Schon von weitem sind sie zu hören, die Traktoren und Sägemaschinen auf dem Gelände bei der Biogasanlage von Matthias Widemann in Sohl. Eifrig werden hier lange Baumstämme in praktisches Brennholz verwandelt. Und das für einen guten Zweck: Das Holz wird dem Nachbarschaftshilfeverein „Miteinander – Füreinander“ gespendet, der es an zwei Familien weitergibt, die das Holz benötigen.

„Holz für die Nachbarschaftshilfe“

Zufriedene Gesichter bei Engelbert Sittler vom Vorstand der Nachbarschaftshilfe und bei Tobias Zeh, der die Aktion organisiert hat. Letzterer war hellhörig geworden, nachdem er gehört hatte, dass zwei Bürger Holz übrig hatten – darunter Käferholz -, das sie nicht verkaufen konnten. „Da ist die Idee entstanden, das Holz für die Nachbarschaftshilfe zur Verfügung zu stellen“, schildert Tobias Zeh, der Obmann der Schnellergilde bei den Berggeistern ist.

„Brennholz für zwei Familien“

Konzentriert bei der Arbeit mit dem Holz ist Michael Zeh.
Konzentriert bei der Arbeit mit dem Holz ist Michael Zeh. | Bild: Stefanie Lorenz

Das Vorstandsteam des Vereins um Maria Kiamilidis und Engelbert Sittler brauchte nicht lange zu recherchieren – schnell waren zwei Familien aus Herdwangen und Egg gefunden, für die es eine schöne Entlastung ist, helfende Hände bei der Beschaffung ihres Brennholzes zu haben.

Acht Männer und zwei Kinder helfen mit

Matthias Widemann spaltet das Holz. Er hatte auch sein Gelände in Sohl für die Arbeiten zur Verfügung gestellt.
Matthias Widemann spaltet das Holz. Er hatte auch sein Gelände in Sohl für die Arbeiten zur Verfügung gestellt. | Bild: Stefanie Lorenz

Nun musste nur noch ein fleißiger Trupp gefunden werden, der die Baumstämme in Brennholz zerlegt. Kurzerhand hat Tobias Zeh für diese Aufgabe „seine“ Schneller aus dem Narrenverein Berggeister Aftholderberg mobilisiert. Zeh ist Obmann der Gruppe und die starken Jungs zögerten nicht lange, die Arbeit für den Nachbarschaftshilfeverein zu erledigen. Acht Erwachsene und zwei Kinder krempelten schließlich die Ärmel hoch und halfen alle zusammen. Auch Engelbert Sittler half beim Holzmachen mit. Unterstützt wurden die Helfer dabei von zugkräftigen Maschinen, die verschiedene Besitzer zur Verfügung gestellt hatten, wie Sägespaltautomat, Teleskoplader, vier Traktoren und zwei Kipper. „Alles, was wir zur Verfügung hatten, haben wir aufgeboten“, sagte Tobias Zeh.

Hochmotivierte Helfer unterstützen Nachbarschaftshilfeverein

Auch der elfjährige Marwin packt kräftig mit an, damit die Arbeiten vorankommen.
Auch der elfjährige Marwin packt kräftig mit an, damit die Arbeiten vorankommen. | Bild: Stefanie Lorenz

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 15 Festmeter Holz wurden gespalten und über den Nachbarschaftshifeverein an die beiden Familien übergeben. „Wir wollten anderen in dieser besonderen Zeit helfen und auch für den Verein in unsere Gemeinde etwas tun“, schilderte Tobias Zeh seine eigene und die Motivation der Schnellergilde. Engelbert Sittler zeigte sich begeistert vom Einsatz der Truppe. Der Nachbarschaftshilfeverein „Miteinander – Füreinander“ in Herdwangen-Schönach biete derzeit weiterhin unterstützende Hilfe, wie etwa im Haushalt, beim Einkaufen, im Garten oder als Begleitung beim Arztbesuch an, schilderte Sittler.

Hilfe beim Einkaufsdienst wird kaum in Anspruch genommen

Seit der Corona-Krise hat der Verein über sein übliches Angebot hinaus einen Einkaufsdienst eingerichtet, der kostenlos ist. Nach Rücksprache mit den Geschäften im Ort, werden die Einkäufe bargeldlos von den Mitgliedern des Vereins getätigt. Die Kunden bezahlen die Beträge später per Rechnung. Wie Engelbert Sittler dem SÜDKURIER berichtete, sei dieser Einkaufsservice jedoch bislang kaum genutzt worden. „Wir hatten drei Aufträge“, bilanziert er. Offensichtlich hätten die Gemeindemitglieder ihre Versorgung in Corona-Zeiten anders gelöst. „Die Leute sind derzeit sehr zurückhaltend“, meinte Sittler. Gartentätigkeiten, wie Rasenmähen und Heckeschneiden seien allerdings weiterhin gefragt beim Nachbarschaftshilfeverein.

Nachbarschaftshilfe „Miteinander – Füreinander“

Brach liegt nach Auskunft von Engelbert Sittler derzeit zum einen die Nachmittags-Schülerbertreuung, die der Verein im Auftrag der Gemeinde durchführt. Und auch die Betreuungsgruppe für Senioren könne derzeit wegen der Corona-Krise nicht stattfinden. Er hoffe aber, so Sittler, dass die Gruppe bald wieder öffnen könne. „Wir sind dabei, ein Hygienekonzept zu entwickeln für die Zeit, wenn die Senioren wieder kommen dürfen“, sagte er.

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