Die Band Talking Horns aus der Kölner Gegend ließ in der Kunsthalle Kleinschönach ihre Holz- und Blechblasinstrumente eine beredte Sprache sprechen, die mit allerhand originellen musikalischen Dialekten und individuellen Klangfarben aufwartete. Das Publikum verstand sie auf Anhieb und hatte viel Vergnügen mit den humorvollen Musikern, ihren Eigenkompositionen und den kreativen Improvisationen. Mit Spielfreude gaben sie sich den Launen des Moments hin und nahmen die Stimmung ihrer Zuhörer auf.

"Er spielt alles, was aus Blech ist", stellte der Posaunist Achim Fink seinen Kollegen Stephan Schulze vor. Diese Eigenschaft passt jedoch zu allen vier Bläsern der Talking Horns, wie die Konzertbesucher hören konnten. Sie spielten verschiedenste Saxofone, Posaunen, Hörner, Trompeten, Tuba, Bassklarinette und, nicht zu vergessen, die Percussion-Instrumente. Durch die Abwechslung blieb das Klangerlebnis das gesamte Konzert über aufregend.

Auf dem Basar der Weltmusik

"Wir verlassen oft das weitläufige Gelände des Jazz und bummeln gerne auf dem Basar der Weltmusik", charakterisieren die Musiker ihren Stil. Die originellen Titel der Stücke wie "Trompetenärmel", "Das Eichhörnchenballett" oder "Neun Kölsch vier Korn" überlassen es dem Zuhörer, in welche Richtung er seine Fantasie lenken möchte. Manche Stücke seien völlig spontan, erklärte Achim Fink. "Sie haben Rhythmus, Melodie, aber nur noch keinen Namen." Deshalb taufte er eine Kleinschönach-Improvisation nach einem Ausspruch des Kultur-Organisators André Heygster: "Wie gut, dass man Ateliers vererben kann." Eine Percussion-Improvisation ließ Vogelgezwitscher hören, Gequake und ähnliche Laute in fröhlichem Ineinander. Der Titel "Wilder Disput über die Schönheit des Teichs" beschreibt in etwa das Hörerlebnis.

Das Konzert stieß auf eine so große Resonanz, dass die Veranstalter schnell Stühle herbeischaffen mussten. Die Stimmung im Flur der Kunsthalle war prächtig, sodass die Musiker noch zwei Zugaben spendeten – und die bereicherten Besucher etliche Scheine.