Am Donnerstag, zwei Tage vor seinem heutigen 80. Geburtstag, wurde dem ehemaligen Engelswieser Schulrektor Willy Deifel eine besondere Ehrung zuteil. Im Rahmen der Jahresabschlusssitzung des Gemeinderates durfte sich Deifel ins Ehrenbuch der Gemeinde eintragen. Die Entscheidung, Willy Deifel ins Ehrenbuch aufzunehmen, war im Vorfeld der Sitzung sowohl im Engelswieser Ortschaftsrat als auch im Gesamtgemeinderat einstimmig gefällt worden. Die Kommune würdigt damit das seit Jahrzehnten andauernde ehrenamtliche Engagement des früheren Lehrers in Engelswies.

Dieses Engagement stand dann auch im Mittelpunkt der Laudatio von Bürgermeister Bernd Gombold. Seit 1962 wohnt und lebt Willy Deifel gemeinsam mit seiner Ehefrau Rosi in Engelswies. 1964 wurde dem Pädagogen die Leitung der Engelswieser Schule übertragen. Schon damals zeigte sich das Engagement Deifels, das weit über seine beruflichen Pflichten hinausging. Weil die Engelswieser Kinder damals keine Möglichkeit für Schwimmunterricht hatten, handelte Willy Deifel. Gombold: "Willy Deifel hat in seiner Freizeit sechs oder sieben Kinder in seinen VW-Bus eingeladen und ist mit ihnen ins Laizer Hallenbad gefahren, um ihnen das Schwimmen beizubringen." Im Sommer lud er bis zu 45 Kinder zum Schwimmunterricht in der Donau bei Dietfurt ein. Gombold kommentierte: "Heutzutage bekäme ein Lehrer vermutlich sofort mehrere Anzeigen, wenn er so etwas tun würde." Bis zum Eintritt ins Pensionsalter 1998 leitete Deifel 34 Jahre lang die Engelwieser Schule.

Darüber hinaus wirkte der Geehrte ehrenamtlich in verantwortlichen Funktionen bei der Gemeinde, der Kirchengemeinde und den Vereinen. Gombold listete auf: 14 Jahre Bildungswerksleiter, langjähriges Vorstandsmitglied, Trainer und aktiver Spieler beim Sportverein, Gründungsmitglied des Musikvereins Engelswies, Motor und Organisator des Engelswieser Laientheaters und Pate und geistiger Vater der Narrenfigur "Köhler-Maale". Die Liste seiner Tätigkeiten ist mit dieser Aufzählung aber noch längst nicht zu Ende. Willy Deifel war 1993 Vorsitzender des Jubiläumsausschusses "1200 Jahre Engelswies". Gombold weiter: "Herausragend war auch Deifels Einsatz in der Doppelfunktion als Vorsitzender des Fördervereins Gemeindehaus Engelswies und als Pfarrgemeinderatsvorsitzender." Dem Förderverein gelang es damals, 150 000 Mark und einen Bausparvertrag für das Projekt Gemeindehaus/Pfarrsaal zu erhalten.

Seit Jahrzehnten betätigt sich der Geehrte als Archivar des Engelswieser Archivs und als Engelswieser Ortschronist. Gombold stellte fest: "Sie kennen die Historie von jedem Haus und seinen Menschen." In den vergangenen Jahren hat Willy Deifel immer wieder im lokalen Mitteilungsblatt Abhandlungen über historische Gebäude und die Geschichte ihrer Bewohner veröffentlicht. Damit ist der ehemalige Schulleiter zu einem exzellenten Kenner der Heimatgeschichte geworden.

Das unterstrich auch Ortsvorsteher Karl-Heinz Müller in seiner Laudatio. Er zitierte dabei aus einem Brief, den ein ehemaliger französischer Zwangsarbeiter in den letzten Tagen an das "Rathaus in Engelswies" geschickt hatte. Darin bat der Franzose um Angabe darüber, wann die französische Armee das Dorf Engelswies erreicht und befreit habe. Müller: "Das ist ganz einfach. Ich gehe mit dem Brief zu Willy Deifel und werde dem Franzosen umgehend antworten."

Müller wie Gombold beleuchteten noch einen ganz anderen Aspekt des Wirkens von Willy Deifel: Durch ihn und seine Aktionen sei in Engelswies ein wertvolles Gemeinschaftsgefühl entstanden. Der Bürgermeister formulierte es so: "Lieber Herr Deifel, Sie sind einer dieser wertvollen Menschen, die unser Gemeinwesen bereichern, indem Sie viel mehr tun, als man eigentlich muss. Damit sind Sie ein Vorbild für andere und wir sind Ihnen zu großem Dank verpflichtet."