Illmensee (kaj) Wer als Kommune durch Bautätigkeit in Natur und Landschaft eingreift, muss als Kompensation dieser Maßnahme für Ausgleichsflächen sorgen oder Ökopunkte erwerben. Für eine Gemeinde in der Größenordnung von Illmensee werde es immer wichtiger, Wohnbauflächen über Ökopunkte auszugleichen, sagte Bürgermeister Jürgen Hoffmann bei der Gemeinderatssitzung. Ohne ein Ökopunktekonto werde es mit der Entwicklung von Gewerbe- und Wohnbauflächen in Zukunft schwierig.

Seit April 2014 gibt es die Reko GmbH, die für 14 Gemeinden im Bodenseekreis und Landkreis Ravensburg das Ökopunkte-Geschäft organisiert und den Handel mit Ökopunkten kontrolliert. Reko steht für "regionales Kompensationsflächenmanagement". Nun will Reko mit weiteren interessierten Kommunen eine neue Gesellschaft gründen. Die Kosten für die Gründung einer neuen Gesellschaft werden mit 30 000 bis 40 000 Euro beziffert. Bei zehn neuen Gesellschaftern müsste also jede Kommune 3000 bis 4000 Euro einbringen. Da die nächste Gesellschafterversammlung Anfang Juni stattfindet, müssen sich die Gemeinden bis dahin verbindlich für einen Beitritt entscheiden. Eine spätere Aufnahme wird derzeit ausgeschlossen.

Der Gemeinderat in Illmensee lehnte es ab, so kurzfristig eine Entscheidung zu treffen und will der Reko nicht beitreten. "Das Thema ist so komplex und so wichtig, ich will darüber nicht um fünf vor Zwölf im Blindflug entscheiden. Wir haben viel zu wenig Hintergrundwissen", kritisierte Wolfgang Tress (FW). Bernhard Beck (FW) schlug vor, eine Sondersitzung im Mai anzuberaumen und Reko-Geschäftsführer Wilfried Franke dazu einzuladen. Anton Langer (FW) bezeichnete die Beschlussvorlage als "schlampig", denn die Aussagen über Kosten und potenzielle Teilnehmer seien viel zu vage. Wie Josef Metzler (FW) sieht auch Roland Grossmann (FW) keine Notwendigkeit, sich der Reko GmbH anzuschließen. Die Gemeinde könne die Ökopunkte auch ohne Zwischenhändler managen.