Ein 19-jähriger Auszubildender aus dem Landkreis Sigmaringen ist für den 31-fachen Kauf von Marihuana am Donnerstag vom Amtsgericht Sigmaringen zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt worden.

Junger Mann nimmt das Urteil an

Außerdem muss er sich in regelmäßigen Abständen sechs Mal bei der Suchtberatung sehen lassen und sich Drogentests unterziehen. Die Richterin entsprach mit ihrem Urteilsspruch voll dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte sich für eine Geldstrafe von lediglich 400 Euro ausgesprochen. Noch im Gerichtssaal nahm der junge Mann das Urteil an, das somit rechtskräftig ist.

Geschätzte 70 Gramm Marihuana gekauft

National und international wird zwar darüber diskutiert, ob die „weichen Drogen„ wie Haschisch und Marihuana nicht freigegeben werden sollen. Die Richterin machte im Verlauf der Verhandlung aber deutlich, dass in Deutschland der Kauf von Marihuana eben verboten ist. Außerdem stellte die Juristin in ihrer Urteilsbegründung fest, 1000 Euro seien den nachgewiesenen 31 Straftaten durchaus angemessen. Diese Straftaten bestanden darin, bei dem Dealer Marihuana in unterschiedlichen Mengen gekauft zu haben. Alles in allem, so die Schätzung des Angeklagten, seien es rund 70 Gramm gewesen.

Fahnder hatten Mobiltelefon eines Dealers überwacht

Die Rauschgiftfahnder der Kriminalpolizei waren durch die Überwachung des Mobiltelefons eines Dealers auf den Lehrling aufmerksam geworden. Das berichtete einer der Zivilfahnder, der als einziger Zeuge gehört wurde. Im vergangenen Oktober schnappte die Falle zu. Der junge Mann wurde in der Berufsschule festgenommen. Zuhause wurde er Zeuge der Hausdurchsuchung. Später musste er in der Polizeiwache Rede und Antwort stehen.

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Dabei sei er, so bescheinigte der Beamte, kooperativ gewesen und habe die 31 Drogenkäufe eingeräumt. In der Anklageschrift war dem Lehrling außerdem der Handel mit den Drogen vorgeworfen worden. Dieser Anklagepunkt wurde zurückgenommen. Die Aussage des Betroffenen, er habe nur einmal eine gewisse Menge an einen Bekannten zum Einkaufspreis weitergeben, erschien der Richterin und dem Anklagevertreter offensichtlich glaubhaft.

Angeklagter beschuldigt Polizisten wegen angeblicher Einschüchterung

Vor Gericht machte der Angeklagte Gedächtnislücken geltend. Er stritt die Taten nicht rundweg ab, konnte sich aber an Details nicht erinnern. Er beschuldigte die Polizisten, ihn eingeschüchtert und ihm „Worte in den Mund“ gelegt zu haben. Beide Anschuldigungen wies der Kripomann zurück. „Er hat von sich aus Angaben gemacht. Ich habe ihm nichts in den Mund gelegt“, erklärte der Fahnder. Auch der Hinweis auf die psychischen Folgen eines schweren Verkehrsunfalls im Sommer 2019, den er im Gegensatz zu zwei Beifahrern überlebt hat, half nichts. Der junge Mann wurde darauf hingewiesen, dass zwischen dem Unfall im Sommer und der Vernehmung im Herbst einige Zeit verstrichen sei. Daraus folgerten Staatsanwalt und Richterin, dass er bei der Vernehmung nicht mehr unter dem Schock des schlimmen Unfalls gestanden habe.

„Falsche Freunde“ sollen mitverantwortlich sein

Die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe bescheinigte dem Angeklagten eine normale Kindheit und Jugendzeit. Er selbst machte den Einfluss „falscher Freunde“ für sein vorübergehendes Eintauchen in die Drogenszene verantwortlich. Mit Rauschgift habe er heute nichts mehr zu tun.