Bei der ersten Zusammenkunft des Gemeinderats nach der Sommerpause ist Biologe Ulrich Donath zu Gast gewesen. Der Referent Rohstoffsicherung des Regionalverbands Bodensee-Oberschwaben stellte dem Gremium die Fortschreibung der Planansätze zu den Themen Rohstoffabbau und Rohstoffsicherung vor. Bei einer Enthaltung stimmte der Gemeinderat der Fortschreibung zu.

Betreiber müssen alle Kosten für Erschließung tragen

Voraussetzung ist, dass das neue Gebiet erst dann erschlossen werden darf, wenn der Abbau in der bestehenden Tongrube abgeschlossen und eine Endrenaturierung zugesichert ist. Hinzu kommt die Auflage, dass die zukünftigen Inhaber der Abbaurechte sämtliche Kosten für die Erschließung der neuen Tongrube zu tragen haben. Donath sagte: "Die wichtigste Botschaft ist die, dass kein paralleler Abbau stattfinden wird."

Die Natur liefert Rohstoffe wie Lehm, Sand und Kies. Wie Donath erklärte, komme es vor allem bei Sand und Kies zu Versorgungsengpässen. Diese Stoffe seien für Bautätigkeiten unverzichtbar. Der Bedarf an Ziegeleirohstoff sei weniger hoch, dennoch gelte es, auch diesen Rohstoff zu sichern.

Betriebserlaubnis bis 2036

In Großschönach gibt es eine Tongrube mit zwei Abbauflächen. Sie hat eine Betriebserlaubnis bis 2036. Es handelt sich um den letzten Standort in der Region, an dem Ton abgebaut wird. Andere Tonlagerstätten wie etwa in Mengen und Fischbach bei Pfullendorf werden verfüllt, da sie erschöpft sind oder der Ton nicht mehr den Qualitätsanforderungen entspricht.

Folgestandort kommt im Bereich Waldhof

Als Folgestandort von Großschönach wurde ein Waldgebiet im Bereich Waldhof auserkoren, weil dort Lehm gefunden wurde. "Dieser Standort ist aus unserer Sicht realisierbar und relativ unkritisch für den Rohstoffabbau", sagte Donath.

In der Diskussion um den Tonabbau betonte Gemeinderat Sebastian Blender (FW), dass er es nicht in Ordnung finde, wenn die Tongrubenbetreiber die Flächen "auf den letzten Drücker" rekultivieren würden. "Eine Rekultivierung in kürzeren Abständen wäre besser." Ralph Gerster sagte in diesem Zusammenhang, dass die Gemeinde großen Wert auf das jährliche Monitoring lege.

Bürgermeister: "Betreiber halten Rekultivierungsplan ein"

"Die Betreiber halten den Rekultivierungsplan ein, auch wenn es gefühlt anders ist", sagte der Bürgermeister. Auch Gislar Klaiber (FW) sieht die Rekultivierung als einen problematischen Punkt an. Die Maßnahmen seien zum Teil unbefriedigend. "Mein Wunsch wäre es, die bestehende Tongrube bald zu schließen. Sie rückt näher an das Dorf und morgens ab 6 Uhr sind die Bagger zu hören, das wird langsam unangenehm."