Zu einer Betriebsbesichtigung der Firmen Steinhart Metallwarenfabrik und der Tochterfirma Sun Orbit hatte das Aktionsbündnis „Für die Menschen und die Natur auf der Alb“ ins Laucherttal eingeladen. Dieses Bündnis setzt sich in erster Linie für die Erhaltung und Bewahrung der Natur- und Kulturlandschaft und gegen die „Verspargelung“ mit über 200 Meter hohen Windkraftanlagen ein. Die Veranstaltung mit über hundert Gästen, die teilweise von weit angereist waren, fand daher auch unter dem Motto Energieeinsparung und Energieeffizienz statt und galt als etwas Besonderes.

Wie das Aktionsbündnis mitteilt, stellten die Brüder Steinhart ihre Firmenstruktur kurz vor. Birgit Steinhart von der Bürgerinitiative Kettenacker und Sprecherin des Aktionsbündnisses brachte das Thema regenerative Energie und insbesondere Windkraft näher ein und stellte weitere Redner vor. So sprach Hans-Jörg Jung aus Herrenberg vom Deutschen Luftfahrtverband über die Problematik der Windmessung sowie die verwirrenden Regelungen zu den windkraftempfindlichen Vogelarten in Baden-Württemberg. Weiter berichtete der Landschaftsplaner und Visualisierungsfachmann Ulrich Bielefeld aus Überlingen darüber, wie die Landesregierung sich über geltendes Planungsrecht hinwegsetzen würde.

Eigentlicher Höhepunkt war jedoch ein gut bebilderter Vortrag des Physikers Jürgen Kleinwächter aus Lörrach. Er stellte das fünfköpfige Team der noch jungen Firma Sun Orbit vor, die einen so genannten Niedertemperatur-Stirling-Motor entwickelt hat und weiterentwickelt. Dieser Motor arbeitet nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung, das heißt, die bei jeder Energieerzeugung entstehende Abwärme wird dem System wieder zugeführt, mit dem Ziel einer deutlichen Energieeinsparung. Das Besondere an dieser Entwicklung sei, dass der Motor im Temperaturbereich zwischen 70 bis 180 Grad Celsius angesiedelt sei. Die Kraftmaschine könne bereits mit Kollektorwärme vom Dach, sowie mit anderen Heizsystemen (Holz, Pellets, Gewächshaus) betrieben oder kombiniert werden Kleinwächter berichtete von etlichen Ländern der Erde, in denen diese Technik bereits Fuß gefasst habe. Überhaupt sei diese Technik prädestiniert für Insellösungen in Ländern mit unzureichenden Stromnetzen. Ob diese Technik auch Einzug in deutsche Haushalte halte, bleibe jedoch abzuwarten. Dies würde der Markt zeigen. Jedenfalls ist diese Entwicklung im Sinne der Energie- und Kosteneinsparung zukunftversprechend. Die Teilnehmer bekamen danach noch die Gelegenheit, die Metallwarenfabrik in Aktion zu besichtigen und zeigten sich vom Einblick in ein hochtechnisiertes, produzierendes Gewerbe beeindruckt.