In schönen Farben leuchtet die "Schule am See", sprich die Grundschule in unmittelbarer Nachbarschaft zum Illmensee. Das Haus selbst ist mittlerweile zu klein, und deshalb hat der Gemeinderat in der Januarsitzung einen Neu- beziehungsweise Anbau beschlossen, der mehrere hunderttausend Euro kostet. Der Altbau platzt aus allen Nähten, denn die Anmeldezahlen schnellten nach oben. "Nach den Sommerferien müssen wir eine neue Klasse eröffnen", erklärte Rektorin Sabine Fausel dem Gemeinderat während dessen jüngsten Sitzung. Bereits jetzt sei die Küche zum Unterrichtsraum umfunktioniert worden. In der Sitzung ging es um die Anschaffung eines neuen Computernetzwerks, nachdem zwei von 13 Endgeräten kaputt, die Software veraltet und die Reparatur der veralteten Rechner kostenintensiv ist. Neue Updates werden für das schulische Computernetzwerk nicht mehr zur Verfügung gestellt und im Bedarfsfall kann der PC-Dienstleister bei Problemen keine Unterstützung mehr bieten.

Im Vorfeld gab es Gespräche zwischen Verwaltung, Schulleitung, der Kreismedienstelle und Experten der Firma "All for IT", worauf das Unternehmen mehrere Angebote für die Umsetzung des neuen Computernetzwerks für die Schule abgab. Die Gesamtkosten bei einem sofortigen Kauf betragen rund 25 000 Euro, wobei die Schule angesichts steigender Schülerzahlen die Endgerätezahl auf 18 erhöht hatte, auch weil man den Schulneubau beschlossen habe. Ein Mietkauf der Computer, gestreckt über vier Jahre, würde monatlich 512,70 Euro netto kosten. Jörg Ehrlinspiel (FW) störte sich an der "hohen Zahl der Endgeräte" und sein Fraktionskollege Wolfgang Treß monierte das Fehlen eines Vergleichsangebotes.

Artur Stangl, Geschäftsführer von "All for IT", machte deutlich, dass es keinen Sinn mache, noch einen Euro in das alte System zu stecken. "Die Preise sind in Ordnung", stimmte ihm Martin Rieger (FW) zu. Kathrin Hecht (FW) erklärte, dass der von der Verwaltung vorgelegte Beschlussvorschlag für die Anschaffung des Computernetzwerks nicht zustimmungsfähig sei, da die Kommune noch keinen genehmigten Haushalt habe. "Wir müssen auf die Kosten schauen", stufte Jörg Ehrlinspiel die Gesamtsumme als zu hoch ein. Man müsse diese Ausgabe doch nicht in dieser Tiefe diskutieren, erinnerte Martin Rieger seine Ratskollegen daran, dass man in einer vorherigen Sitzung den Schulhausbau für mehrere hunderttausend Euro nach kürzerer Diskussion beschlossen habe.

Die Frage, ob es für diese Anschaffung Fördermittel gebe, konnte Geschäftsführer Stangl prinzipiell bejahen, allerdings würde ein solcher Zuschuss, trotz aller politischen Beteuerungen über Digitalisierungoffensiven, erst im kommenden Jahr fließen. "Und die Investitionssumme muss mindestens 50 000 Euro betragen", ergänzte Bürgermeister Jürgen Laßer. Jörg Ehrlinspiel beantragte, die Angelegenheit zu vertagen und in den Sozialausschuss zu verweisen. "Ist ihnen der Kauf zu teuer oder soll die Schule keine Computer bekommen?", hakte Rathauschef Laßer nach, erhielt aber keine Antwort. "Wir können diesen Punkt ohne genehmigten Haushalt nicht entscheiden", verhehlte Otto Lohr (FW) nicht, dass er gewisse Zweifel an der Dringlichkeit der Anschaffung hege, die man in einem Gespräch zwischen Schulleitung und Ausschuss erörtern könne.

Man habe für je Klasse drei PC beantragt sowie zwei Computer für das Lehrerzimmer, erklärte Artur Stangl.

Dann ließ der Bürgermeister über den Antrag abstimmen, die Angelegenheit bis zur Vorlage eines Haushalts zu vertagen und zuvor im Ausschuss zu diskutieren. "Bis der Haushalt genehmigt ist", kam von Kathrin Hecht eine Ergänzung zum Antrag, der mit neun Stimmen angenommen wurde. Damit sei der Computerkauf für sechs Monate vom Tisch, drückte Jürgen Laßer sein Bedauern aus. "Sechs Monate?", fragte die Rektorin ungläubig, worauf Hecht die Gemeindeordnung zitierte. Im Prinzip gelte diese Frist, allerdings könne der Bürgermeister die Sache früher auf die Tagesordnung des Rates setzen.