Wie kann die Elektronik beim Angeln helfen? Mit welchen Mitteln reinigt man sein Smartphone-Display hygienisch? Wie konstruiert man eine Magnetschwebebahn, auf der ein mit Flüssigstickstoff stark abgekühlter Supraleiter schwebt? Wer sich als Jugendlicher solche Fragen stellt, ist als Teilnehmer beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht„ oder „Schüler experimentieren“ richtig.

124 Nachwuchsforscher aus der Region am Start

Jährlich machen rund 12 000 Kinder und Jugendliche mit. In der Vorwoche gingen beim Regionalwettbewerb Donau-Heuberg in Tuttlingen 124 Jungforscher an den Start. Gewertet wird in zwei Abteilungen. „Schüler experimentieren“ ist die Stufe für Jungen und Mädchen bis 14 Jahre. Wer älter ist, tritt bei „Jugend forscht„ an. Die erfolgreichsten Teilnehmer an den Regionalwettbewerben dürfen sich auf der nächsten Stufe dem Landesvergleich stellen. Wer diese Wertungsstufe besteht, hat es zur Teilnahme am Bundeswettbewerb geschafft. Das gilt für „Jugend forscht„. „Schüler experimentieren“ führt die Teilnehmer bis zum Landesentscheid.

Sieben Schüler Bad Saulgauer Schulen stellen vier Projekte vor

Der Einzugsbereich für den Regionalentscheid in Tuttlingen ist sehr weit gefasst und reicht vom Kreis Breisgau-Hochschwarzwald bis nach Bad Saulgau. Aus der Kurstadt kamen auch die sieben Schüler, die mit vier Projekten den Landkreis beim Regionalwettbewerb vertraten.

Simon Mai (links) und Martin Hensler haben sich mit ihrer Magnetschwebebahn für den Landesentscheid „Schüler experimentieren“ in Balingen qualifiziert.
Simon Mai (links) und Martin Hensler haben sich mit ihrer Magnetschwebebahn für den Landesentscheid „Schüler experimentieren“ in Balingen qualifiziert. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Erster Preis für Supraleiter auf einer Magnetschwebebahn

Am erfolgreichsten waren der zwölf Jahre alte Timo Mai aus Kleintissen, der die Realschule in Bad Saulgau besucht, und Martin Hensler (13) vom Progymnasium in Altshausen. Die beiden haben ihre Untersuchungen als Team beim Schülerforschungszentrum (SFZ) Südwürttemberg in Bad Saulgau durchgeführt. Mit dem ersten Platz im Fachbereich Physik haben sich die Schüler für den Landesentscheid am letzten Aprilwochenende in Balingen qualifiziert. Sie bauten zunächst mithilfe leistungsstarker Magnete eine Magnetschwebebahn. In einer weiteren Stufe untersuchten die Schüler unter anderem, wie lange ein flüssigstickstoffgekühlter Supraleiter auf dieser Magnetbahn schweben kann.

Schwestern suchen nach dem besten Weg, ein Handy-Display zur reinigen

Die Schwestern Christiana Mona (16) und Caroline Linda Miller (14) besuchen beide das Saulgauer Störk-Gymnasium. Auch sie konnten ihre Untersuchungen im Rahmen des SFZ vornehmen. Sie hatten sich gefragt, wie man das Display eines Smartphones hygienisch rein bekommt. Die Schülerinnen untersuchten verschiedene Reinigungsmöglichkeiten wissenschaftlich. Das Ergebnis überraschte: Die Reinigung mit Papiertaschentüchern beseitigt die meisten Mikroben. Für ihre Arbeit erhielten die Schwestern einen Sonderpreis in Form eines Gratis-Jahresabonnements einer Wissenschaftszeitschrift.

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Hobby-Angler bauen einen „Fisch hat angebissen“-Pieper

Drei Schüler des Störk-Gymnasiums haben ein gemeinsames Hobby: Sie angeln gern. Die Zwillinge Fabian und Julian Ostermaier (12) aus Eschendorf und Simon Lutz (13) aus Bachhaupten waren es aber leid, beim Angeln ständig auf den Schwimmkörper an der Angelschnur zu achten, um möglichst schnell reagieren zu können, wenn ein Fisch anbeißt. Das Trio entwickelte daher einen Sensor, der mit einem Piepton auf den Fisch am Angelhaken reagiert. Dafür erhielten die Schüler als Sonderpreis jeweils einen Werkzeugkoffer.

Schwestern entwickeln Bio-Abwehrmittel gegen Ameisen

Ein dritter Preis ging an die Störk-Schülerinnen Madlen (15) und Isabella (12) Heinen aus Hundersingen. Die Mädchen hatten ein biologisches Ameisenabwehrmittel aus Schneckenschaum und weiteren Substanzen entwickelt.