Der Linzgau-Rufbus (LRB) wurde 2017 in der Gemeinde als bedarfsorientiertes Angebot in Sachen öffentlicher Personennahverkehr eingeführt. Der Kleinbus fährt nach einem Fahrplan bestimmte Haltestellen an. Er setzt sich jedoch nur in Bewegung, wenn er gerufen wird. Wer mitfahren will, muss seinen Wunsch spätestens eine Dreiviertelstunde vor der Abfahrtszeit anmelden. Der Rufbus ist als Ergänzung des Regiobus-Angebots gedacht. Über die Fortführung des LRB nach dem Probejahr muss noch entschieden werden.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung informierte Bürgermeister Ralph Gerster über die aktuellen Daten und Fahrgastzahlen. Laut Betreiberfirma SR Pfullendorf benutzen aus Herdwangen-Schönach täglich sieben bis acht Menschen den Rufbus. Die Telefonzentrale der DB ZugBus Regionalverkehr teilte mit, dass der Bus im Zeitraum vom Januar bis Mai 2018 für 650 Fahrgäste bestellt worden sei und das Fahrzeug in diesem Zeitraum 8500 Kilometer zurückgelegt habe. "Damit liegen wir im Durchschnitt. Der Rufbus darf gerne mehr genutzt werden", sagte Gerster.

Noch keinen Kilometer gefahren

Das Modellvorhaben Bürgerrufauto, über dessen Einführung in der Bürgerwerkstatt und im Arbeitskreis Mobilität diskutiert wurde, steht allerdings vor dem Aus. Und das, noch ehe es einen Kilometer gefahren ist. "Wir haben über das Amtsblatt und in persönlichen Gesprächen versucht, ehrenamtliche Fahrer zu finden", sagte Bürgermeister Gerster in der Sitzung. Acht Menschen hätten sich bereit erklärt, das Auto zu fahren, darunter ein pensionierter Fahrlehrer. Die Verwaltung streckte dann ihre Fühler in die nächsten Nachbargemeinden aus. In Hohenfels fand sich noch ein Freiwilliger, doch laut Gerster braucht es einen Pool von 15 bis 20 Fahrern, um ein solches Bürgerrufauto am Leben zu hatten. "Es wäre zwar schön gewesen, aber es macht keinen Sinn, ein totes Pferd zu reiten", sagte er. "Die Initiative hatte zwar viele Befürworter, aber wir können uns keine Fahrer schnitzen." Zum Teil liegt es aus Sicht des Bürgermeisters auch daran, dass sich die Bewohner in abgelegenen Teilorten wie Oberndorf schon gut organisiert hätten.

Enttäuschte Gemeinderäte

Gemeinderat Manfred Demmer (Freie Wähler) machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. Gislar Klaiber (Freie Wähler) plädierte dafür, das Projekt nicht einfach zu den Akten zu legen. "Wir sollten das Bürgerrufauto nicht sang- und klanglos aufgeben." Die Mobilitätsumfrage habe ergeben, dass ein solches Alternativkonzept von Bürgerseite gewünscht sei. In der Tat waren die Bürgerdialogveranstaltung und die Mobilitätsinitiative mit zwei Arbeitskreisen in der Bevölkerung auf großes Interesse gestoßen. Klaiber schlug vor, das Auto-Projekt zunächst einmal ruhen zu lassen und danach nochmal einen Aufruf zu starten. Es bleibe ja auch abzuwarten, ob am Rufbus nach Ablauf des Probejahrs festgehalten werde.