Bauwillige, die in Illmensee ein Haus bauen wollen, haben schon seit geraumer Zeit schlechte Karten, denn es gibt in der Gemeinde keine freien Bauplätze. Das könnte sich ändern. Ein Bürger aus Illmensee ist Eigentümer eines Grundstücks westlich der Sonnenhalde und plant dort mit der MM Wohnbau ein Wohngebiet. Das Flurstück befindet sich im Außenbereich zwischen der Bebauung an der Sonnenhalde und der Hauptstraße (L 207 a).

Für dieses Gebiet gibt es allerdings keinen Bebauungsplan, sodass der Eigentümer einen so genannten Aufstellungsbeschluss stellte. Hier kommt der Paragraf 13 b Baugesetzbuch ins Spiel, der nach momentaner Rechtslage nur noch bis zum 31. Dezember des Jahres gilt. Um dem Gremium das Vorhaben grob zu erläutern, stellte Marco Mayer den Gemeinderäten am vergangenen Donnerstag einen Vorentwurf vor. Mayer ist Geschäftsführer der MM-Wohnbau aus Bermatingen-Ahausen.

Erst am Anfang des Projekts

Mayer erklärte, man habe vor, mit der Erarbeitung eines Bebauungsplans das Planungsbüro Zimmermann & Meixner Stadtentwicklung aus Friedrichshafen zu beauftragen. "Wir stehen ganz am Anfang des Projekts", so Mayer. Doch ohne grünes Licht seitens des Gemeinderats sei eine detailliertere Planung nicht sinnvoll. Das Konzept sieht den Neubau von 17 Wohngebäuden – vor allem Einfamilienhäuser – mit Grundstücksgrößen von circa 490 bis 630 Quadratmeter vor. Das geplante Wohngebiet würde nicht direkt an den Friedhof angrenzen. Dazwischen befindet sich noch ein Gelände, das der Friedhofserweiterung vorbehalten ist und nicht bebaut werden kann.

Im Gremium wurde lange diskutiert, bis Otto Lohr den Antrag auf Vertagung stellte. Der Gemeinderat fühlte sich nicht gut auf das Thema vorbereitet. "Mir wäre eine andere Basis wohler, ich bin unglücklich damit, wie wir das Thema angehen", sagte Wolfgang Treß. Er sähe es lieber, wenn von Anfang an Bauausschuss und technischer Ausschuss in das Projekt einbezogen würden: "Es sollte in Kooperation mit der Gemeinde ein städtebauliches Konzept entwickelt werden." Und da müsse die Gemeinde eventuell auch bereit sein, "ein paar Euros in die Hand nehmen".

Gemeinderäten zu viele Fragen offen

Grundsätzlich, da waren sich alle einig, sei es zu begrüßen, dass der Eigentümer Bauland zur Verfügung stellen wolle. Denn es herrsche Bedarf an Bauplätzen. "Doch es sind viele Fragen offen", sagte Bernhard Beck. "Wie sieht es mit dem Anschluss zur Hauptstraße aus, welche Abstände müssen da eingehalten werden? Wie verhält sich ein geplantes Wohngebiet zum angrenzenden Friedhof und zur Friedhofsplanung? Wie sieht es mit Fußgängerwegen aus, mit dem Thema Naturschutz?"

Martin Rieger plädierte für eine "vernünftige" Entwicklung. Das bedeutet für ihn, das Vorhaben nicht isoliert zu betrachten. "Ich sehe uns hier als Gemeinde in der Pflicht", so Rieger. Man wolle schließlich keine Insellösung. Auch Kathrin Hecht sprach sich vehement dafür aus, die Flächen rechts und links zu berücksichtigen und die Umgebungsbebauung nicht außer acht zu lassen.

Vorerst kein Signal für Vorhabenträger

Bürgermeister Jürgen Lasser stellte im Lauf der Diskussion wiederholt fest, es gehe beim Aufstellungsbeschluss zunächst nur darum, dem Vorhabenträger das Signal zu geben, dass er einen Bebauungsplan aufstellen darf. Sonst investiere er Geld ins Blaue hinein und das sei unfair. "Sie sollen heute keinen Bebauungsplan beschließen", so Lasser.

Schließlich stellte Otto Lohr den Antrag auf Vertagung der Entscheidung, was mit sechs Ja-Stimmen auch beschlossen wurde. "Mir geht das alles viel zu schnell, man muss sich da länger Gedanken machen."