Für Enttäuschung dürfte die Ablehnung des Gemeinderats sowohl beim Illmenseer Grundstückseigentümer als auch beim Investor, Marco Mayer von der MM-Wohnbau, gesorgt haben: Somit wird es keinen Bebbauungsplan für das Flurstück westlich der Sonnenhalde geben und kein neues Wohngebiet. Zwischen der Hauptstraße L 207 a und dem existierenden Wohngebiet hatte ein Bürger der Gemeinde gemeinsam mit der MM Wohnbau ein neues Wohngebiet mit 17 Einfamilienhäusern realisieren wollen. Aktuell gibt es in der Gemeinde keine freien Bauplätze.

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Bereits in der Sitzung im Februar war das Gremium mit dem Vorentwurf und Vorgehen nicht einverstanden, hatte die Entscheidung vertagt und erweiterte Planungsvarianten erbeten. Außerdem beschäftigte sich der Technische Ausschuss mit dem Vorhaben.

Planungsbüro stellt Ideen vor

Sabine Geerds vom Planungsbüro "Zimmermann und Meixner Stadtentwicklung" aus Friedrichshafen erläuterte in der jüngsten Sitzung, welche Entwicklungsoptionen es über das Flurstück hinaus in nördliche Richtung geben könnte und welche Erschließungsvarianten für das Gebiet "Westlich Sonnenhalde" denkbar wären. Eine Zufahrt mit Wendehammer und Sackgassensituation war ebenso dabei wie zwei neue Erschließungsstraßen. Sie sprach von Fußwegeverbindungen abseits der Hauptstraße, von privaten Grünstreifen zur optischen Abgrenzung sowie von optimierter Gebäudeausrichtung. "Es handelt sich um einen interessanten, ortsnahen Siedlungsstandort", sagte Geerds.

Grundstücke sollten im Durchschnitt 500 Quadratmeter groß sein

Angedacht war eine Bebauung mit 17 Einfamilienhäusern durch die MM-Wohnbau aus Bermatingen-Ahausen. "Die Grundstücksgrößen würden zwischen 450 und 620 Quadratmetern und im Durchschnitt bei 500 Quadratmetern liegen", erläuterte die Planerin. Sie betonte, dass bei der Erarbeitung eines Bebauungsplans sämtliche planerischen Ideen mit den Behörden abgestimmt und auch die Anwohner in den Prozess einbezogen würden.

Räte sehen Gemeinde bei der Erschließung neuer Wohngebiete in der Pflicht

Bei der anschließenden Diskussion sagte Martin Rieger (Freie Wähler): "Ich tue mich an dieser Stelle schwer mit dem Wohngebiet und finde es nicht sonderlich passend." Auf ihn wirke ein solches Bauträgergebiet seelenlos. "Wir sollten uns mit der Entwicklung Zeit lassen." Bereits bei der Sitzung im Februar hatte er betont, er sehe die Gemeinde in der Pflicht, bei der Erschließung eines neuen Wohngebiets tätig zu werden.

Bürgermeister Jürgen Lasser stimmt als Einziger für den Antrag

Jörg Buckel (CDU) schloss sich der Meinung Riegers an. "Wenn wir das Gebiet einem Privatinvestor zur Bebauung überlassen, geben wir es als Gemeinde aus der Hand, wer einen Bauplatz erwerben kann. Unsere Vergaberichtlinien fallen weg." Ziel war laut Sitzungsvorlage die Beschlussfassung des Aufstellungsbeschlusses. Bürgermeister Jürgen Lasser simmte mit Ja, neun Räte lehnten den Antrag ab. Es gab zwei Enthaltungen.