Vor knapp zwei Jahren konnte der Sportverein Illmensee die Einweihung seines renovierten Vereinsheims feiern. Nun sind auch die finanziellen Belastungen abgebaut, wie Olaf Brandt, der als Vorsitzender und Kassierer fungiert, in seinem Kassenbericht erläuterte. Aber schon laufen wieder die Planungen und Umsetzung der nächsten Projekte an. So gab Manfred Fetscher Einblicke zum geplanten Regenwasser-Auffangbecken und der Bewässerungsanlage. Nach der Fertigstellung soll die Wassermenge für die Hälfte des Platzes ausreichen. Dazu soll dann im Anschluss an die Fußballsaison auch das Spielfeld saniert werden. Ein Dorn im Auge sind den Verantwortlichen die beiden "Blechbüchsen". Die beiden Container sollen überdacht und verkleidet werden. Damit wird dann Platz für die großen Gerätschaften entstehen. Und die Finanzierung der geplanten Objekte ist größtenteils auch bereits in trockenen Tüchern, belegte Olaf Brandt. Eine weitere Baustelle ist die Suche nach einem Bewerber für die geplante FSJ-Stelle (Freiwilliges Soziale Jahr). Diese Stelle soll zusammen mit der Grundschule ausgefüllt werden, aber ein geeigneter Bewerber hat sich bisher noch nicht gefunden. Olaf Brandt erhofft sich mit Hilfe dieser Position neue Strukturen in der Jugendarbeit schaffen zu können. Das Ziel wäre es, eine Selbstverwaltung, ein eigener Etat und eines noch bessere Integration der Jugendlichen zu erreichen.

Sportlich läuft es beim SV Illmensee nicht überall prächtig. Nach dem Highlight des letzten Jahres, dem Aufstieg der ersten Mannschaft in die Bezirksliga, kämpfen die Fußballer mittlerweile gegen den Abstieg. Dafür erweist sich die Mountain-Bike-Challenge rundum erfreulich. Obwohl als Breitensportveranstaltung angelegt, melden sich in Illmensee auch WM-Teilnehmer an, was die Verantwortlichen doch etwas mit Stolz erfüllt. Und finanziell trägt dieses Ereignis doch einen gehörigen Brocken zur guten Vereinskasse bei.

Neben einigen eindrucksvollen Videos schwärmte Abteilungsleiter Martin Rieger auch für einen möglichen "Buckel-Rundkurs". Auf so einer Strecke werden die "Bump-Bikes" nur durch die Schwungbewegung angetrieben – also ohne Treten der Pedale. Zwei eventuelle Standorte hat er dabei bereits im Blick. Zudem sieht er dafür auch einen Mehrwert für die Gemeinde.

Über die breit aufgestellte Abteilungsstruktur zeigte sich Olaf Brandt besonders erfreut. Mittlerweile kann der Verein auf 17 Abteilungen mit 484 Mitgliedern blicken. Jüngstes Mitglied in dieser Runde ist die Tischtennis-Abteilung mit einer Gruppe Jugendlicher und Erwachsener. "Die Erwachsenen wollen ab September auch erstmals an Rundenspielen teilnehmen", ergänzte Christian Schroeder, der die Jugend trainiert. Schon etwas länger dabei ist der Frauen-Sport-Treff. Die Damen feiern jetzt nämlich ihr 25-jähriges Bestehen. Dazu meinte Olaf Brandt: "Toll, wie sich diese Gruppe entwickelt hat" und ergänzte noch, dass diese Abteilung eine gewichtige Rolle im Verein spiele. Dabei vergaß er auch nicht zu erwähnen, dass sämtliche Funktionen beim SV Illmensee ehrenamtlich ausgeführt werden.

 

Abteilungen und Leiter

Fußballaktive: Uli Knobel und Marco Kernler, Alte Herren: Hans Berenbold, Jugend: Andre Mutter und Sascha Baier, Hallenfußball: Rainer Blum. Montagskicker: Adrian Rösch. Tennis: Monika Bock. Kraft & Power: Heike Seeger/Ursula Ehrlinspiel. Badminton: Bernd Eisenhardt. Senioren-Turnerfrauen: Rosa Rösch und Hedi Hecht, Frauen-Sport-Treff: Marita Waibel, Lisa Frick-Rimmele und Toni Uhl. FitnessgruppePowerfrauen: Christine Dupin, L. Georgi, Evi Kern. Kinderturnen: Gesine Brauer. Step-Aerobic: Evi Kern. Mountainbike-Challenge: Martin Rieger. Senioren-Gymnastik: Antonie Uhl und Otto Lohr. Tischtennis, Erwachsene: Alexander Baier, Tischtennis-Kinder: Christian Schröder, Rolf Biesenberger, Jörg Lehmann.

„Wir pflegen unsere Gemeinschaft und organisieren Freizeiten“

Hedi Hecht ist seit 38 Jahren bei den Turnerfrauen und leitet diese Gruppe.

Hat sich seit der Gründung der Abteilung bis heute Wesentliches verändert?

Hauptsächlich verändert sich unser Übungsmaterial. Wie zuletzt die „Stabies“, die wir für die Stärkung der Untermuskulatur einsetzen oder auch Gymnastikbänder. Neue Materialen, die wir benötigen, werden von unserem Verein immer problemlos finanziert. Dazu gehen unsere Übungsleiterinnen auf diverse Kurse, um mit dem erworbenen Wissen wieder vielfältigere Übungsstunden anbieten zu können.

Und hat sich auch auf der menschlichen Ebene vieles verändert?

Auf jeden Fall hat es die Mitglieder unserer Gruppe enger zusammengeschweißt. Wir sind zum Beispiel alle per „Du“. Das war aus Respektgründen vor dem Alter nicht immer so. Und wir pflegen unsere Gemeinschaft zum Beispiel auch in der Sommerpause. Wir organisieren einen Hüttenaufenthalt, machen Fahrradtouren, gehen Wandern oder treffen uns zum Grillen. Und auch in den Übungsstunden darf es mal das eine oder andere Schwätzchen sein.

Was ist ihnen besonders wichtig?

Der Respekt und die Rücksichtnahme aufeinander. Es ist mir ein Anliegen, dass auch Frauen mit 83 Jahre noch zu den Übungsstunden kommen und mitmachen.

Fragen: Robert Reschke