Bei der Diskussion um den Haushalt 2017 in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates wies Aushilfskämmerer Robert Erath auf die einzuhaltenden Prinzipien wie "Haushaltswahrheit" und "Haushaltsklarheit" hin. Dabei ging es um den Posten "Bürgerwerkstatt", für den er 8000 Euro eingeplant hatte, was nach seinem Dafürhalten ausreichend wäre. Jörg Ehrlinspiel (Freie Wähler) wollte eine Aufstockung auf 20 000 Euro, um mögliche Projekte zu finanzieren, die als Ergebnis der Werkstätten angeschoben werden. Ob es in diesem Jahr überhaupt Ergebnisse geben wird, ist nach Ansicht von Robert Erath eher zweifelhaft. Das erste Halbjahr sei fast vorüber und um einen Klausurtag samt Referenten zu bezahlen, wären 8000 Euro genug. Wolfgang Treß (FW) stimmte dieser Einschätzung zu, worauf Ehrlinspiel die geplante Aufstockung auf 12 000 Euro verringerte, was der Gemeinderat auch billigte. Bernhard Beck (FW) monierte, dass das Gremium sich ohne Vorberatung mit dem Haushalt beschäftige, um im Vorfeld die "großen Linien" festzulegen. "Man hätte vorher eine Sitzung machen können", erklärte Beck. Hierauf erwiderte Bürgermeister Jürgen Hoffmann, dass sich der Gemeinderat ja an die Kommunalaufsicht gewandt hätte, um die Rechtmäßigkeit von Vorberatungen mit der Gemeindeordnung abzuklären. Die Feststellung der Behörde laute, dass jegliche Haushaltsberatung öffentlich stattfinden müsse.

Der finanziell schwierigen Situation ist geschuldet, dass dieses Jahr nur 50 000 Euro für den Grunderwerb zur Verfügung stehen, obwohl die weitere Ausweisung von Bauplätzen wünschenswert wäre. Unklar war man sich im Gremium, ob die Familienförderung beim Bauplatzverkauf, für die 15 000 Euro angesetzt sind, tatsächlich benötigt werden, wenn es kaum mehr freie Plätze gibt. "Der Förderzeitraum gilt bis fünf Jahre nach dem Kauf", erläuterte Rathauschef Hoffmann. Auf dem Wunschzettel steht auch die DSL-Anbindung von Glashütten und Judentenberg, was rund 700 000 Euro kostet, wofür die Gemeinde einen Landeszuschuss von 560 000 Euro erhalten würde. Eine Vorgabe des Landes muss die Kommune mit der Einrichtung des Ökokontos erfüllen, wofür 2017 rund 15 000 Euro in den Haushalt eingestellt werden. Keine Abstriche will man beim Zuschuss für das Mittagessen der Grundschulkinder machen, wo man mit Ausgaben von 25 570 Euro und Einnahmen von 4400 Euro rechnet.

Martin Rieger (Freie Wähler) fragte abschließend, ob es möglich sei, den Haushaltsplan digital zu erhalten, was Ehrat verneinte. Kathrin Hecht (FW) hätte gern die gedruckte Version des Planwerkes und so wird man für etwa 250 Euro noch ein paar Exemplare nachdrucken.