Die Idee, eine Stiftung zu gründen, trägt Unternehmer Anton Langer schon seit längerer Zeit mit sich herum. Bei der Gemeinderatssitzung am 31. Januar sprach er nun über seinen Plan, eine Bürgerstiftung ins Leben zu rufen. Erste Gespräche, auch mit Bank und Steuerberater, habe er bereits vor zwei Jahren geführt und sich im Ravensburger Raum sowie Bad Saulgau bei vergleichbaren Stiftungen erkundigt. "So etwas muss wachsen." Bürgermeister Jürgen Lasser begrüßte Langers Pläne. "Das ist grundsätzlich eine tolle Idee", sagte er.

Name steht noch nicht fest

Seine Beweggründe erläuterte Anton Langer im Gespräch mit dieser Zeitung: "Die Gemeinde Illmensee hat mir viel gegeben. Die Bürgermeister Reis und Stadler haben die Entwicklung der Firma Langer sehr unterstützt und ich möchte etwas zurückgeben." Sinn und Zweck der Stiftung soll sein, Bürgern der Gemeinde Illmensee, die in einer Notlage sind, zu helfen. Mit konkreten Namen und Zahlen hielt Langer sich noch zurück. Eins stellte er jedoch fest: "Die Stiftung soll jedenfalls nicht Anton-Langer-Stiftung heißen."

Kapital soll von Unternehmern, Institutionen und Bürgern aufgebracht werden

Eine Stiftung braucht Zustiftungen und Spender, die Geld einbezahlen. Dazu sagte Anton Langer: "Das Stiftungskapital sollte von interessierten Unternehmern, Institutionen, Bürgern der Gemeinde und von mir aufgebracht werden." Um das Kapital zu vermehren, müsse es aus seiner Sicht in Wald, Immobilien, Grund und Boden angelegt werden. So könne die Stiftung aus Pacht und Miete eine "Summe X" auszahlen. Denn auf dem Geldmarkt sei im Moment keine ordentliche Verzinsung zu erzielen.

Netzwerk mit der Gemeindeverwaltung

"Die Verwaltung des Kapitals, buchungs- und verwaltungstechnische Aufgaben muss die Gemeinde übernehmen. Hier sind die Kompetenzen und das Fachwissen des Bürgermeisters und seiner Mitarbeiter gefragt", hofft Langer auf Schützenhilfe der Verwaltung. Es brauche ein Netzwerk, in das auch Einrichtungen wie die Altenhilfe eingebunden werden sollen, damit die Stiftung Kenntnis erhalte, welche Menschen der Hilfe bedürfen.

Bürgerstiftungen in Pfullendorf und Herdwangen Schönach

In der Verwaltungsgemeinschaft, zu der Illmensee gehört, haben Pfullendorf und Herdwangen-Schönach bereits eine Bürgerstiftung. 2006 wurde die Pfullendorfer Stiftung mit einem Stammkapital von 200 000 Euro gegründet. Initiator war der frühere Bürgermeister Heiko Schmid. In Herdwangen-Schönach ging die Bürgerstiftung 2007 mit einem Gründungskapital von 114 000 Euro an den Start.

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In den Satzungen beider Gemeinden heißt es wortgleich: "Die Stiftung fördert oder initiiert gemeinnützige Projekte, die in der Stadt Pfullendorf/ in der Gemeine Herdwangen-Schönach in den Bereichen Jugend, Bildung, Erziehung, Gesundheit und Sport sowie Seniorenarbeit und Altenhilfe, Kunst, Kultur, Natur und Umwelt durchgeführt werden. Ferner fördert sie in diesem Gebiet Maßnahmen und gemeinnützige Projekte, die der Hilfe für Bedürftige, der Völkerverständigung und der Integration von gesellschaftlichen Randgruppen dienen. Schließlich unterstützt die Stiftung Projekte aus Wissenschaft und Forschung, die mit dem Förderungsbereich sachlich und räumlich eng verbunden sind."

Firma soll einmal Familienstiftung werden

Im Gespräch mit dem SÜDKURIER kündigte Anton Langer außerdem an, die Firma solle nach seinem Tod in eine Familienstiftung umgewandelt werden. Damit sollen die Arbeitsplätze in Illmensee gesichert werden. "Ich möchte einen Verkauf des Unternehmens verhindern. Ich möchte damit auch den Mitarbeitern danken, die dem Unternehmen in guten und schlechten Zeiten die Treue gehalten haben."