Mit dem Grundsatzbeschluss vom Juni 2014 zur Erweiterung des Herdwanger Kindergartens am Standort des Sportplatzes war auch der geistige Grundstein für die Grüne Mitte gelegt. Im Oktober 2016 wurde im Kinderland das Einweihungsfest gefeiert. Am gestrigen Sonntag stand erneut eine Einweihung auf dem Programm: Die Grüne Mitte, womit der Bereich des ehemaligen Sportplatzes zwischen Grundschule, Bundschuhhalle und dem Kindergarten gemeint ist, wurde offiziell ihrer Bestimmung und der Öffentlichkeit übergeben.

Bürgermeister Ralph Gerster sagt bei der Einweihung: "Die Grüne Mitte lädt zum Spielen, Sport treiben, Erholen und Feiern ein."
Bürgermeister Ralph Gerster sagt bei der Einweihung: "Die Grüne Mitte lädt zum Spielen, Sport treiben, Erholen und Feiern ein." | Bild: Kirsten Johanson

Unter den Gästen in der Bundschuhhalle waren auch der frühere Bürgermeister der Gemeinde und heutige CDU-Bundestagsabgeordneter Lothar Riebsamen, die Grünen-Landtagsabgeordnete Andrea Bogner-Unden und Pfullendorfs Bürgermeister Thomas Kugler.

Pfarrer Josef Maurer spendete den Segen.
Pfarrer Josef Maurer spendete den Segen. | Bild: Kirsten Johanson

Pfarrer Josef Maurer zelebrierte die Eucharistiefeier, mit dem das Einweihungsfest seinen Anfang nahm. Er hatte sich für den Gottesdienst den Psalm 23 herausgesucht. "Der Psalm passt auch auf die Grüne Mitte, denn alles, was darin vorkommt, gibt es auch draußen: Grüne Auen, den Ruheplatz am Wasser, die Pfade", sagte Maurer.

Das regnerische Wetter hatte zu einer Planänderung geführt, denn die Einweihung und ein Teil des Rahmenprogramms hätten unter freiem Himmel stattfinden sollen. Selbst die Frühlingslieder des Grundschulchors konnten die hartnäckigen Regenwolken nicht vertreiben. Auch die Segnung der Grünen Mitte wurde kurzerhand unter das schützende Dach des Pausenhofs verlegt. Der Platz möge ein Ort der Erholung, der Freude und des Friedens sein, so die Segensworte des Pfarrers.

Das regnerische Wetter hüllt die Grüne Mitte gestern in einen Grauschleier. In Zukunft soll dort indes ein Ort der Begegnung und Zusammenführung entstehen.
Das regnerische Wetter hüllt die Grüne Mitte gestern in einen Grauschleier. In Zukunft soll dort indes ein Ort der Begegnung und Zusammenführung entstehen. | Bild: Kirsten Johanson

Die Planung für den Außenbereich hatte der in Herdwangen ansässige René Fregin von Plan Be übernommen. Gedacht ist die Grüne Mitte zum einen als Aufenthalts- und Spielbereich für die Kindergartenkinder und Grundschüler.

Die Grundschüler singen bei der Einweihung der Grünen Mitte in der Bundschuhhalle, doch selbst ihre Frühlingslieder locken die Sonne nicht hervor. <em>Bilder: Kirsten Johanson</em>
Die Grundschüler singen bei der Einweihung der Grünen Mitte in der Bundschuhhalle, doch selbst ihre Frühlingslieder locken die Sonne nicht hervor. Bilder: Kirsten Johanson | Bild: Kirsten Johanson

Vogelnestschaukeln, Kletterwand, Rutsche und Bolzplatz sorgen für Abwechslung. Doch die ganze Bevölkerung soll von der neu gestalteten Anlage profitieren. Ein gepflasterter Dorfplatz mit Sitzstufen, Wege mit Ruhebänken, ein Bouleplatz und ein Brunnen sind entstanden. "Der Bereich bietet viele Nutzungsmöglichkeiten und lädt Jung und Alt zum Spielen, Sport treiben, Erholen und Feiern ein", sagte Bürgermeister Ralph Gerster in seiner Ansprache. Er wünscht sich, dass die Grüne Mitte ein Ort der Begegnung und Zusammenführung wird. Künftig sollen dort Platzkonzerte, Aufführungen von Schule und Kindergarten oder Vereinsfeste stattfinden.

Gräser und schlanke Säulenkirschen bilden einen Teil der Bepflanzung. "Wir haben mit der Säulenkirsche eine schöne Blüte im Frühling und im Herbst leuchtend rotes Laub", hatte Fregin in einer der zahlreichen Gemeinderatssitzungen erklärt. Auch die gefüllt blühende Vogelkirsche, Spitzahorn, Winterlinde sowie weitere Bäumen, Sträucher, Bodendecker und natürlich Rasenflächen machen die Mitte im wahrsten Sinne des Wortes grün. Im Namen aller Vereine sprach Bernhard Grimm ein Grußwort. Er gestand, die Einweihung sei für ihn mit einem lachenden und einem weinenden Auge verbunden. "Über 50 Jahre lang war der Fußballplatz in der Dorfmitte das Herz des Vereins, ich selbst habe über 30 Jahre hier Fußball gespielt", sagte der Vorsitzende des Herdwanger Sportvereins. Doch auch für die Vereine sei die Grüne Mitte nun ein willkommener Treffpunkt mit idealen Voraussetzungen.

Die Jugendkapelle AlHeGro, der Musikverein, der Narrenverein Eselohren, der Herdwanger Sportverein und die Grundschule Herdwangen trugen mit musikalischer Unterhaltung und Bewirtung zum guten Gelingen des Festtages bei.

Finanzierung

Die Kostenschätzung für die Erweiterung und Sanierung des Kindergartens inklusive Gestaltung der Grünen Mitte und Sportplatzverlegung liegt bei 1,8 Millionen Euro. Die Gemeinde leistete einen Eigenanteil in Höhe von 1,1 Millionen Euro. Aus dem Ausgleichsstock und dem Krippenförderungsprogramm erhielt sie Gemeinde 574 000 Euro. Hinzu kamen Mittel aus dem ELR-Programm (Entwicklungskonzept Ländlicher Raum) und eine kommunale Investitionsförderung von jeweils rund 77 000 Euro. Der HSV baut einen neuen Sportplatz mit Vereinsheim am Ortsausgang von Herdwangen in Richtung Großschönach. (kaj)