In Herdwangen-Schönach richten schwere Regenfälle seit Jahren Schäden an. Große Niederschlagsmengen überfluten Schächte und Straßen, Oberflächenwasser strömt in Keller, setzt Äcker unter Wasser und verwandelt Gärten in Sümpfe. Um bei Starkregen-Ereignissen gewappnet zu sein, strebt die Gemeinde an den kritischen Punkten eine Ertüchtigung der Kanalisation und Optimierung der Entwässerung an. Teilweise wurden bereits Durchlässe aufdimensioniert und verdolte Bäche geöffnet.

Workshops zur Problematik

Zwei Workshops haben sich mit der Problematik und mit dem kommunalen Starkregenmanagement befasst. Ende Juli 2021 fand der zweite Workshop zusammen mit Vertretern von Bauhof und Kläranlage, Wasserversorgung und Feuerwehr statt. Die Ergebnisse flossen in das Handlungskonzept ein, das aktuell von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) geprüft wird.

Grundlage weiterer Planungen

Sascha Messmer von Ingenieurbüro Breinlinger aus Tuttlingen stellte bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Dienstag das Handlungskonzept und die Starkregengefahrenkarten vor. Das Konzept soll als Grundlage weiterer Planungen etwa bezüglich kommunaler Baumaßnahmen dienen. Zur Erstellung der Starkregengefahrenkarten wurden für Alberweiler, Oberndorf, Herdwangen Nord, Herdwangen Süd und Schönach mit Sohl und Lautenbach verschieden starke Regenereignisse simuliert, eine Gefährdungs- und Risikoanalyse erarbeitet. Messmer zeigte auf, an welchen Stellen der Bau von Rückhaltebecken, Entwässerungsgräben, Wällen und Dämmen angebracht ist. Wo Bordsteine fehlen oder unzureichend seien, werde überschüssiges Wasser nicht in gewünschte Bahnen gelenkt – so dass auch die Bordsteinführung und Bordsteinanhebung ein Thema war, mit dem sich die Planer auseinandersetzten.

Hinweis auf mögliche private Schutzmaßnahmen

Messmer wies darauf hin, dass auch Privatpersonen ihr Hab und Gut schützen können. Weise die Garageneinfahrt ein Gefälle auf, sei es nicht verwunderlich, dass die Garage bei Starkregen voll Wasser läuft. Kellerabgänge und Lichtschächte könnten baulich vor dem Eindringen von Wasser geschützt werden. Erhöhte Schwellen, Schutzwälle oder Sandsäcke seien hilfreich, unerwünschtes Wasser abzuhalten und umzulenken.

Verschiebung wegen Corona-Lage

Die Öffentlichkeit soll über das kommunale Starkregenrisikomanagament und die Starkregengefahrenkarten informiert werden. Doch angesichts der Coronalage wird die Infoveranstaltung wohl erst im Frühjahr 2022 stattfinden können. Zudem sollen die Unterlagen nach Genehmigung durch die LUBW auf der Homepage der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden.