Seit einem halben Jahrhundert schlagen die Herzen von Otto und Ursula Haiß für die Aftholderberger Fasnet, seit 50 Jahren sind die beiden mit Leib und Seele bei den Berggeistern aktiv. Für dieses Engagement wurde dem Ehepaar beim Närrischen Frühschoppen am Sonntag im Gasthaus Frieden die seltene Auszeichnung der Ehrenmitgliederschaft im Verein verliehen. „Ihr seid in den Olymp aufgestiegen“, wie Markus Dittmer, Vize-Chef der Geisterschar, in seiner launigen Laudatio verkündete.

Sind in den Olymp der Ehrenmitglieder der Berggeister aufgestiegen: Ursula Haiß (Zweite von links) und Otto Haiß (Dritter von links). Narrenchefin Barbara Pudimat und Vize-Chef Markus Dittmer überreichen eine leckere Torte mit Mini-Haiß-Figuren.
Sind in den Olymp der Ehrenmitglieder der Berggeister aufgestiegen: Ursula Haiß (Zweite von links) und Otto Haiß (Dritter von links). Narrenchefin Barbara Pudimat und Vize-Chef Markus Dittmer überreichen eine leckere Torte mit Mini-Haiß-Figuren. | Bild: Lorenz, Stefanie

Die Fasnet mit stimmungsvoller Musik zu bereichern, das ist Otto Haiß eine Herzenssache. Ein Stimmungsmacher par excellence ist er, ob alleine oder mit anderen Musikanten – etwa vor vielen Jahren zu dritt als Gruppe „Enzian“ – sorgte er für schöne Klänge beim Bunten Abend und anderen Fasnetsveranstaltungen der Berggeister. Stimmung pur bei seinem mitreißenden „Rucki – Zucki“ oder „Die Hände zum Himmel“, daran erinnern sich viele Mitglieder gerne.

Der Fanfarenzug Großstadelhofen sorgt für stimmungsvolle Musik auf der Bühne. Mit viel Schmackes bläst dabei der fünfjährige Janne als eines der jüngsten Mitglieder seine Trompete.
Der Fanfarenzug Großstadelhofen sorgt für stimmungsvolle Musik auf der Bühne. Mit viel Schmackes bläst dabei der fünfjährige Janne als eines der jüngsten Mitglieder seine Trompete. | Bild: Lorenz, Stefanie

Auf 50 bewegte Jahre blickte Otto Haiß im Gespräch mit dem SÜDKURIER zurück. Von Sentenhart sei er nach Aftholderberg gezogen und habe unter dem damaligen Narrenchef Ernst Weber begonnen, in der Fasnet aktiv zu werden. Besonders gerne erinnert er sich an den stimmungsvollen Abend, als er zum ersten Mal mit dem Förster den Narrenbaum mit dem Traktor aus dem verschneiten Wald geholt hat. „Der Wagen ist ab und zu umgefallen“, schmunzelte Otto Haiß. Trotzdem habe am Ende natürlich ein stolzer Baum die Fasnet geziert. „Es war eine schöne Zeit“, sagt Otto Haiß rückblickend. Seine Ursula war stets an seiner Seite, ist auch heute noch bei der Gruppe der „Apfelweible“ aktiv und macht bei Vorführungen beim Bergfest mit. Am Sonntag ernannte Markus Dittmer nun die beiden Aftholderberger Urgesteine zu „Großfürst Otto, der Ha(e)iße“ und „Großfürstin Ursel vom Goldenen Apfelbaumberg“. Weitere Ehrungen von Vereinsmitgliedern nahm Ewald Hermann, Landvogt der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee, gemeinsam mit Narrenchefin Barbara Pudimat vor (siehe unten).

Elmar, der Elefant, wird bei der Messe in der Eulogiuskirche mit bunten Flicken geschmückt (hier von Gabi Möhrle). Er steht für die bunte Vielfalt des Lebens.
Elmar, der Elefant, wird bei der Messe in der Eulogiuskirche mit bunten Flicken geschmückt (hier von Gabi Möhrle). Er steht für die bunte Vielfalt des Lebens. | Bild: Lorenz, Stefanie

Zuvor standen vielfältige Tänze beim Frühschoppen im Mittelpunkt: So hatten etwa die Sauldorfer Showtänzer von „Hop-A-Holix“ mit einer eindrucksvollen Choreografie die kuschelige Frieden-Bühne in eine „Fifty Shades of Grey“-Kulisse verwandelt, wie Barbara Pudimat in ihrer Ansage der Tanznummer bemerkte. Die Geschichte vom braven Mädchen, das in eine geheimnisvolle Welt eintaucht, stellten die jungen Tänzer in ihren funkelnden Kostümen so mitreißend da, dass der Applaus kaum mehr enden wollte. Da saß jeder Schritt, da stimmte die Chemie zwischen den Akteuren auf der Bühne. Den Saal zum Mittanzen brachten die ganz kleinen Berggeister: Der Narrensamen ließ die Biene Maja auf der Bühne umher summen und die Zuschauer hielt es nicht mehr auf den Stühlen, sie breiteten die Flügel aus und waren begeistert mit dabei beim Bienentanz. Die Vielfalt der Tanzvorführungen rundete die Line-Dance-Gruppe der Berggeister ab. Konzentriert setzten sie ihre synchronen Schritte als flotte Cowgirls und auch hier gingen die Zuschauer den Rhythmus voll mit. Klatschen und Schunkeln war beim Auftritt des Fanfarenzugs Großstadelhofen angesagt, der die Narrenschar in der Fasnet begleitet.

Beim Frühschoppen werden auch neue Mitglieder aufgenommen. Annette Schatz (links) und Jessica Möhrle (rechts) lassen die beiden Neu-Berggeister Hannah-Marie Härle (Zweite von links) und Maria Meyer (Dritte von links) balancieren. Zum Aufnahmeritual gehört dann noch der giftig-grüne Geistertrunk.
Beim Frühschoppen werden auch neue Mitglieder aufgenommen. Annette Schatz (links) und Jessica Möhrle (rechts) lassen die beiden Neu-Berggeister Hannah-Marie Härle (Zweite von links) und Maria Meyer (Dritte von links) balancieren. Zum Aufnahmeritual gehört dann noch der giftig-grüne Geistertrunk. | Bild: Lorenz, Stefanie

Festzug von Kirche zum Gasthaus

Unter seinen Klängen waren die Teilnehmer am frühen Morgen in einem bunten Festzug von der Eulogius-Kirche in das Gasthaus Frieden gezogen. Denn traditionell gibt es vor der Frühschoppen-Gaudi eine besinnliche Messe, die von den Berggeistern mitgestaltet wird. Im Mittelpunkt stand die von Barbara Pudimat erzählte, wunderbare Geschichte von Elmar, dem Elefanten, der mit seiner Buntheit Freude in die graue Herde bringt – ein wunderbares Gleichnis für das Akzeptieren und Lieben von Vielfalt und Verschieden-Sein in unserer Gesellschaft. „Der bunte Elmar erinnert uns daran, dass wir so sein dürfen, wie wir sind, mit unseren Kanten und Macken“, sagte Gemeindereferentin Elisabeth König, die mit geschliffenen Reimen auch witzige Ereignisse im Kirchenjahr Revue passieren ließ. Mit bunten Flecken durften die Gottesdienst-Besucher den Elefanten Elmar auf der Pinnwand vor dem Altarraum verschönern – am Ende leuchtete er in bunten Farben in der schönen Pfarrkirche.

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Narrenverein ehrt verdiente Mitglieder und freut sich über Neuaufnahmen

  • Für fünf Jahre aktive Tätitgkeit im Narrenverein Berggeister wurden mit der Medaille in Bronze geehrt: Benjamin Bäuerle, Gabriele Bernhardt, Lucas Lallathin, Thorsten Lorenz, Katja Mattes, Amelie Steidle und Selina Wiesbeck
  • Für zehn Jahre aktive Tätitgkeit im Verein wurden mit der Medaille in Silber geehrt: Anja Keller, Daniel Lorenz, Jessica Möhrle, Markus Vöhringer, Julia Weißhaupt, Dominik Widemann, Jennifer Glorius, Nina und Tanja Lorch.
  • Für 15 Jahre aktive Tätitgkeit im Verein wurden mit dem Orden in Silber geehrt: Patrick Blender, Iris Geray, Melanie Gläser-Prosen, Andreas Hienerwadel, Annette Schatz, Martina Walk, Matthias Widemann und Birgit Zentner
  • Für 20 Jahre aktive Tätitgkeit im Verein wurden mit dem Orden in Gold geehrt: Markus Dittmer, Jochen Haas, Christoph König, Silvia Lorch, Markus Raff, Lothar Spresser und Uwe Weber.
  • Für 25 Jahre aktive Tätitgkeit im Verein wurden mit der Ehrennadel in Silber Gabi Möhrle und Hans Lallathin ausgezeichnet.
  • Neu aufgenommen wurden bei den Schnellern Felix Keller, Torben Dietrich und Jonas Krüger, bei den Berggeistern Hannah-Marie Härle und Maria Meyer sowie bei den Apfelweible Katja Mattes und Birgit Zentner. (sto)