Wem hat diese Strafanzeige etwas gebracht? Wohl niemandem. Bürgermeister und Gemeinderat haben eine schallende Ohrfeige bekommen und sich bis auf die Knochen blamiert. Leidtragender ist in erster Linie der Beschuldigte, dem damit nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch erheblicher persönlicher Schaden zugefügt wurde. Das trifft ohne Ansehen einer Person jeden, dem etwas vorgeworfen wird, das sich im Rahmen der Ermittlungen als nicht zutreffend erweist. Geschadet hat diese Aktion auch dem Projekt und letztlich der Gemeinde selbst.

Was wäre wohl im vorigen Jahr mit den Gebäuden geschehen, wenn diese noch im Eigentum des Bundes gewesen wären? Die Bundeswehrliegenschaften in Sigmaringen und Meßstetten als naheliegende Beispiele sind Erstaufnahmestellen für Flüchtlinge. Es würde manchem anstehen, sich mal durch den Kopf gehen zu lassen, was das für die Göge und die nähere Umgebung bedeutet hätte.

Wie soll es nun weitergehen? Führen die verhärteten Positionen dazu, dass der Park nicht auf dem früheren Militärgelände in Hohentengen, sondern anderswo entsteht? Es ist gut vorstellbar, dass andere Kommunen sehr gern eine derartige Anlage auf ihrer Gemarkung hätten. Sie schafft nicht nur Arbeitsplätze und beteiligt lokalen wie regionalen Handel und Gewerbe, sondern erlangt als Publikumsmagnet weitreichende Bedeutung und lässt letztlich auch Steuergelder in die Gemeindekasse fließen.

Im Idealfall setzen sich nach dieser Blockade alle Beteiligten wieder zusammen, um den Lern- und Erlebnispark in Hohentengen zu verwirklichen. Ein zerschnittenes Tischtuch lässt sich wieder zusammennähen, die sichtbare Naht kann den Zusammenhalt sogar stärken. Rat und Hilfe von Fachleuten anzunehmen ist mit Sicherheit vernünftiger, als sich der Dienste selbst ernannter grauer Eminenzen zu bedienen.