Vier Stunden närrisches Programm unter dem Motto "Wild Wescht Dorffescht" hatten die Illmenseer Narren für den Bürgerball vorbereitet. Die Karten für das Fest in der Drei-Seen-Halle waren ausverkauft. Wie Michael Reichle, Präsident der Narren, es avisiert hatte, wurde in diesem Jahr das närrische Angebot auch etwas verkürzt.

So wurde der Auftritt der Kindergarde dieses Jahr auf einen Tanz beschränkt. Bisher waren die Tänzer der Kinder-, Jugend- und Narrengarde jeweils doppelt aufgetreten. Aber auch an anderen Stellen hatten die Mitwirkenden um den Präsidenten am Programmablauf gefeilt: So erhielt die Illmenseer Narrenkapelle einen festen Platz an der Tribüne und spielte Fasnetsmusik und Schunkelwalzer, um in den kurzen Programmpausen zwischen den Auftritten der Gruppen für Unterhaltung zu sorgen.

Stolz ist die Narrenzunft auf ihre 65-köpfige Gardetruppe, die hier mit der Narrengarde ihr Können zeigt.
Stolz ist die Narrenzunft auf ihre 65-köpfige Gardetruppe, die hier mit der Narrengarde ihr Können zeigt. | Bild: Robert Reschke

Old Shatterhand und Winnetou

Getreu dem Motto waren viele der Festgäste in Wild-West-Verkleidungen zum Bürgerball gekommen. Die beiden Moderatoren, Roland Großmann und Tobias Waibel, führten als Old Shatterhand und Winnetou durch das Programm.

Den Auftakt machte der Einmarsch der Garden, der Wasserspucker und Seeteufel. Lautstark begleitet wurden sie von der Narrenkapelle. Gleich im Anschluss hatte die Kindergarde ihren großen Auftritt und zeigte, was die allerjüngsten Gardisten schon alles tänzerisch draufhaben. Die Narrenzunft nutzte den nächsten Programmpunkt, um elf Mitstreiter in ihren Reihen zu ehren.

Die beiden Moderatoren Roland Großmann und Tobias Waibel (von links) führen als Old Shatterhand und Winnetou durch das "Wild Wescht Dorffescht".
Die beiden Moderatoren Roland Großmann und Tobias Waibel (von links) führen als Old Shatterhand und Winnetou durch das "Wild Wescht Dorffescht". | Bild: Robert Reschke

"Wir sind alle kleine Sünderlein"

Nach dem Tanz der Jugendgarde waren die Jung-Wasserspucker mit ihrem närrischen Gastspiel an der Reihe. Sie erhielten – wie die Garde zuvor – viel Beifall. Auch Präsident Michael Reichle leistete seinen närrischen Beitrag: Mit dem Lied "Wir sind alle kleine Sünderlein" arrangierte er seine kleinen Anekdoten aus dem Illmenseer Gemeindeleben.

Da ging es um verbotene Wasserentnahmen, um den Gemeinderat oder den Bürgermeister, immer mit dem Refrain "Ja, ja, es ist traurig aber wahr".

Michael Reichle zieht singend das Illmenseer Gemeindegeschehen durch den Kakao.
Michael Reichle zieht singend das Illmenseer Gemeindegeschehen durch den Kakao. | Bild: Robert Reschke

Dorfgrößen fordern Sheriff heraus

Überhaupt drehten sich sämtliche närrische Auftritte um den Bürgermeister und die anstehenden Wahlen. So suchten die Wasserspucker (die Männerrollen wurden von Frauen gespielt und umgekehrt), einen neuen Sheriff.

Eine wüste Knallerei folgte bei den Seeteufeln. Sie zeigten, wie der Sheriff von unterschiedlichen Dorfgrößen wie Ramona, dem barmherzigen Otto oder dem Gemeinderat herausgefordert wurde. Einzig dem "Ortsbauernführer" gelang es, angestachelt durch das Lied "Komm hol den Lasser raus", zu gewinnen.

Der Sheriff und der Gemeinderat schreiten zum Duell.
Der Sheriff und der Gemeinderat schreiten zum Duell. | Bild: Robert Reschke

Im Saloon "Saustall" betrauerten die Narrenräte das Ende ihrer Besenwirtschaft und damit das Ende von Schwartenmagen, Krustenbraten oder Wurstsuppe – eben allem, was die Narren liebten.

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