Die Entscheidung, ihren Hut in den Ring zu werfen und für das Bürgermeisteramt zu kandidieren, habe sie nicht aus einer spontanen Laune heraus getroffen. „Die Bewerbung habe ich mir reiflich überlegt. Der Gedanke war schon lange da. Die beruflichen Erfahrungen, die ich als Selbstständige mache, haben zu meinem Entschluss beigetragen“, erklärt Karin Kneissler ihre Motivation.

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Durch ihre Arbeit als Handelsvertreterin für textile Inneneinrichtung lerne sie viele Kommunen kennen. „Ich sehe, wo es hakt und wo es positiv läuft.“ Den Einzelhandel und die Attraktivität des ländlichen Raums bezeichnet sie als wichtige Themen. Ihre Unterlagen reichte sie am Tag des Bewerbungsschlusses am 9. September ein und war damit die siebte Anwärterin auf das Amt als Gemeindeoberhaupt.

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Das „Wir-Gefühl“ stärken

Karin Kneissler ist 56 Jahre alt und Mutter von zwei erwachsenen Töchtern. Sie lebt in Freudenstadt und im Fall einer Wahl würde sie nach Illmensee umziehen. „Ich finde, ein Bürgermeister sollte am Ort wohnen.“ In ihrer Heimatstadt engagiert sie sich politisch für die Freie Wählervereinigung. Sie unterstützte die Aktion „Frauen in den Kreistag“. „Von 36 Sitzen waren nur zwei von Frauen besetzt, bis 2014 die Frauenliste ins Leben gerufen wurde“, erzählt sie.

„Ich möchte die Bürger abholen und mitnehmen“

Als Rathauschefin könne sie so manches aus dem weiblichen Blickwinkel heraus betrachten, doch „ich wäre natürlich eine Bürgermeisterin für alle“. Sie sagt, sie wolle das „Wir-Gefühl“ stärken und Illmensee in die Zukunft führen. „Ich möchte die Bürger abholen und mitnehmen, nicht über ihre Köpfe hinweg Entscheidungen treffen.“ Fachliche Qualifikation sei das eine, doch aus ihrer Sicht müsse ein Bürgermeister auch soziale Kompetenzen mitbringen. Bei der Wahl tritt sie als parteilose Kandidatin an.

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Die Region und die Drei-Seen-Gemeinde sind Karin Kneissler nicht unbekannt. Als Jugendliche ist sie zwei Jahre im benachbarten Wilhelmsdorf zur Schule gegangen. „Meine Freizeit habe ich am Illmensee verbracht. In diesem Sommer war ich auch wieder hier und habe von der Bürgermeisterwahl erfahren.“

Kneissler blickt auf 13 Jahre Verwaltungserfahrung

Als einen großen Vorteil sieht sie die Tatsache, dass sie von außen kommt. „Ich bin unvoreingenommen und betrachte die Gemeinde nicht durch die Brille der Vergangenheit. Ich habe die Zukunft im Blick.“ Verwaltungserfahrung bringe sie aus ihrer 13-jährigen Tätigkeit in der Kurverwaltung Freudenstadt mit, wo sie unter anderem am Veranstaltungsprogramm mitgearbeitet habe. Zudem habe sie sich bei zahlreichen Seminaren mit kommunalpolitischen Themen wie Haushaltsplanung auseinandergesetzt. „Aktuell absolviere ich eine Weiterbildung bei der Friedrich-Ebert-Stiftung: kommunalpolitisch führen.“

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Vereinsleben soll gefördert werden

Die gelernte Touristikfachwirtin charakterisiert sich als aktiver, besonnener und pragmatischer Mensch, bürgernah und anpackend. „Als Bürgermeisterin sehe ich meinen Schwerpunkt nicht hinter dem Schreibtisch, sondern davor.“ Schon jetzt möchte sie Präsenz in Illmensee zeigen, so hat sie sich die Mountainbike-Challenge und den Einschulungsgottesdienst angeschaut. In Kürze wolle sie sich im Rahmen ihrer Informations- und Recherchetour mit dem Regionalverband treffen. Mit einigen Vereinsvorständen habe sie bereits gesprochen. „Mein Ziel ist es, den Vereinen wieder die ihnen gebührende Wertschätzung entgegenzubringen und sie zuverlässig zu unterstützen.“

Tourismus weiterentwickeln

Als ein Kernthema, das ihr am Herzen liegt, nennt sie die Entwicklung neuer Ideen für den Tourismus. „Der Tourismus in Illmensee ist entwicklungsfähig. Ich möchte mit den Bürgern neue Konzepte ausarbeiten.“ Wie sie gegenüber dem SÜDKURIER berichtet, habe sie – unter anderem im Rahmen von Hausbesuchen – bereits sehr viele Bürgergespräche in Illmensee geführt. „Dabei bekomme ich viel Input.“ Es vergehe kein Gespräch, in dem es nicht um das Seefreibad gehe. „Der Zustand mit dem Zaun ist nicht tragbar und für Einheimische und Gäste nicht einladend. Da muss es eine Alternative geben. Mir wurde erzählt, dass während der Öffnungszeiten auch dann Eintritt erhoben wird, wenn eine Familie mit ihren Kindern nur auf den Spielplatz will, das kann ja wohl nicht sein.“

Sowohl für die Kandidatenvorstellung der Gemeinde in der Drei-Seen-Halle als auch für die Podiumsdiskussion des SÜDKURIER hat Karin Kneissler ihre Teilnahme zugesagt.