Gleich an mehreren Stellen in Herdwangen-Schönach gibt es Probleme, sobald Starkregen fällt. Überflutete Schächte, Straßen unter Wasser und sogar von Fluten hochgedrückte Kanaldeckel bereiten Sorgen, wie Bürgermeister Ralph Gerster am Dienstagabend den Gemeinderäten erläuterte.

Bei Starkregen gibt es in vielen Gemeinden immer wieder Probleme mit überfluteten Straßen, wie hier auf unserem Bild. Herdwangen-Schönach will mit neuen Kanälen, Notüberläufen und Pumpen dagegen vorgehen.
Bei Starkregen gibt es in vielen Gemeinden immer wieder Probleme mit überfluteten Straßen, wie hier auf unserem Bild. Herdwangen-Schönach will mit neuen Kanälen, Notüberläufen und Pumpen dagegen vorgehen. | Bild: Josef Unger

Abhilfe soll geschaffen werden, aber dass dies zum einen teilweise technisch recht kompliziert umzusetzen und zum anderen teuer ist, machte der Vortrag von Frank Müller und Ela Hörold deutlich. Sie sind Mitarbeiter des Sigmaringer Büros Kovacic, das einen allgemeinen Kanalisationsplan für die Gemeinde erstellt hat, dessen Ergebnisse nun präsentiert wurden.

Einer der Brennpunkte ist der Bereich Hubenmühle. „Dort kommt es immer wieder zu Problemen. Bei Starkregenfällen wird der Kanalschacht überflutet und es lupft sogar den Kanaldeckel nach oben“, schilderte Ralph Gerster. Die Überprüfung ergab nun, so Frank Müller, dass ein Teil des Kanals mit einer Länge von 35 Metern zu gering dimensioniert ist. Der Mischwasserkanal sei hydraulisch überlastet, hauptsächlich deshalb, weil er abschnittsweise in sehr geringer Tiefe mit wenig Längsgefälle verlegt sei, da er die Furtbach-Dolung überquert.

Eine Vergrößerung des gesamten Kanalabschnitts hält das Büro Kovac für wenig sinnvoll, da dies zum einen technisch schwierig sei, zum anderen nur dazu führen würde, dass das Regenwasser bei Starkregen lediglich etwas später in den Bach eingeleitet würde. Deshalb favorisieren Müller und Hörold, unmittelbar vor der Querung der Bachverdolung einen Kanalnotüberlauf zu schaffen, um den Mischwasserkanal zu entlasten. „Dazu sind allerdings umfangreiche wasserrechtliche Nachweise zu erbringen, um die Genehmigung vom Landratsamt Sigmaringen zu erhalten“, sagte Frank Müller.

Das Gremium folgte diesem Vorschlag. Im Haushaltsplan 2020 werden 100 000 Euro für den Bereich Hubenmühle eingestellt. „Wir bekommen damit mehr Lebensqualität und Sicherheit für die Menschen, die dort wohnen“, sagte Bürgermeister Gerster. Die Maßnahme wird parallel zur Straßensanierung der Kreisstraße 8269 erfolgen. Damit spart sich die Gemeinde Kosten für den Aufbruch der Straße und die anschließende Wiederherstellung der Fahrbahn. Der Baubeginn ist für Mai 2020 vorgesehen; als Bauzeit sind sechs Wochen veranschlagt.

Auch am Sportplatz Großschönach muss die Gemeinde das Problem mit Oberflächenwasser lösen. „Wir bauen hier einen Kanal quasi in der grünen Wiese“, erläuterte Frank Müller. Die Entsorgungskosten für den Boden seien schwer zu kalkulieren, da dieser eventuell belastet sein könnte. 350 000 Euro veranschlagt das Büro Kovacic für den Kanalbau. Der Gemeinderat vergab den Planungsauftrag einstimmig an die Sigmaringer Planer. Ebenso einhellig wurden Planungsaufträge für Maßnahmen in der Burgstraße (125 000 Euro geschätzte Baukosten), für das Pumpwerk Lautenbach (78 000 Euro) und die Dorfstraße (hier müssen noch Varianten untersucht werden) vergeben.