Das Landesamt für Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Stuttgart hat im Rahmen der Erweiterung des Gewerbegebietes „Mittlerer Weg“ in Mengen archäologische Sondagen vorgenommen. Dabei handelt es sich um ein spezielles Verfahren zur Voruntersuchung eines Gebiets.

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Wie es in einer Pressemitteilung heißt, wurden die Sondagen erforderlich, da sich südlich des Erweiterungsgebietes ein ausgedehntes Gräberfeld des 8. bis 5. Jahrhunderts vor Christus befindet.

Sechs Grundrisse von kleineren Speicherbauten

Neben einer einzelnen Brandbestattung in der östlichen Fläche, wo auch Keramikreste gefunden worden seien, habe man im Rahmen dieser Sondagen westlich davon diverse runde Gruben von ehemaligen Holzhäusern aus vorrömischer Zeit entdeckt. Insgesamt sei man auf sechs Hausgrundrisse von kleineren Speicherbauten gestoßen.

Hinweise auf vielfältige Besiedelung in vorgeschichtlicher Zeit

Die Keramik deute darauf hin, dass es sich dabei vermutlich um die Reste einer Siedlung handelt, deren Bewohner ihre Toten in den südlich gelegenen Grabhügeln, aber auch in Flachgräbern ohne Überhügelung bestatteten: „Die Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen und die Flächen zur weiteren Bebauung freigegeben“, heißt es in der Pressemitteilung des Landesdenkmalamtes. „Mit diesen Beobachtungen mehren sich nach Überzeugung der Experten für den Raum um Mengen die Belege für eine vielfältige, intensive Besiedlung und Landnutzung in vorgeschichtlichen Zeiten.“

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Luftbilder zeigen Kreisgräben

1990 fielen auf Luftbildaufnahmen erstmals kreisrunde, ringförmige Verfärbungen auf, bei denen es sich mutmaßlich um Grabhügel abgrenzende, sogenannte Kreisgräben handelte. Im Zuge von zwei kleineren Ausgrabungen 1998 wurde diese Vermutung und damit die Denkmaleigenschaft bestätigt. Es wurde entsprechend damit gerechnet, dass auch in den aktuell überplanten Flächen vorgeschichtliche Relikte entdeckt werden.

Stadt zieht Archäologen bei Bauvorhaben zurate

Die Stadt Mengen habe die archäologische Denkmalpflege frühzeitig an den Planungen beteiligt, schreibt das Amt in der Mitteilung weiter. So habe man die betroffenen Flächen schon vor dem eigentlichen Baubeginn nach archäologischen Befunden absuchen können. Zwei Mitarbeiter des Landesdenkamlamts seien vor Ort gewesen, um die Funde zu dokumentieren.