Gleich mehrere Dinge sind seit Samstagabend klar: Musikverein und Narrenverein arbeiten Hand in Hand, in der Drei-Seen-Gemeinde gibt es jetzt auch Seeräuber und die Glocke der Kirche, die im Dreißigjährigen Krieg im See versenkt wurde, bleibt immer noch verschwunden. Viele Zuschauer erlebten bei Dunkelheit ein kreatives Spektakel mit Stil und vor allem das Gefühl, dass zumindest in der Fasnet in Illmensee alles stimmt.

Der kleine Auszug aus dem Legendenspiel von der verschwundenen Glocke wurde mit großem Beifall quittiert. Dass darin auch Seeräuber vorkamen, entspricht zwar nicht so ganz der Geschichte, aber es musste sein. Denn man wollte auch die neuen Häser von Musikverein und Narrenrat vorstellen. "Bei uns wird seit Jahren über ein neues Häs diskutiert", betonte Musikvereinsvorsitzende Deborah Weber. Nun habe man das Projekt realisiert. In rund 500 Arbeitsstunden wurden Seeräuberkostüme genäht. Und die sehen wirklich super aus, wie man am Samstag feststellen konnte.

Video: Karlheinz Fahlbusch

Nicht minder stilvoll und historischen Vorlagen nachempfunden sind die neuen Uniformen der Narrenräte. Und "Uniform" ist wirklich der passende Ausdruck. Denn die Oberen der Wasserspucker treten jetzt als schwedische Hauptmänner aus dem Dreißigjährigen Krieg auf. Narrenpräsident Michael Reichle erinnerte daran, dass man im Jahr 2008 in den Alemannischen Narrenring aufgenommen wurde. Die dortigen Brauchtumswächter regten an, dass man sich doch in den kommenden Jahren über ein neues Narrenratshäs Gedanken machen sollte. Das hat nun zwar längere Zeit gedauert, dafür kann sich das Ergebnis aber sehen lassen.

Die Idee stammt aus der Vereinslegende der Glocke, die vor den anrückenden schwedischen Soldaten im Illmensee versenkt wurde. Weil der Narrenrat "auch was darstellen muss", wie Reichle feststellte, habe man sich für eine Uniform mit Mantel, Weste, Dreispitz, Hose und langen Stiefeln entschieden. Dazu kommt bei besonderen Anlässen noch eine Luntenmuskete.