Sie kämpfen sich mit Motorsägen, Äxten und Harken durch das Dickicht. Steil fällt der Großschönacher Ramsberg ins Tal, sodass die Männer auch mit Seilen arbeiten, um sich zu halten. Das wichtigste ist die Teamarbeit: Hand in Hand erobern sich die zwölf Mitglieder der Reservistenkameradschaft Oberer Linzgau mit neun Mitstreitern des THW aus Pfullendorf das unwegsame Gelände. Seit dem frühen Morgen haben sie am Samstag nur ein Ziel: den Wald an der Vogtei auf dem Ramsberg von Ästen, Gestrüpp und sonstigem Dickicht zu befreien.

Der stolze Ramsberg, auf dem einst die Grafen von Ramsberg in einer stauferzeitlichen Hügelburg residierten, ist mit seiner dichten Bewaldung ein Wahrzeichen von Großschönach. Um die Anlage mit Burgresten, Klause St. Benedikt und Kapelle St. Wendelin kümmert sich der Förderverein Ramsberg St. Wendelin, der unterstützt werden soll. "Uns Reservisten liegt der Ramsberg auch deshalb am Herzen, weil wir jedes Jahr im Sommer unser Biwak dort veranstalten", berichtet Roland Pudimat, Chef der Reservistenkameradschaft. Deshalb wollten seine Männer einen Beitrag dazu leisten, dass der Berg, dessen Höhen per Wanderweg nicht nur Spaziergänger erklimmen, sondern der auch ein Teil des Jakobsweges ist, mit weniger Gestrüpp noch attraktiver wird und auch von hoch oben – 657 Meter über dem Meeresspiegel – wieder mehr von seinem atemberaubenden Blick auf den Oberen Linzgau freigibt. Dass das THW am Samstag mit im Boot war, freute Roland Pudimat besonders. "Mit dem THW verbindet uns seit Längerem eine Freundschaft. Bei unserer heutigen Aufgabe wollen wir voneinander lernen und von unseren Erfahrungen gegenseitig profitieren", betonte er.

Und es funktionierte: Schon zur "Halbzeit" am Mittag hatten die 21 Helfer viele Äste entfernt, das beackerte Gelände hatte deutlich an Wegsamkeit gewonnen. Noch bis zum Abend ging die Aktion weiter. Bruder Jakobus Kaffanke, Mönch vom Kloster Beuron, wurde in seiner heimeligen Klause am Samstag übrigens nicht vom Lärm der Sägen gestört, denn er war tagsüber nicht zuhause.