In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates ging es um das Interesse der Telekom, auf der Gemarkung Großschönach einen Mobilfunkmasten zu bauen. Eine Bürgerinitiative sieht das Vorhaben sehr skeptisch. Die hochfrequente, elektromagnetische Strahlung hat aus ihrer Sicht gesundheitsschädliche Auswirkungen. Der Gemeinderat beauftragte im November 2019 Hans Ulrich vom Münchner Ingenieurbüro funktechnalayse.de, ein Vorsorgekonzept zu erstellen und Alternativstandorte in diesem Bereich auszuloten.

Bürgermeister Ralph Gerster: „Telekom hat noch keine Auskunft erteilt.“

Bei der Gemeinderatssitzung waren zehn Mitglieder der örtlichen Mobilfunk-Initiative in die Bundschuhhalle gekommen und wollten unter dem Tagesordnungspunkt „Fragen aus der Bevölkerung“ über den Stand der Dinge informiert werden. Ihnen sei zu Ohren gekommen, dass sich die Telekom direkt an Grundstückseigentümer im von ihr priorisierten Bereich gewandt habe. Davon war Bürgermeister Ralph Gerster nichts bekannt. Er erklärte, dass die Telekom noch gar keine Auskunft erteilt habe, mit welchem Ausbaustandard der Netzbetreiber überhaupt plant. „Das muss jetzt auf den Tisch“, so Gerster. Die Gemeinde wolle sich keine Verhinderungsplanung vorwerfen lassen, weshalb das Gutachten für das weitere Vorgehen essenziell sei. „Wir brauchen die Vorsorgeplanung als Grundlage.“ Damit sichere sich die Gemeinde bei der Standortfrage ein Mitspracherecht.

Gutachten über Vorsorgeplanung und mögliche alternative Standorte wird öffentlich vorgestellt

Die Mobilfunkinitiative appellierte in der Sitzung, den Mobilfunk mit Augenmaß auszubauen: „So viel wie nötig und gewünscht und so wenig schädlich wie möglich.“ Es mache keinen Sinn, mit 5 G überzudosieren, wenn 3 G oder 4 G ihren Zweck bereits erfüllten. „Besteht überhaupt Bedarf für 5 G Ausbau oder ist die Netzabdeckung?“ Nach einer halben Stunde bat Gerster darum, die Diskussion abzubrechen. „Ich biete Ihnen gerne persönliche Gespräche an“, so der Bürgermeister, doch sei er kein Mobilfunk-Experte. „Wir haben mit Hans Ulrich einen neutralen Fachmann, der fundierte Aussagen machen kann.“ Ulrich werde das Gutachten im Rahmen einer Informationsveranstaltung noch öffentlich vorstellen und dann gebe es auch die Möglichkeit, weitere Fragen zu stellen.

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