Eine klare Ansage gab es von Kämmerer Michael Sonntag, als er in der jüngsten Gemeinderatssitzung den Planentwurf für den Haushalt 2018 vorstellte: Wenn Gemeinderäte zusätzliche Ausgabewünsche äußern, sollen sie gleichzeitig einen Deckungsvorschlag machen, sprich die Finanzierungsmöglichkeit aufzeigen oder eine Kompensationsmaßnahme benennen. Die Kommune will und muss ein gewaltiges Investitionsprogramm stemmen oder wie Sonntag formulierte: "Wir schaffen ein Infrastrukturvermögen." Für die Sanierung und Erweiterung der Schule hat er bis 2021 rund 1,95 Millionen Euro kalkuliert, wobei der Kämmerer mit Zuschüssen von 947 000 Euro rechnet. Der Breitbandausbau verschlingt in den nächsten vier Jahren 1,6 Millionen Euro, wobei die Gemeinde eine Million Euro stemmen muss und für den Brandschutz und Beleuchtung der Drei-Seen-Halle werden 400 000 Euro fällig.

Diese Ausgaben führen zu einem drastischen Anstieg der Gesamtverschuldung, die sich auf mehr als fünf Millionen Euro summieren wird. Hinzu kommen riesige Investitionen zur Neustrukturierung der Wasserversorgung. Nach etlichen Jahrzehnten sind Gebäude und Leitungsnetz in die Jahre gekommen und es ist ein gewaltiger Investitionsstau entstanden. Von 2018 bis 2021 müssen in den Eigenbetrieb 3,4 Millionen Euro investiert werden, wobei der Kämmerer mit einer Million Euro an Zuschüssen rechnet. Die Restkosten muss der Gebührenzahler übernehmen, wobei die Abschreibungsdauer auf 30 Jahre angelegt ist. Deshalb werden die Gebührensätze für Wasser, Abwasser aber auch für den Friedhof überprüft und neu kalkuliert, kündigte Michael Sonntag an. Die marode Bausubstanz bei der Wasserversorgung hat aktuell die Konsequenz, dass das Gesundheitsamt von der Gemeinde nicht wie üblich eine monatliche, sondern eine wöchentliche Wasserprobeentnahme fordert.

Der Kämmerer schlägt deshalb vor, die Gewerbesteuer um zehn auf 350 Punkte zu erhöhen und auch die Grundsteuer B soll 2019 um zehn auf 350 Punkte steigen. "Ich trage keine Steuererhöhung mit", kündigte Anton Langer (Freie Wähler) an. Er forderte die Verwaltung mit Bürgermeister Jürgen Lasser auf, nach Kompensationen für den Haushalt zu suchen: "Das ist ihre Aufgabe." Das Ratsmitglied vermutet zudem, dass die geplante Gewerbesteuererhöhung auf die Kurtaxe abgestimmt sei, die nach den Vorstellungen des Kämmerers ab 2019 nicht mehr erhoben werden soll.

Positiv vermeldete Michael Sonntag, dass man 2017 im Verwaltungshaushalt zusätzlich 250 000 Euro erwirtschaftete und diesen Überschuss zur Finanzierung der Investitionsvorhaben verwenden könne. Die Rücklagenentnahme blieb im vergangenen Rechnungsjahr 500 000 Euro unter dem Planansatz von 1,2 Millionen, so ass man 2018 und 2019 auf diese Reserve zurückgreifen kann. Der Kämmerer erläuterte auch, für was die Gemeinde ihr Geld ausgibt. Neben den Personalkosten als dicksten Brocken, werden der Kindergartenbetrieb mit 330 000 Euro bezuschusst, die Schule mit 110 000 Euro und der Bade- und Fischereibetrieb mit 120 000 Euro.