Der Illmenseer Unternehmer Anton Langer hatte Ende Januar in der Gemeinderatssitzung öffentlich gemacht, er wolle eine gemeinnützige Einrichtung ins Leben rufen und sie mit eigenem Vermögen ausstatten. Damals erklärte er in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER, für ihn sei der entscheidende Beweggrund, dass er der Gemeinde mit der Bürgerstiftung etwas zurückgeben wolle.

Anton Langer
Anton Langer | Bild: privat

„Es stehen jetzt 200 000 Euro als Gründungskapital zur Verfügung“, sagte Anton Langer. Die Anerkennung als rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts ist beantragt. Mit einer offiziellen Gründung rechnet Langer 2020. Das Konto könne eröffnet werden, sobald das Regierungspräsidium Tübingen die Genehmigung erteilt habe. Dann müsse das Geld krisenfest angelegt werden, etwa in Grund und Boden oder Immobilien.

Vertreter der Gemeinde als Vorsitzender?

Ausgeschüttet werden dann die Stiftungserträge. Als Vorsitzenden könne er sich einen Vertreter der Gemeinde vorstellen, im mehrköpfigen Stiftungsrat würde er sich selber als Mitglied zur Verfügung stellen, so Langer. Finanzielle Zuwendungen, also Zustiftungen und Spenden von Privatleuten, Unternehmen, Banken oder Versicherungen, seien natürlich wünschenswert.

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„Die Bürgerstiftung handelt im Interesse der Gemeinde“, so Langer. Wichtig ist aus seiner Sicht daher, die Verwaltung einzubinden, den Bürgermeister und den Kämmerer ins Boot zu holen. „Das traue ich der Verwaltung zu – und ich vertraue ihr.“ Zum einen verfüge sie über das administrative Know-how, zum anderen könne die Verwaltung dazu beitragen, sinnvolle Verwendungszwecke zu vermitteln.

Der Gesellschaft etwas zurückgeben

In Bad Saulgau ist der Fall ganz ähnlich wie in Illmensee: 2006 hatte Walter Knoll die dortige Bürgerstiftung gegründet. Wie er damals sagte, hätte sich seine Maschinenbaufirma ohne die Unterstützung der Stadt und der engagierten Mitarbeiter nicht so erfolgreich entwickelt. Als Dank wollte er der Gesellschaft etwas zurückgeben.

Stammkapital wie in Pfullendorf

Die Bürgerstiftung in Herdwangen-Schönach startete 2007 mit 114 000 Euro. Mit 200 000 Euro, also der gleichen Stammkapitalsumme wie Illmensee, ist 2006 die Bürgerstiftung in Pfullendorf an den Start gegangen. Die Stadt, die Sparkasse Pfullendorf-Meßkirch und Gisela Franke hatten damals für den Grundstock gesorgt. Initiator war Bürgermeister Heiko Schmid.

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Wie es auch für Illmensee angedacht ist, vergibt die Pfullendorfer Bürgerstiftung seither Spenden an unterschiedliche Projekte, Vereine oder an bedürftige Einzelpersonen. Ein wesentliches Merkmal von Bürgerstiftungen ist ihr lokales Engagement. So wurden mit dem Geld in der Vergangenheit zum Beispiel das Werkstättle, die Vesperkirche, die Kinder- und Jugendkunstschule und der Tafelladen unterstützt, Essenspatenschaften an der Kasimir-Walchner-Schule gefördert oder Instrumente für die Musikschule gekauft.