Ein besonderes Ereignis verbindet Mengen am kommenden Wochenende mit dem dritten Mengener Fuhrmannstag. Gefeiert wird das Jubiläum 1200 Jahre Ennetach, größter Ortsteil der Fuhrmannstadt im Landkreis Sigmaringen.

Für den Fuhrmannsbrunnen hinterlassen die Gespanne ihre Spuren.
Für den Fuhrmannsbrunnen hinterlassen die Gespanne ihre Spuren. | Bild: Reinhard Rapp

Begonnen haben die Festlichkeiten bereits mit Eröffnung der Bilderausstellung „Ennetach – einst bis heute“ und Vorstellung eines Bildbands im Foyer des Bürgerhauses Ennetach. Bis zum 28. Juli werden dort Fotos, Fundstücke, Originalurkunden und Postkarten aus Ennetach präsentiert, die Ennetach in vielen Facetten widerspiegelt und das Dorfleben, wichtige Ereignisse und Veränderungen im Dorf über mehr als 100 Jahren zeigt. Menschen im Alltag, an Feiertagen, bei kirchlichen Festen sowie im Vereinsleben stehen im Mittelpunkt der Bilderschau.

Die historische Römertruppe erinnert an die Zeit, als in Ennetach ein römisches Kastell bestand.
Die historische Römertruppe erinnert an die Zeit, als in Ennetach ein römisches Kastell bestand. | Bild: Reinhard Rapp

Die Gemeindereform gliederte Ennetach 1972 der Stadt Mengen ein. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 819. Kaiser Ludwig der Fromme vermachte damals das Gebiet jenseits der Aach auf der heutigen Gemarkung Ennetach dem Kloster Buchau. Diese Schenkung bezeichnet den ursprünglichen Meierhof Magos gegenüber der Kirche in Ennetach. Bei der Schenkungsurkunde vom 22. Juli 819 handelt es sich zwar um eine Fälschung, welcher aber laut Experten eine Abschrift des nicht mehr auffindbaren Originals zugrunde liegen soll. Im Lauf der Jahrhunderte erlebte und durchlebte Ennetach eine wechselvolle Geschichte. Als Mengen 1276 die Stadtrechte bekam, entstand nacheinander der Name Mengen ennet der Aach über Enndach und Ennendach bis zum heutigen Ennetach. 1287 wird Ennetach habsburgisch, 1375 nach Mengen erstmals eingemeindet und kommt 1452 in den Besitz der Waldburger. Von 1558 bis 1612 durften die Ennetacher weder die Märkte in Mengen besuchen, noch Handel mit der Stadt treiben. Die Grafen von Friedberg-Scheer und die Fürsten von Thurn und Taxis hatten von 1684 bis 1805 in Ennetach das Sagen, bis im Preßburger Frieden das Dorf zum Königreich Württemberg kam.

Nicht nur das Singen im Saal gehört zum Ennetacher Gesangverein Liederlust, sondern auch die aktive Mitgestaltung von Festen im eigenen Ort und Umgebung.
Nicht nur das Singen im Saal gehört zum Ennetacher Gesangverein Liederlust, sondern auch die aktive Mitgestaltung von Festen im eigenen Ort und Umgebung. | Bild: Reinhard Rapp

Die Hauptfeierlichkeiten mit Festbetrieb rund ums Bürgerhaus in Ennetach beginnen am Freitagabend ab 17 Uhr mit einer Hockete, Fassanstich und Unterhaltung mit Live-Show- Band. Von 10 bis 16 Uhr findet am Samstag in der Hauptstraße und rund um die Martinskirche ein historischer Handwerker- und Bauernmarkt statt. Parallel lädt die Stadtbücherei zu einem Tag der offenen Tür, und im Sitzungssaal des Rathauses läuft ein Film zu alten Handwerken in Endlosschleife. Dies sind die drei einzigen Veranstaltungen des Fuhrmannstags, die in der Kernstadt ablaufen. Um 19 Uhr marschieren dann die Mengener Musikkapellen sternförmig zum Rathaus Ennetach und führen dort eine Serenade auf.

Feuerwerk zum Abschluss

Mit einem Gottesdienst in der Ennetacher Pfarrkirche beginnt am Sonntag um 9 Uhr der Hauptfesttag. Der Festzug startet um 14 Uhr. Nahezu 60 Gruppen, Musikkapellen und Gespanne, angeführt von den Herolden des Reitvereins Aach-Linz, ziehen durch die Straßen von Ennetach. Der Umzug ist Teil des Fuhrmannstags, der seinen Ursprung in der Innenstadtsanierung 2011 findet. Den Abschluss des Festzugs bildet die Salzmusik. Gegen 22.40 Uhr wird ein Feuerwerk das Fest beschließen.