Grüner, fröhlicher und kindgerechter: Der derzeit noch relativ triste Spielplatz am Sportplatz Großschönach wird umgestaltet. Mit Pflanzen, Stauden und Kräutern soll Natur erlebbar gemacht werden. Einige der Spielgeräte können übernommen werden, manches wird eventuell erneuert werden müssen, wie Matthias Saum von der Firma Paul Saum Garten- und Landschaftsbau am Dienstag im Gemeinderat erläuterte. Die Umgestaltung wird im Rahmen eines Azubi-Projekts des Unternehmens aus Hohenfels verwirklicht. 30 000 Euro investiert die Gemeinde. 

Auch Vereinsnachwuchs nutzt Spielplatz

Wie Bürgermeister Ralph Gerster berichtete, sei der Spielplatz schon mehrfach Diskussionspunkt im Gemeinderat gewesen und auch Bestandteil des integrierten Entwicklungskonzeptes von Herdwangen-Schönach. Bislang seien jedoch keine konkreten Pläne gefasst worden. Der Einzugsbereich des Spielplatzes umfasse die Bereiche Hügelhof, Stockfeld und Kleinschönach. Da er am Sportplatz liegt, wird er auch vom Nachwuchs der Sportvereine genutzt.

Kinder sollen Bezug zur Natur bekommen

Die Firma Saum aus Hohenfels möchte die Kreativität ihrer Auszubildenden in die Umgestaltung des Spielplatzes stecken. „Unsere Jungs und Mädels in der Ausbildung wollen Praxisbezug bekommen“, schilderte Matthias Saum, einer der Geschäftsführer der Firma, den Gemeinderäten. Die jungen Leute hatten im Vorfeld der Sitzung einen Grundriss des Spielplatzes erarbeitet und in ersten Entwürfen ihre Ideen eingebracht. Eine kleine „grüne Oase“ mit üppiger Bepflanzung, wie Bäumen, Sträuchern und Stauden, ist so entstanden. Auch Kräuter sind Matthias Saum zufolge geplant. „Wir wollen, dass die Kinder einen Bezug zur Natur bekommen“, betonte er.

Die landschaftliche Topografie des bestehenden Spielplatzes soll erhalten bleiben, wird aber etwas umgestaltet, wie etwa der Hügel mit Rutsche links vorne.
Die landschaftliche Topografie des bestehenden Spielplatzes soll erhalten bleiben, wird aber etwas umgestaltet, wie etwa der Hügel mit Rutsche links vorne. | Bild: Firma Paul Saum Garten- und Landschaftsbau

Rund um den Spielplatz haben die Auszubildenden einen Weg geplant. Entlang dieses Weges soll es mehrere Sitzbänke für die Eltern zum Verweilen und zum Beaufsichtigen des Nachwuchses geben. Auch die Kinder können sich hier vom Spielen ausruhen oder einfach einmal zurückziehen. Wichtig war es den jungen Planern laut Matthias Saum, die Topografie des Geländes weitgehend so zu belassen, wie sie ist. Das heißt zum Beispiel, dass der sanfte Hügel, der derzeit mit einer Rutsche versehen ist, auch künftig so bleiben soll.

Spielgeräte wenn möglich erhalten

Die Spielgeräte mit dem entsprechend sicheren Untergrund haben die Auszubildenden wie Inseln auf der großen Grünfläche angeordnet, so dass der Spielplatz weiterhin aufgelockert und großzügig wirkt. Bislang gibt es eine Schaukel, einen Drehkreisel, eine Wippe und einen Sandkasten. Wenn das Projekt jetzt zur Umsetzung kommt, muss überprüft werden, ob und welche der Spielgeräte erhalten werden können.

Mit ansprechenden Wegen, der üppigen Bepflanzung und einigen Sitzmöglichkeiten wollen die Azubis der Firma Paul Saum auch den Eltern auf dem Spielplatz verschönern.
Mit ansprechenden Wegen, der üppigen Bepflanzung und einigen Sitzmöglichkeiten wollen die Azubis der Firma Paul Saum auch den Eltern auf dem Spielplatz verschönern. | Bild: Firma Paul Saum Garten- und Landschaftsbau

Auf Nachfrage von Gemeinderat Peter Atzenhofer erläuterte Matthias Saum, dass die Gemeinde durch das Azubi-Projekt gegenüber einer sonstigen Gestaltung des Spielplatzes Kosten spare werde, da die Stundenlöhne natürlich nicht so hoch seien wie die von ausgelernten Landschafts- und Gartengestaltern. „Das ist eine Win-Win-Situation. Die Auszubildenden haben die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen, und für uns als Gemeinde ist es genauso eine tolle Geschichte“, meinte Gemeinderätin Melanie Boos. Auch Sebastian Blender findet es super, dass die Azubis Verantwortung übernehmen. Er freue sich, so Blender, dass nach der Umgestaltung sicher einige Kinder aus dem Gebiet nicht mehr extra zum Spielplatz in der Dorfmitte laufen müssten, sondern sich auf dem Gelände beim Sportplatz auftoben würden.

Jetzt geht es in die Details

Nachdem das Gremium dem Projekt bei einer Enthaltung zugestimmt hat, geht es nun an die Detailplanung, bei der am Ende der Gemeinderat natürlich wieder das letzte Wort hat. Ob die veranschlagten 30 000 Euro ausreichen oder man doch eine höhere Summe in die Hand nehmen muss, hängt davon ab, in welchem Zustand sich die Geräte tatsächlich befinden.