Theater der besonderen Art gibt es am morgigen Donnerstag, 12. Oktober, um 20 Uhr im Gasthaus Frieden in Aftholderberg. Darüber informiert der VdK-Ortsverband Pfullendorf, der das Theater veranstaltet und zu dem auch VdK-Ortsgruppen Illmensee und Herdwangen-Schönnach gehören. Die Theatergruppe „Rolle Vorwärts“ der bekannten Theaterpädagogin und Regisseurin Lilo Braun aus Sauldorf spielt „Es ist ein Weinen in der Welt“. Das Stück lässt die Nachkriegszeit mit Hunger, Misstrauen und Angst wieder lebendig werden.

„Rolle Vorwärts“ versucht, sich mit dem neuen selbst entwickelten Stück in die Herzen und Köpfe der Trümmerfrauen zu versetzen. Zehn Frauen in einem Dorf auf der Schwäbischen Alb zeigen dabei die Nachkriegszeit, das Warten auf die Männer und die Angst vor der Zukunft. Der Krieg, so zeigen es die leidenschaftlich spielenden Akteurinnen, ist auch im Frieden nicht vorbei. Jedes Schicksal ist ein Einzelschicksal und doch leiden alle gemeinsam: Wie kommen die Männer zurück, wenn überhaupt? Wie damit umgehen, wenn beide Seiten sich in der Abwesenheit verändert haben? Wie sich der Krieg nachhaltig auf die Lebensläufe der Frauen auswirkt, zeigt dieses Stück anschaulich. Die Schauspielerinnen sprechen authentisch Mundart, es spielen Bruni Liehner, Monika Schultz, Jana Stockmaier, Rosmarie Schmid, Andreas Leicht, Tanja Czopiak, Anja Maier-Schütz, Billa Fular, Simone Schneider und Monika Hapke.

Die Idee und das Textbuch zu „Es ist ein Weinen in der Welt“ stammen von Lilo Braun. Sie hat viele Geschichten aus der Kriegs- und Nachkriegszeit aus der Gegend um Sigmaringen und Meßkirch zusammengetragen und daraus ein fiktives und doch realistisches Dorfleben auf der Alb entwickelt. Unter ihrer Regie nehmen die zehn Schauspielerinnen ihr Publikum zurück in eine Zeit, die „Bände spricht“, und auch in die Zukunft weisen möchte: Verständnis für die Not der Menschen, die durch Krieg gebeutelt sind, aber auch das Vermeiden von Krieg, weil das Leid dabei unmenschlich ist. Der Eintritt kostet an der Abendkasse 10 Euro.