Großer Applaus für Celina. „Die Dampfwalze„ hat sie gerade für das Publikum in der Großschönacher Ramsberghalle gespielt. Die Freude an ihrem Auftritt war der jungen Saxofonistin anzumerken, von Unsicherheit keine Spur. Und das, obwohl das Mädchen alles andere als ein „alter Hase“ auf der Bühne ist: Celina spielt seit drei Wochen Saxofon.

„Morgen kommt der Weihnachtsmann“ – Mia und Lorena sorgen für besinnliche Stimmung mit ihren Saxophonen.
„Morgen kommt der Weihnachtsmann“ – Mia und Lorena sorgen für besinnliche Stimmung mit ihren Saxophonen. | Bild: Stefanie Lorenz

Jedes Jahr in der Adventszeit gibt die Musikkapelle Großschönach ihrem Nachwuchs im Rahmen einer kleinen Feier die Möglichkeit, das unter dem Jahr Gelernte zu präsentieren. Eltern, Großeltern, Geschwisterkinder und Freunde kamen am vergangenen Sonntag in die Ramsberghalle, um sich mit den jungen Instrumentalisten über deren Fortschritte zu freuen.

Da die Anfänger an Instrumenten wie Klarinette, Trompete, Posaune und Schlagzeug noch nicht im Vororchester der Musikkapelle spielen, ist es für die Mädchen und Jungen die einzige Plattform, ihr Können vor Publikum zu zeigen und Auftrittspraxis zu sammeln. Im entspannten Rahmen – „Ihr habt seit vielen Wochen auf diesen Tag hin geprobt. Wenn mal ein Fehler passiert, ist das in Ordnung, da passiert nichts“, ermuntert die Vorsitzende Sonja Befurt die Kinder vor dem Auftritt.

Jüngster Flötist ist sechs Jahre alt

Traditionell eröffnen die ganz Kleinen den musikalischen Reigen: die Blockflötengruppe. Der Jüngste unter den Flötisten ist gerade einmal sechs Jahre alt. „Hans, bleib da“, spielen Marla, Max, Alina und Celina für die Zuhörer. Über die Blockflöte erfolgt bei vielen Kindern der Einstieg in den Instrumentalunterricht, weiß Blockflötenlehrerin Susanne Schilke. „Das Instrument ist nicht sehr teuer und man kann relativ schnell Erfolge beim Musizieren erzielen“, sagt sie. Schilke hat die Erfahrung gemacht, dass die Kinder, die in der Musikkapelle Großschönach den Blockflötenunterricht besuchen, dies gerne tun – einfach, weil es ihnen Freude bereitet.

Tobias, Jakob, Fabian, Felix und Laura spielen den fetzigen „Jingle Bells Boogie“.
Tobias, Jakob, Fabian, Felix und Laura spielen den fetzigen „Jingle Bells Boogie“. | Bild: Stefanie Lorenz

Nicht stur die Unterrichtseinheiten ableisten, sondern die wöchentliche halbe Probestunde hin und wieder einmal locker gestalten, das ist Susanne Schilke wichtig. „Ich versuche, die Kinder auch in ihrem Bewegungsdrang mitzunehmen“, betont sie. Aufmerksamkeit für jeden ihrer kleinen Teilnehmer zu haben, ist ihr Ziel. „Jeder soll zum Zug kommen“, so Schilke.

Viele Weihnachtslieder werden an diesem zweiten Adventssonntag gespielt. Wenn etwa Luisa, Jaromir, Nils und Lara „Leise rieselt der Schnee“ auf ihren Trompeten und dem Tenorhorn spielen, kommt besinnliche Stimmung auf. „Morgen kommt der Weihnachtsmann“, intonieren Mia und Lorena auf ihren Saxofonen. Diese Gruppe ist die derzeit die größte beim Instrumentalunterricht. Am Sonntag spielten sieben junge Schüler vor, die von Hermann Kaister unterrichtet werden. Neben den festlichen Klängen gibt es aber auch flotte Musik. So spielt Kaister zusammen mit Laura den Rag „The Entertainer“ und Antonia intoniert auf der Querflöte das hebräische Volkslied „Hava Nagila“.

Der achtjährige Dominik spielt erst seit drei Wochen Posaune und eroberte die Herzen der Zuhörer mit „Au claire de la lune“.
Der achtjährige Dominik spielt erst seit drei Wochen Posaune und eroberte die Herzen der Zuhörer mit „Au claire de la lune“. | Bild: Stefanie Lorenz

Dass es in Großschönach Familien gibt, die durch und durch musikalisch sind, beweist unter anderem die Familie Halblaub. Der achtjährige Dominik begeistert mit „Au claire de la lune“ auf der Posaune, die er erst seit zwei Wochen spielt, und mit fetzigen Grooves am Schlagzeug. Mit Schwester Dorothea an der Klarinette spielt er auch ein Duett. Vater Götz und Mutter Christine sind ebenfalls in der Musikkapelle Großschönach aktiv. „Ich finde es wichtig, dass Kinder mit Musik aufwachsen“, sagt Götz Halblaub.

Den damit verbundenen zeitlichen und auch finanziellen Aufwand nimmt die Familie für das sinnvolle Hobby gerne in Kauf. „Kinder tun sich leichter als Erwachsene, ein Instrument zu erlernen. Deshalb ist es gut, wenn sie früh damit anfangen“, meint der zweifache Familienvater. Wichtig ist ihm, dass sein Nachwuchs dem Hobby gerne und ohne Zwang nachgeht. „Sie sollen Spaß daran haben“, betont Halblaub.

Seine Tochter hatte vor einer Woche ihr erstes Konzert mit der Jugendkapelle Alhegro. Zuvor durchlaufen die jungen Musiker das Vororchester Alhegro Kids. Dieses gibt unter Leitung von Tobas Allweyer zum Abschluss des schönen Adventsnachmittags eine Kostprobe und lässt dabei die Ramsberghalle ordentlich schwingen.