Sie kennen das bestimmt: Man glaubt Ihnen einfach nicht. Da können Sie sich anstrengen, wie Sie wollen. Denn es gibt Beweise, die gegen Sie sprechen. So ging es kürzlich einer jungen Frau aus Illmensee. Weil sie sportlich ist, hatte sie sich entschlossen an der Seedurchquerung teilzunehmen. 2,6 Kilometer mussten da mitten durch den Illmensee bewältigt werden. Und das schwimmend.

Wollte beweisen, dass sie es schafft

Keine leichte Sache und bestimmt nicht jedermanns Geschmack. Zumindest nicht von den Damen, die schwimmen gehen, sich dann aber nur im Bikini und mit Sonnenbrille, und natürlich geschätzten zwei Litern Sonnenschutzmittel, auf der Liegewiese räkeln und das Wasser als Beiwerk sehen, das es halt in einem Schwimmbad oder in einem Badesee geben muss. Besagte junge Frau gehört nicht zu den beschriebenen Mitgliedern des weiblichen Geschlechts und wollte es sich und der Welt beweisen, dass sie den See durchschwimmen kann.

Und sie hat es auch tatsächlich geschafft. Nur: Sie war nicht auf dem Gruppenfoto zu sehen, das die erfolgreichen Seebezwinger mit ihren Urkunden zeigte. „Du bist nicht in der Zeitung, also bist du auch nicht mitgeschwommen“, stellten Freunde, Bekannte und Kollegen fest, als die Schwimmerin von ihrem großen Erlebnis erzählte. Da kullerten doch nahezu ein paar dicke Tränen über die Backen. Sie wusste doch genau, dass sie dabei war.

Die Macht der Bilder

Doch warum glaubte ihr niemand? Da sieht man mal wieder, welche Macht Bilder haben können. Dabei ist doch längst bekannt, dass man die relativ einfach manipulieren kann. In diesem Fall war das aber nicht so. Sie war tatsächlich nicht auf dem Foto drauf. Nicht rausgeschnitten oder so, sondern einfach nicht da. Und das hatte einen Grund. Als der Fotograf den Auslöser drückte, war die junge Frau dabei, ein Leben zu retten. Na ja, nicht ganz so. Aber fast.

Beweis ist erbracht

Ein Schwimmer hatte sich auf den letzten Metern irgendwie eine Zerrung zugezogen und weil die Schwimmerin ihr Geld mit Physiotherapie verdient, nahm sie den Betreffenden gleich mal unter ihre helfenden Hände und verpasste ihm eine wohltuende und heilende Massage. Und das war nun genau zu der Zeit, als das Foto gemacht wurde. „So eine Geschichte glaubt doch keiner“, werden Sie vielleicht denken. Eben doch! Denn der SÜDKURIER hat von der Sache erfahren und der jungen Dame eine CD zur Verfügung gestellt. Darauf sind Bilder von der Seedurchquerung und es ist unverkennbar: Sie war dabei. Sogar ein Foto, wo sie mitten auf dem See schwimmt, ist vorhanden. Also liebe Freunde, Bekannte und Kollegen: Der Beweis ist erbracht.

Schulterklopfen wäre angebracht

Und jetzt wären eine Entschuldigung und ein Schulterklopfen angebracht. Oder noch besser: Alle schwimmen im kommenden Jahr mit und können sich dann vor Ort einen Eindruck machen. Wie wäre das? Man kann sich jetzt schon anmelden.