegen Schiefer damit, dass dieses Abbaumaterial „nicht in unserer Gegend“ vorzufinden sei. In der Tat ist oder war der Schieferbergbau vornehmlich im Harz, im Frankenwald, in Thüringen, im Vogtland, im Siegerland, an der Lahn, im Taunus oder in der Gegend um Kaub und auf dem Hunsrück sowie nördlich der Mosel in der Eifel und im westfälischen Raum vorzufinden. Schams Fazit: „Holz ist am besten.“ Die Kreisverwaltung bekräftigte zuvor in ihrer Argumentation, dass Holz für den schattigen Standort und den verwinkelten Bau in der Kur- und Bäderstadt alles andere als ideal sei. SPD-Fraktionssprecher Richard Gruber, der sich zweckrational für Schiefer aussprach, kommentierte die Stellungnahmen der Grünen als „gesinnungsethisches“ Gebaren. Landrätin Stefanie Bürkle ließ nach diesem zugespitzten Meinungsaustausch über die Fassade die Kreistagsmitglieder einzeln abstimmen: 30 Kreisräte und somit eine Zweidrittel-Mehrheit votierten für Schiefer, acht favorisierten das Holz und drei das ebenfalls im Rennen befindliche Faserzement.

Weitere Förderungsmöglichkeit

Mit dem Beschluss zur Sanierung des Berufsschulzentrums – sie umfasst auch Themen wie Barrierefreiheit, Zu- und Abluftanlagen – ist die Kreisverwaltung gleichermaßen beauftragt, eine ergänzende Förderung für energieeffiziente Schulsanierung zu beantragen und dem Klimaschutzpakt des Landes mit einer unterstützenden Erklärung beizutreten. Das vom Land beschlossene Klimaschutzgesetz nimmt eine Vorbildfunktion ein. Mit ihm sind Fördertatbestände verbunden, mit denen die Klimaschutzbemühungen gestärkt werden. Ob es durch den Beitritt eine zusätzliche Förderung gibt, müsse aber erst ausgelotet werden.