Die Festgemeinde kommt zu Jahresbeginn aus dem Feiern nicht mehr raus. Am ersten Januarwochenende feierten die Dreizipfelritter mit tausenden Narren gleich drei Geburtstage und zum Monatsende finden die Eselohren aus Herdwangen, dass ihr 60. Geburtstag ein guter Grund ist, um am 28. Januar groß zu festen. In die närrische Veranstaltung eingeklinkt hat sich der Musikverein Herdwangen, der am 27. Januar ein großes Guggemusiktreffen veranstaltet. Im SÜDKURIER-Gespräch erläutern die Vorstandsteams der beiden Vereine die umfangreichen Vorbereitungen, die im Prinzip nach dem Fasnetsende 2016 begonnen haben. "Letztmals haben wir 2009 einen großen Umzug veranstaltet und wurden bei unseren Auftritten bei auswärtigen Narrentreffen immer wieder gefragt, wenn die Eselohren mal wieder etwas machen", schildern Hubert Baur und Rainer Neidhart die Situation.

Und weil die Narrentreffen in Herdwangen einen sehr guten Ruf haben, waren die Anmeldungen der angefragten Zünfte und Musikvereine ganz schnell da. Beim Jubiläumsumzug am Samstag, 28. Januar, 16.30 Uhr, werden 52 Zünfte erwartet mit 15 Musikkapellen und insgesamt bevölkern 2500 Hästräger den Ort. Mit dabei ist die Patenzunft der "Eselohren", die Überlinger Löwen und angemeldet haben sich auch die übrigen Zünfte der Narrenfreunde Linzgau sowie die Narrenzunft Südlicher Heuberg. "Um 10 Uhr findet ein Preisschnellen statt und um 14 Uhr gibt es einen Zunftmeisterempfang", ergänzt Narrenchef Hubert Baur. Den Narrenbaum stellt um 13 Uhr die Zimmermannsgilde Seefelden. Beim Zunftmeisterempfang wird auf Geschenke für die Gastgeber verzichtet, stattdessen bitten die Eselohren um eine Spende für den Kindergarten "Kinderland" in Herdwangen.

Da die Narren mit dem Musikverein ein tolles Verhältnis pflegen und man beispielsweise bei der Dorfhockete gut zusammenarbeitet, gab es ein Gespräch, ob man nicht eine Doppelveranstaltung organisieren sollte. Und weil bei den Musikern in diesem Jahr mit 20 Jahren Guggemusik und zehn Jahren "Hedos" auch zwei Geburtstagsanlässe anstanden, nutzte man die Gunst der Stunde. Der Musikverein organisiert am Vorabend des närrischen Stelldicheins ein Guggemusiktreffen. Fünf Gruppen, darunter "Lets Fetz" und die O-Town-Gugge haben schon zugesagt und aus Pforzheim reist die "Kieselbrunner Gugge Geiße" an, freuen sich Vorsitzender Rainer Brehm und Kassierer Andreas Schneider auf die Gäste.

Klar ist dem Führungsquartett der beiden Vereine, dass auf sie und ihre Mitglieder ein arbeitsintensives Wochenende wartet. Deshalb sind Narren wie Musiker dankbar, dass sich auch der Sportverein beteiligt, und ein 1200-Mann-Zelt aufstellt, das er auch bewirtet. Die Narren übernehmen die Bewirtung in der Bundschuhhalle und planen mit 120 Helfern und auch bei den Musikern hilft der ganze Verein mit, wobei Brehm mit rund 100 Helfern kalkuliert. Die Doppelveranstaltung ist nicht nur organisatorisch ein Kraftakt, sondern auch ein finanzielles Wagnis, denn die Auflagen und damit die Kosten für Festveranstaltungen werden immer größer. Neben dem Wirtschaftskontrolldienst wartet schon die Gema auf ihre Gebühren und nicht zu vergessen die Auflagen und damit Ausgaben für das Sicherheitspersonal.