Herdwangen-Schönach (kaj) Das Konzept für eine Nahwärmeversorgung für die kommunalen Gebäude und das geplante Seniorenwohnzentrum in der Dorfmitte von Herdwangen nimmt immer mehr Form an. Karsten Jäkel von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) präsentierte in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Ergebnisse der Ausschreibung. Im Vorfeld hatten im Rahmen eines Teilnahmewettbewerbs bis Anfang Dezember 2017 sieben Firmen ihr Interesse bekundet, von denen drei kurz darauf einen Rückzieher machten. Vier Bewerber wurden daraufhin zur Angebotsabgabe, unter Berücksichtigung der von der Gemeinde festgelegten Kriterien, bis Ende Februar aufgefordert. Während dieser Phase sprangen zwei weitere Firmen ab. Somit blieben Engie Deutschland, ein zum französischen Engie-Konzern gehörendes Unternehmen, und das Stadtwerk am See – eine Fusion der kommunalen Energieversorger der Städte Überlingen und Friedrichshafen – übrig.

Das Stadtwerk entpuppte sich mit Abstand als bester Bieter. Dessen Angebot beinhaltet eine Wärmeversorgung mit zwei Gas-Blockheizkraftwerken und einem Gas-Brennwertkessel zur Spitzenlastabdeckung. Auch sind die Kosten für die Wärmeanbindung an die Gebäude enthalten. Die Nahwärmeversorgung – es entstehen Kosten für die Gemeinde in Höhe von rund 47 000 Euro – soll das Stadtwerk übernehmen. Im nächsten Schritt wird der Vertragsentwurf mit dem Energieversorger ausgearbeitet und dem Gremium zum Beschluss vorgelegt. Im Frühjahr 2019, so die Prognose von Jäkel, kann die Verlegung der Nahwärmeleitungen beginnen. Als Termin für die Energielieferung nannte er den September 2019.

Der Kindergarten Kinderland bleibt bei der Nahwärmeversorgung zunächst außen vor, da er gerade erst mit einer neuen Heizung ausgestattet wurde. Die Umrüstung des Rathauses von elektrischen Nachtspeicheröfen auf ein Wassersystem muss die Gemeinde eigenständig leisten.