Die Sankt Georgskirche in Burladingen im Herbst, der Vogelsee bei Sonnenaufgang, die Lauchert, der Linzgau im Morgennebel – die Landschaft zwischen Alb und Bodensee ist faszinierend und hat so viel Schönes zu bieten. Dies wurde bei der Vernissage im Schloss Hettingen einmal mehr deutlich. „Entdeckungen“ lautet der Titel der Foto-Ausstellung, die noch bis Anfang Dezember zu sehen ist. Sechs passionierte Hobbyfotografen aus der Region sind daran beteiligt. Dass die Fotografie sowohl einen technischen und einen gestalterischen Apekt habe und als vollwertige Kunstform anerkannt werde, stellte Hettinger Bürgermeisterin Dagmar Kuster in ihrer Begrüßungsrede fest.

Auslöser für die Ausstellung war ein Besuch des Hettinger Hauptamtsleiters Marco Pudimat bei einer Einzelausstellung mit Aufnahmen von Jonas Goldau in der Sparkasse Pfullendorf. Der 21-jährige Auszubildende konzentriert sich in seinen Fotoarbeiten auf das Pfrunger-Burgweiler-Ried, den Linzgau, das Donautal und den Bodensee. Pudimat war von den Naturaufnahmen des jungen Pfullendorfers begeistert. Er musste seine Chefin nicht lange zur Organisation einer ähnlichen Ausstellung im Schloss überreden.

Doch da man sich in Hettingen ganz im Norden des Landkreises Sigmaringen befindet, war es der Gemeindeverwaltung ein Anliegen, weitere regionale Künstler mit einem Bezug zur Schwäbischen Alb ins Boot zu holen. Und so fanden sich fünf Fotografen, die den Schwerpunkt ihres Schaffens ebenfalls auf Landschaften und Natur gelegt haben.

Der Physiker Domink Flöß aus Inneringen widmet sich seit acht Jahren hobbymäßig der Fotografie, während er beruflich an der Uni Stuttgart auf dem Gebiet der Optik und Nanotechnologie forscht. Sein Bild „Sternspuren“ fesselte die Vernissage-Besucher, denn dank einer einstündigen Langzeit-Belichtung hatte er die Kreisbewegung der Sterne eingefangen. Vor fünf Jahren ist Karin Gomeringer aus Hettingen der Fotgrafie verfallen. Ihre Lieblingsmotive sind Sonnenuntergänge, Pflanzen und Landschaften. Sybille Ritter lebt seit 2002 auf der Schwäbischen Alb und fotografiert schon seit ihrem zwölften Lebensjahr. Wolfgang Kuster ist Mitglied des Vereins Burladinger Maler. „Ich male nicht mit dem Pinsel, sondern mit der Kamera“, sagt Kuster. Nach Experimenten in Schwarz-Weiß sei er nun bei den kräftigen Farben angekommen. Dominik Teschner lebt in Norddeutschland, wo er als Tierarzt in Schleswig-Holstein arbeitet. Doch seine Frau Verena stammt aus Hettingen, was Aufnahmen wie ein „Herbsttag am Sandgrüble“ erklärt.

Die Ausstellung dauert noch bis zum 4. Dezember. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 8 bis 12 Uhr, Dienstag 14 bis 17 Uhr und Donnerstag 14 bis 18 Uhr.