Die Berggeister wissen, was ihren Gästen Spaß macht: Auch in diesem Jahr hat sich die Narrenschar um Chefin Barbara Pudimat mit „Zeigt her Eure Hobbys“ wieder ein Motto für ihr beliebtes Bergfest ausgesucht, das bunte Vielfalt versprach und auch hielt.

Aftholderberg im Hobby-Fieber: Muskelbepackte Ringer kämpften vor dem Kindergarten „Märchenland“, vor der altehrwürdigen Eulogiuskirche schwangen die sympathischen Mädels und Jungs beim „West-Coast-Swing“ das Tanzbein, mit Liebe zum Detail zusammengebaute Modelleisenbahnen ratterten über die Schienen in der Scheune und kunstvolle Tortenkreationen ließen den Zuschauern das Wasser im Munde zusammenlaufen. Sticken, Nähen, Holzarbeiten, Seifenkistenfahren – Sportler, Künstler und Sammler aus der Gemeinde und aus Nachbarorten präsentierten ihre Leidenschaften.

Lotta und Paul mit ihrer Mama Nina bestaunen die Eisenbahn des MEC Pfullendorf.
Lotta und Paul mit ihrer Mama Nina bestaunen die Eisenbahn des MEC Pfullendorf. | Bild: Stefanie Lorenz

Auf der sechs mal sechs Meter großen Matte vor dem Kindergarten patscht es ordentlich, als die kleinen und großen Ringer vom KSV Taisersdorf sich mit gekonnten Griffen und Überwürfen zu Boden befördern. „Das Ringen ist eine Sportart mit langer Tradition. Schon in der Antike bei den Olympischen Spielen wurde sie ausgeübt“, erläutert Daniel Höfler, Vorsitzender des 650 Mitglieder starken Vereins, den Zuschauern während der Schaukämpfe. Und stellt klar, dass – auch wenn so mancher Ringer ziemlich unsanft auf der Matte landet – dieser Sport weitaus weniger verletzungsanfällig sei als zum Beispiel der Fußball. Ab sechs Jahren können kleine Ringer im Verein aktiv werden, der KSV freut sich über weiteren Nachwuchs. Die Sympathien der Bergfest-Gäste sind schon gewonnen, denn am Ende der Vorführung gibt es viel Applaus.

Ganz beschwingt geht es vor der Eulogius-Kirche zu. Dort gibt es „West-Coast-Swing“ der Tanzfabrik Bodensee Hartwig zu sehen. Lokalmatadorin Silvia Lorch, die auch bei den Berggeistern aktiv ist, hat die Tanzgruppe aus Markdorf nach Aftholderberg geholt, um den Zuschauern Lust auf diesen trendigen Paartanz aus der Familie der Swingtänze zu machen. Eine Augenweide, dieser harmonische Tanz! Ebenso wie die mit wunderschönen Details gespickten Tortenkreationen von Nadine Steinmann. Aus Aach-Linz ist die Kuchenfee gekommen, um zu zeigen, wie sie nicht nur Schildkröten, sondern auch Tiere der afrikanischen Savanne auf ihren süßen Kunstwerken lebendig werden lässt. Für Elefant, Giraffe & Co. hat sie schon einmal „Gold“ gewonnen bei einer Messe. Im Februar 2018 sind ihre Kreationen auch in Friedrichshafen bei der Kuchenmesse zu sehen, wie sie erzählt. „Ich backe vor allem deshalb, weil ich es liebe, wenn Menschen sich über meine Kuchen freuen“, verrät sie. Und gesteht, dass ihr der Erdbeerkuchen der Liebste von allen ist.
 

Nadine Steinmann und ihre imposanten Afrika- und Schildkrötentorten, mit denen sie auch auf Kuchenmessen vertreten ist.
Nadine Steinmann und ihre imposanten Afrika- und Schildkrötentorten, mit denen sie auch auf Kuchenmessen vertreten ist. | Bild: Stefanie Lorenz

Flotte Fahrzeuge gibt es in Aftholderberg zu sehen: Fahrer Markus Vöhringer zeigt die flotte Seifenkiste, den „Ferrari VT1“. Vroni Treubel bretterte damit 2004 im Damenrennen in Hohenbodmann mit 85 Stundenkilometern zum Sieg. Und Michael Müller aus Herdwangen präsentiert nicht nur seine Modell-autos, sondern auch einen Flitzer aus dem Autoscooter. Von seinem Vater Peter scheint er das Sammler-Gen geerbt zu haben. Dieser zeigt gleich nebenan seine Schilder, wie etwa das historische Werbeschild der „Öffentlichen Verbandssparkasse Pfullendorf“. Und auch eine Kutsche ist beim Bergfest dabei: Mit dem Fahrstall Mattes geht es einmal quer durch Aftholderberg.
 

Markus Vöhringer zeigt dem kleinen Paul Rettich die flotte Seifenkiste, die schon bei manchem Rennen zum Einsatz kam.
Markus Vöhringer zeigt dem kleinen Paul Rettich die flotte Seifenkiste, die schon bei manchem Rennen zum Einsatz kam. | Bild: Stefanie Lorenz
Einen coolen Autoscooter-Flitzer präsentiert Michael Müller.
Einen coolen Autoscooter-Flitzer präsentiert Michael Müller. | Bild: Stefanie Lorenz

Modellflugzeuge, -eisenbahnen und -schiffe, Holzarbeiten, Honig vom Imker, Gesticktes und Genähtes: Der Rundgang über das Festgelände ist eine Entdeckungsreise, bei der die Besucher viele Menschen kennenlernen dürfen, die ihre Hobbys mit Leidenschaft präsentieren. Auf der Bühne – ganz stilecht mit Freizeitutensilien geschmückt – spielt derweil der Musikverein Burgweiler, der auch den Gottesdienst gestaltete. Er punktet mit klassicher Volksmusik, wie der „Vogelhochzeit“, ebenso wie mit dem witzigen „Sancho und Pancho“, bei dem einige Musiker in Sombreros schlüpfen. Am Nachmittag begeistert das „Sterntaler Duo“.
 

Jörg Hotz mit einem seiner tollen Modellflugzeuge, die er auf dem Flugplatz am Andelsbach in Pfullendorf fliegen lässt.
Jörg Hotz mit einem seiner tollen Modellflugzeuge, die er auf dem Flugplatz am Andelsbach in Pfullendorf fliegen lässt. | Bild: Stefanie Lorenz

Heute findet das Bergfest mit dem Feierabendhock seinen Abschluss. Ab 16.45 Uhr spielen die Hohenfelser Musikanten, bevor um 19 Uhr die „Tanzkapelle Tamburin“ das Fest ausklingen lässt. Die legendären Schweinshaxen gibt es natürlich auch.

"Das Flair passt einfach beim Bergfest"

Barbara Pudimat ist Chefin des Narrenvereins „Berggeister“ und freut sich über den anhaltenden Erfolg des Bergfests.
 

Barbara Pudimat.
Barbara Pudimat. | Bild: Stefanie Lorenz

Frau Pudimat, das Bergfest schreibt weiter Erfolgsgeschichte. Auch 2017 gibt es kaum ein Durchkommen. Wie erklären sie sich diesen Erfolg?

Es ist der Platz mit seinem besonderen Flair. Das passt einfach beim Bergfest. Egal, welches Wetter – Stimmung und gute Laune sind bei uns garantiert.

Das Fest dauert von Freitag bis Montag. Wie stemmt der Verein diesen Kraftakt?

Alle ziehen immer an einem Strang. Auch die passiven Mitglieder helfen mit. Ich bin sehr dankbar, dass alle Mitglieder diese Einstellung haben.

Und auch für Motto-Dekoration und T-Shirts mit dem Slogan „Hobby“ hat es noch gereicht?

Genau. Die T-Shirts im schicken Türkis hat übrigens ein Mann ausgesucht.