Inzigkofen-Engelswies – Als der Ingenieur Fred Hahn im Jahr 1952 in Engelswies seine Firma Hahn-Magnete gründete, da war die enorme Entwicklung des Unternehmens nicht absehbar. Mittlerweile heißt die Firma Kendrion und gehört zur gleichnamigen Unternehmensgruppe, die weltweit zu den Spezialisten im Bereich Industriemagnete gehört. Das Unternehmen ist aus Engelswies nicht wegzudenken und hat jetzt eine neue Halle mit Produktions- und Verwaltungsflächen eingeweiht. Schon seit Samstag ist man dabei, die Produktion von den alten Räumlichkeiten in die neue Halle zu verlegen. Doch erst wurde gefeiert.

"Der Neubau ist ein Bekenntnis zum Standort und zu den Mitarbeitern", betonte Vertriebsleiter Mike Goerke vor vielen Gästen, die bis aus Rumänien nach Engelswies gekommen waren. Historisch gesehen sei hier der Ort, wo sich Marktteilnehmer begegnet sind. Denn die vormalige Hahn-Magnete ist längst ein fester Bestandteil der holländischen Kendrion-Gruppe und offensichtlich einer, in den man viele Hoffnungen setzt. Denn Kendrion soll weiterwachsen, wie Finanzvorstand Frank Sonnemans deutlich machte. Dabei setze man auch stark auf das Werk in Engelswies, das in den vergangenen drei Jahren ein Wachstum von 15 Prozent erzielt habe. "Ihr könnt wirklich stolz auf euch sein", rief der charmante Holländer der Belegschaft zu, die derzeit aus rund 130 Mitarbeitern besteht. Im vergangenen Jahr wurde konzernweit eine Rendite von sechs Prozent erwirtschaftet, für 2016 sind zehn Prozent angepeilt. "Auch dazu wird Engelswies maßgeblich beitragen", ist Sonnemans überzeugt. Der Neubau sei dazu ebenfalls ein wesentlicher Baustein.

80 Meter lang und 26 Meter breit ist das Gebäude, das laut Werksleiter Alfons Mattes über zwei Etagen verfügt. Mit zusammen über 4400 Quadratmetern zusammenhängender Fläche böten sich ganz andere Möglichkeiten von Produktion und Verwaltung. Rund 4,4 Millionen Euro hat Kendrion alleine in das Gebäude investiert. Doch damit ist die Entwicklung noch nicht zu Ende. "Wir feiern heute die Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts", betonte Mattes. Als nächstes würden bereits im August die alten Gebäude abgerissen und durch moderne Sozialräume ersetzt. Eine Kantine sowie neue Büros für Betriebsrat und Betriebsarzt sollen entstehen. Zuvor müssen aber alle dort unterbrachten Abteilungen ins neue Gebäude umziehen. Das soll bis Juli abgeschlossen sein. Für Mattes ist klar, dass die alten Räumlichkeiten für einen modernen Betriebsablauf nicht mehr geeignet seien. Die große Investition helfe auch, Kosten in Produktion und Verwaltung zu reduzieren.

Bürgermeister Bernd Gombold hatte Brot und Salz als symbolisches Geschenk für den Einzug ins neue Gebäude mitgebracht. "Salz und Brot stehen für Gemeinschaft, für Sesshaftigkeit und Wohlstand." Das alles wünsche er der Kendrion-Familie. Denn klar sei: Die Gemeinde brauche Betriebe und das sei auch umgekehrt so. Die gute Verkehrsanbindung und das neue Glasfaserkabel seien für Kendrion bestimmt Standortvorteile, die sich in Zukunft auszahlen würden. Wohlstand habe zwei Seiten. Da seien diejenigen, die von den Arbeitsplätzen leben, und solche, die Arbeitsplätze schaffen. Gombold beschwor die Gemeinschaft, ohne die eine gute Zukunft nicht möglich sei.

Beim Rundgang durch die Räume konnten sich die Gäste davon überzeugen, dass hier etwas wirklich Gutes geschaffen wurde. Zudem war Gelegenheit, sich über das breite Produktspektrum zu informieren. Dabei wurde deutlich: 70 Prozent aller Haftmagnete, die in Deutschland zum Einsatz kommen, stammen von Kendrion.

Kendrion-Gruppe

Kendrion N.V. ist ein Anbieter von elektromagnetischen Systemen und Komponenten. Heute entwickelt Kendrion elektromagnetische Systeme für industrielle Anwendungen. Diese werden in Systemen wie Aufzügen, Türverriegelungssystemen, Industrierobotern, Medizingeräten oder Getränkeanlagen eingesetzt.

Der Standort Inzigkofen-Engelswies repräsentiert Teile des Produktprogramms des Geschäftsbereiches Industrial Magnetic Systems. Es werden kundenspezifische Modifikationen für Medizintechnik, Sicherheitstechnik, Zuführtechnik sowie für ATEX-zugelassene Produkte gefertigt.

Im Jahre 1952 gründete der Ingenieur Fred Hahn im Engelswies die Firma Hahn Magnet. 1966 erfolgte die Umbenennung in Neue Hahn Magnet aufgrund der Übernahme des Unternehmens durch die zu Binder – heute Kendrion – gehörende Firma Magnet AG Schweiz. 2001 fusionierte die Firma Neue Hahn Magnet mit der damalig noch Thoma Magnettechnik Donaueschingen benannten Firma. Unter dem Dach von Kendrion verschmolzen diese zur Kendrion Magnettechnik GmbH.