Weil die Holzpreise rapide gesunken sind, verzeichnet die Gemeinde im forstwirtschaftlichen Betrieb geringere Einnahmen. Darüber informierten Walter Jäger vom Kreisforstamt und Revierleiter Daniel Benz in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Wurden 2014/15 für den Verkauf von gesundem Holz der Güteklasse B noch rund 100 Euro pro Kubikmeter erzielt, seien es aktuell um die 70 Euro. Käferholz bringe noch weniger ein, hier seien es etwa 60 Euro. Das Problem der niedrigen Preise werde in geringem Umfang mit der Vermarktung von Laubhölzern, Lärche und Douglasie überbrückt. Im Vergleich zur Fichte seien diese Bäume in den hiesigen Wäldern jedoch weniger verbreitet.

Ein Wald dient sowohl der Erholung als auch der Forstwirtschaft. Der Klimawandel macht vor allem Fichten zu schaffen.
Ein Wald dient sowohl der Erholung als auch der Forstwirtschaft. Der Klimawandel macht vor allem Fichten zu schaffen. | Bild: Kirsten Johanson

Brennholzmarkt ist stark laubholzgeprägt

Wer als Kamin- oder Kachelofenbesitzer denkt, dass die Brennholzpreise in Anbetracht der großen Menge an Käfer- und Sturmholz sinken, liege falsch, informierte Walter Jäger: "Der Brennholzmarkt ist stark laubholzgeprägt und so gesehen völlig unabhängig von der Preisentwicklung bei der Fichte." Der Preis für Brennholz (Buche/ Esche) liege derzeit stabil bei etwa 62 Euro je Festmeter, wenn es nicht als Meterholz aufgesetzt, sondern in langer Form an der Waldstraße gekauft werde. Auch das Bauholz werde für den Verbraucher nicht billiger, denn die gute Baukonjunktur sorge derzeit für eine große Nachfrage.

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Kein Frischholzeinschlag im ersten Quartal 2019

Bei der Holzernte sind die Waldbesitzer laut Jäger derzeit fast ausschließlich mit Schadensbehebung und Schadensbegrenzung beschäftigt. Frischholz einzuschlagen sei aktuell nicht sinnvoll. "Im ersten Quartal 2019 wird es gar nicht eingeschlagen", sagte er. "Sturmholz aus ganz Mitteleuropa, extrem viel Käferholz aus Tschechien – das alles belastet die Märkte", machte er deutlich. Außerdem seien die einheimischen Wälder mit Käferholz geflutet. "Befallene Bäume müssen sofort eingeschlagen werden. Betroffen sind fast ausschließlich Fichten, vereinzelt auch Kiefer, Lärche und Tanne." Am besten werde das Käferholz sofort abtransportiert und entrindet. Könne das Holz nicht gleich abgefahren werden und müsse länger im Wald liegen bleiben, werde es unter Umständen zur Entseuchung mit einem Pestizid bespritzt.

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Käfer lieben warmes und trockenes Wetter

Ein Käferweibchen könne bei idealen Wetterbedingungen – warm und trocken – bis zu 40 000 Nachkommen im Jahr hervorbringen. Deshalb wünschen sich Forstleute wie Walter Jäger und Daniel Benz, dass es ein nasses, kaltes Frühjahr wird. Was den auf zehn Jahre angelegten forstwirtschaftlichen Betriebsplan betrifft, sind laut Zwischenbericht von Revierleiter Daniel Benz bereits 70 Prozent vollzogen. "Es wird bis 2023 auf 110 Prozent des Planansatzes hinauslaufen", erzählte er. Benz teilte zudem mit, dass im Gemeindewald dieses Jahr abgesehen von Nachbesserungen und Ergänzungen keine neuen Kulturen gepflanzt werden.