Die Firma NMH hat den Temp-Award gewonnen. 2009 von der Wirtschaftskrise extrem betroffen, macht der Maschinenbauer laut seines Presseberichts seit 2011 wieder Gewinn und steigerte seinen Umsatz von 9 auf 16 Millionen Euro. Das läge unter anderem an den herausragenden Teamleitern, hätte die Jury geurteilt.

Als Alexander Frick das Hohentengener Unternehmen 2005 als geschäftsführender Gesellschafter übernahm, musste er praktisch an allen Stellschrauben gleichzeitig drehen. Beispiel: Es gab zwar für den gesamten Betrieb Kennzahlen, allerdings nicht für einzelne Abteilungen. Ein harmonisches Zusammenspiel der Abteilungen existierte nicht, wie es der gelernte Werkzeugmacher in seinem eigenen Betrieb aufgebaut hatte. Relativ schnell kam die Finanz- und Wirtschaftskrise. Als Grund für den Turnaround nennt der 47-Jährige vertraute Führungskräfte und gute Mitarbeiter, die auch schwieriger Zeit an den Erfolg des Unternehmens geglaubt haben: „Voraussetzung war die eigene Aufrichtigkeit, denn die Fakten haben wir auf den Tisch gelegt“.

Für den Unternehmer sei der Kauf der NMH eine Herausforderung gewesen: Bisher hatte er einen Werkzeugbetrieb mit 20 Mitarbeitern aufgebaut und geführt. „Montage- und Messprozesse sowie Mess-Software waren neue Themen für mich“, erzählt er. Außerdem war der Betrieb mit 100 Mitarbeitern wesentlich größer und komplexer. Seit neun Jahren arbeitet er nach der sogenannten Temp-Methode. Die entwickelte Unternehmensberater Jörg Knoblauch für kleine und mittelständische Betriebe.

Die NMH hat den Temp-Award für den Mittelstand gewonnen. Die Jury honoriert damit die Entwicklung des Maschinenbauers, der sich solide entwickelt hat. Links: Firmenchef Alexander Frick bei einem Meeting. Bild: Firma
Die NMH hat den Temp-Award für den Mittelstand gewonnen. Die Jury honoriert damit die Entwicklung des Maschinenbauers, der sich solide entwickelt hat. Links: Firmenchef Alexander Frick bei einem Meeting. Bild: Firma | Bild: Jens Gieseler

Knapp 3500 Kunden nutzen die NMH-Produkte – von Audi über Liebherr bis ZF Friedrichshafen. Die Käufer werden immer anspruchsvoller und kostenbewusster. Beispielsweise sind der Stromverbrauch und die Lebenszeit einer Maschine, Details nach denen Einkäufer längst fragen. „Wir haben auch darauf reagiert, indem wir Service, Wartung und Instandhaltung ausgebaut haben“, erzählt Frick.

Innovation und Qualität sind nur mit guten Mitarbeitern zu erreichen, so die Firmenphilosophie. Doch nach der Unternehmensübernahme musste Frick feststellen, dass selbst die Prozesse an einzelnen Arbeitsplätzen nicht definiert waren und es nicht alle Führungskräfte verstanden, ihr Team zu guten Leistungen zu motivieren. Entsprechend variierte Quantität und Qualität von Mitarbeiter zu Mitarbeiter.

Sichtbares Ergebnis der positiven NMH-Entwicklung ist der 6500 Quadratmeter große Neubau, in dem seit Oktober 2015 gearbeitet wird. „Wir haben uns vorher überlegt, wie die Arbeitsabläufe funktionieren und die Produktion entsprechend aufgebaut“, sagt Frick. Jeder einzelne Arbeitsplatz entspreche modernen Anforderungen. Darüber hinaus biete die Firma ihren Mitarbeitern Weiterbildung in der eigenen Akademie, ein betriebliches Gesundheitsmanagement sowie einem eigenen Versorgungswerk.