Pünktlich hat Michael Reichle den Beginn der Martini-Versammlung der Illmenseer Wasserspucker eingeläutet. Es sei seine denkwürdige Hauptversammlung – mit dieser Bemerkung beendete Michael Reichle seine letzte Versammlung nach 20 Jahren als Vorsitzender der Narrenzunft Wasserspucker. Sein Amt als Zunftmeister kann er nicht weiter ausüben, weil er ab Januar der Gemeinde Illmensee als Bürgermeister vorstehen wird.

Über 80 Mitglieder bei Hauptversammlung

Vorausgegangen war eine rund vierstündige Versammlung, in der sich eine Vielzahl der Themen um den vorzeitigen Rücktritt von Michael Reichle drehte. Das besondere Interesse am scheidenden Narrenpräsidenten zeigte sich auch am großen Zulauf zu der Versammlung. Über 80 Mitglieder drängten sich im Landgasthof „Adler“. Der Vorsitzende würdigte den Andrang entsprechend: „Sonst war der Besuch immer gut, aber heute ist er noch besser.“

Rückblick auf Antrittsrede

Zum Abschied hatte der Vorsitzende seine Antrittsansprache von vor 20 Jahren ausgegraben. Damals übernahm er den Narrenverein an einem Tiefpunkt und ließ es an kritischen Untertönen, aber auch an Visionen nicht fehlen. Seither ist der Verein dem Alemannischen Narrenring (ANR) beigetreten, hat mit den Seeteufeln die Geburt einer neuen Narrengruppe erlebt, die Kürbisnacht und das Bergen des Fischs aus dem See ins Leben gerufen.

Verein überlegt, Legendenspiel am See zu etablieren

Auch das Legendenspiel am See war ein toller Erfolg. Hier überlegen die Verantwortlichen nun, ob man dieses Brauchtum künftig im Sieben-Jahre-Rhythmus weiterführen wird. In der Amtszeit von Reichle stiegt auch die Zahl der Mitglieder auf 184 aktive sowie 70 passive.

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Die Wahlen waren gut vorbereitet, obwohl aufgrund einiger Rücktritte viele Positionen neu zu besetzen waren. Für alle Ämter standen Kandidaten in den Startlöchern und wurden jeweils einstimmig gewählt.

Der Vorstand der Wasserspucker: (von links) Isabell Großmann, Martin Schlegel, Tobias Waibel, Verena Meschenmoser und Rebecca Reisch.
Der Vorstand der Wasserspucker: (von links) Isabell Großmann, Martin Schlegel, Tobias Waibel, Verena Meschenmoser und Rebecca Reisch. | Bild: Robert Reschke

Neuer Vorsitzender auf ein Jahr gewählt

Als neuer Vorsitzender wurde Tobias Waibel für eine verkürzte Amtsperiode von einem Jahr bestimmt. Der junge Seeteufel meinte nach seiner Wahl: „Nun muss ich in große Fußstapfen treten.“ Doch wenn alle Mitglieder weiterhin so gut mitmachten, dann sei ihm um die Zukunft des Vereins nicht bange. Nach der Wahl übergab Michael Reichle unter großem Beifall der Mitglieder die Zunftmeisterkette an seinen Nachfolger.

Märchen-Slogan als Fasnetsmotto

Gleich nach der Wahl des neuen Vorsitzenden musste sich Michael Reichle neuen Entscheidungen beugen. Sein favorisiertes Fasnetsmotto für das nächste Jahr konnte sich nicht durchsetzen. So werden nun die Wasserspucker mit dem Märchen-Slogan „Und sie lebten glücklich und zufrieden“ in die fünfte Jahreszeit starten.

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Fast eine Stunde für Satzungsänderungen

Viel Raum nahm die Verabschiedung von zahlreichen Satzungsänderungen ein. Verena Meschenmoser trug die einzelnen Punkte vor, was fast eine Stunde in Anspruch nahm. Parallel stärkten sich die Narren mit Gulaschsuppe, um anschließend die Änderungen abzusegnen.

Das Präsidium der Wasserspucker verabschiedete sich mit bewegenden Worten vom langjährigen Vorsitzenden Michael Reichle (rechts).
Das Präsidium der Wasserspucker verabschiedete sich mit bewegenden Worten vom langjährigen Vorsitzenden Michael Reichle (rechts). | Bild: Robert Reschke

Melissa Weber hält Dankesrede im Namen des Präsidiums

Bevor die Versammlung offiziell zu Ende ging, hielt Melissa Weber, Leiterin der Narrengarde, im Namen des Präsidiums eine Dankesrede an den scheidenden Vorsitzenden. Von den Mitgliedern gab es minutenlang Beifall für Michael Reichle, außerdem ungezählte Umarmungen.

Den Schlusspunkt setzte der verabschiedete Vorsitzende selbst: „Ihr seid eine ganz tolle Truppe.“ Nicht ganz ohne Wehmut stimmte er den Narrenruf an: „Wasserspucker – Narri-Narro“.