Nach den Dorfplätzen in den Ortsteilen Herdwangen und Großschönach erhält auch die Ortsmitte von Aftholderberg im Rahmen des Entwicklungskonzepts 2030 ein neues Gesicht. Das Büro Senner aus Überlingen wurde mit der Planung von Kindergartenvorplatz, Bushaltestelle und öffentlichem Parkplatz beauftragt und hatte dem Gremium den Entwurf zur Umgestaltung und Aufwertung der Fläche im Juli vergangenen Jahres präsentiert.

In der Corona-Krise die Ausgaben im Blick behalten

Ob es mit der damals angepeilten Fertigstellung diesen Herbst/Winter klappt, ist mittlerweile fraglich. Zwar ist man trotz Corona-Pandemie mit dem Projekt im Zeitplan, doch eine Ausschreibung wollte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung nicht beschließen. Die Mehrheit des Gremiums hält weitere Einsparungen für dringend notwendig, da sich die Corona-Krise auch auf die wirtschaftliche Lage der Kommune negativ auswirken wird.

Mauer muss nicht komplett abgerissen werden

Vor der Diskussion hatte Tim Kaysers vom Planungsbüro erläutert, wo es bereits gelungen ist, zirka 46 000 Euro einzusparen. Wurden die Kosten im Juli 2019 noch auf rund 443 000 Euro brutto geschätzt, sprach Kaysers am vergangenen Dienstag von aktuellen Kosten in Höhe von rund 397 000 Euro. So habe sich zum Beispiel herausgestellt, dass es nicht notwendig sein wird, die bestehende Mauer an einer Grundstücksseite abzureißen und komplett neu zu bauen. Untersuchungen hätten gezeigt, dass sie standsicher sei. „Stellenweise müssen Abplatzungen und Risse ausgebessert werden“, so Kaysers.

Reckstange, Trampolin, Slackline und Tischtennisplatte geplant

Ausgaben seien auch durch weniger Belagsflächen und Veränderungen in Sachen Pergola und Ausstattung reduziert worden. Sandra Reddemann bedauerte, dass die Mehrgenerationen-Motorikgeräte dem Rotstift zum Opfer gefallen sind. Kaysers erläuterte, dass neben Boden-Trampolin, Slackline und Tischtennisplatte stattdessen eine kostengünstigere Reckstange geplant sei. Im Vorfeld seien Stimmen laut geworden, dass Motorikgeräte durch die ältere Generation in Aftholderberg wohl eher nicht in Anspruch genommen würden und sie dann unbenutzt herumstünden.

Regierungspräsidium sagt Zuschuss zu

Das Regierungspräsidium hatte der Gemeinde im März einen Zuschuss in Höhe von rund 196 000 Euro zugesagt. Dieser Zuschuss basiert auf der damaligen Kostenschätzung. Ralph Gerster erklärte auf eine Frage von Melanie Boos, dass sich der ELR-Zuschuss entsprechend neuer Einsparungsmaßnahmen ebenfalls reduzieren wird.

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„Wir bekommen 50 Prozent der Nettokosten bezuschusst“, so der Bürgermeister. Aufgrund der zu erwartenden finanziellen, durch Corona bedingten Einbußen für die Gemeinde beschloss das Gremium, die Planung nochmals überarbeiten zu lassen.

Kosten sollen um 20 Prozent reduziert werden

„Auf uns kommen die Folgen von Corona und Doppik-Einführung zu. Wir sollten bei dem Projekt massiv Kosten reduzieren und zwar in einer Größenordnung von 20 Prozent“, sagte Peter Atzenhofer. Es wurden Überlegungen laut, wo man Geld sparen könne, etwa bei der Bepflanzung, im Bereich der Parkplätze oder bei der Eindeckung der Pergola. Gerster plädierte dafür, keine Einzeldiskussionen zu führen und schlug vor, dem Planungsbüro den finanziellen Rahmen, sprich Reduktion um 20 Prozent, vorzugeben. Dem Vorschlag erteilte das Gremium mit einer Gegenstimme sein Einvernehmen.