Der prächtige Eulogiusritt zur Feier des Patroziniums des Kirchenpatrons St. Eulogius ist ein Brauchtum, auf das die Aftholderberger zurecht sehr stolz sind. Zum 162. Mal findet die Reiterprozession mit Paraderitt und Segnung am Sonntag, 14. Juli, statt und wird auch dieses Mal wieder zahlreiche Besucher aus der Region anlocken. Rund 160 Reiter werden erwartet und sie können sich in diesem Jahr über eine ganz besondere Neuerung freuen. Wie Rittmeister Stefan Jäger im Gespräch mit dem SÜDKURIER ankündigte, wird es erstmals eine rund 40-minütige Flurprozession in Richtung Großstadelhofen und zurück geben.

Rittmeister Stefan Jäger (rechts) führt den Eulogiusritt an, wie hier im Jahr 2017. Er wünscht sich, dass wieder mehr Reiter teilnehmen.
Rittmeister Stefan Jäger (rechts) führt den Eulogiusritt an, wie hier im Jahr 2017. Er wünscht sich, dass wieder mehr Reiter teilnehmen. | Bild: Lorenz, Stefanie

Stefan Jäger, der in Sohl lebt, ist mit dem Eulogiusritt groß geworden. Vater und Großvater waren aktiv mit dabei, schöne Kindheitserinnerung sind mit der Reiterprozession verbunden. Dass er selbst einmal als Rittmeister den Reitertross anführen würde, hätte er damals noch nicht gedacht, obwohl Sohl traditionell schon einige Rittmeister gestellt hat, wie etwa Adelbert Flöß, der von 1973 bis 1983 das Amt ausübte, oder Hans Widemann, der von 1987 bis 1995 als Rittmeister fungierte. Stefan Jäger übernahm das Zepter, nachdem der Aftholderberger Hans Maier im Jahr 2007 aufgehört hatte.

Auf dem herrlich geschmückten Freiluftaltar vor der Eulogiuskirche wird der Gottesdienst zelebriert, in diesem Jahr von Bernd Gehrke, Dompräbendar und erzbischöflicher Sekretär aus Freiburg.
Auf dem herrlich geschmückten Freiluftaltar vor der Eulogiuskirche wird der Gottesdienst zelebriert, in diesem Jahr von Bernd Gehrke, Dompräbendar und erzbischöflicher Sekretär aus Freiburg. | Bild: Lorenz, Stefanie

In seiner Kindheit, so erinnert sich Stefan Jäger mit Freude, war der Eulogiusritt ein Magnet für Reiter aus der Region. „Teilweise waren bis zu 300 Teilnehmer mit dabei“, berichtet er. Heute sind es rund die Hälfte und weil dem Reitverein St. Eulogius und allen Mitstreitern das Fest so sehr am Herzen liegt, soll diese Zahl zukünftig zumindest gehalten, am besten aber wieder erhöht werden. „Deshalb wollen wir es für die Reiter attraktiver machen, indem wir eine zusätzliche Flurprozession einführen“, kündigt der Rittmeister an. Am traditionellen Ablauf des Rittes ändert sich nichts: Der Tag beginnt mit der Abholung des Rittmeisters unter Begleitung der Musikkapelle Großschönach. Von Sohl geht es nach Aftholderberg, wo Reiterstandarte und Geistlichkeit an der Eulogius-Kirche abgeholt werden.

Der heilige Eulogius ist der Kirchenpatron von Aftholderberg. Ihm zu Ehren wird immer am zweiten Sonntag im Juli der Eulogiusritt veranstaltet.
Der heilige Eulogius ist der Kirchenpatron von Aftholderberg. Ihm zu Ehren wird immer am zweiten Sonntag im Juli der Eulogiusritt veranstaltet. | Bild: Lorenz, Stefanie

Der imposante Reitertross zieht durch den Ort – bislang sind für den 14. Juli neben dem Reitverein St. Eulogius und der Landjugend Aftholderberg auch der Reitverein Herdwangen-Spießhof, die Blutreiter Hohentengen und Hoßkirch sowie die Reitvereine Aach-Linz, Wald, Salem, Hitzkofen-Bingen angemeldet. Musikalisch begleitet wird die schmucke Reiterprozession, die durch die Triumphbögen und an den mit Fahnen geschmückten Häusern vorbei führt, von Musikgruppen aus Aach-Linz, Großschönach, Herwangen, Wald und Pfullendorf. „Zum Paraderitt, marsch!“, gibt Rittmeister Stefan Jäger anschließend das Kommando für den gruppenweisen Ritt den sanften Wiesenhügel hinab – ein prächtiges Bild. Die anschließende Pferdesegnung ist ein Kernstück des Festes, war Eulogius doch unter anderem der Schutzpatron der Pferde. „Schütze sie vor Krankheit und halte alle schädlichen Einflüsse von ihnen fern!“, wird beim Segen für die Tiere erbeten.

Ein eindrucksvoller Anblick ist, wenn sich beim Eulogiusfest Reiter, Musikkapellen und Gäste am Fuße der Pfarrkirche versammeln, um gemeinsam das Patrozinium des Kirchenpatrons zu feiern.
Ein eindrucksvoller Anblick ist, wenn sich beim Eulogiusfest Reiter, Musikkapellen und Gäste am Fuße der Pfarrkirche versammeln, um gemeinsam das Patrozinium des Kirchenpatrons zu feiern. | Bild: Sandra Häusler

Danach findet am immer herrlich geschmückten Freiluftaltar der Gottesdienst statt. Die Festpredigt hält Bernd Gehrke, Dompräbendar und erzbischöflicher Sekretär aus Freiburg. Bislang hatten sich die Pferde derweil auf der Festwiese aufgehalten, jetzt soll das anders werden: Während des Gottesdienstes machen sich die Reiter auf zu einer Flurprozession in Richtung Großstadelhofen und dann wieder zurück nach Aftholderberg. Flurprozessionen gibt es bei einigen anderen Ritten bereits, wie etwa beim Georgiritt in Limpach im benachbarten Deggenhausertal. Die Strecke ist etwa dreieinhalb bis vier Kilometer lang und soll in rund 40 Minuten zurückgelegt werden, wie Stefan Jäger berichtet. „Wir wollen wieder auf dem Platz ankommen, wenn das Eulogiuslied zum Abschluss des Gottesdienstes gesungen wird“, kündigt er an. Nach Gottesdienst und Flurprozession klingt das Fest mit gemütlichem Beisammensein rund um das Gasthaus „Frieden“ aus.

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Stefan Jäger und seinen Mitstreitern ist wichtig, dass der Charakter des Eulogiusritts nicht verändert, sondern der traditionelle Ablauf lediglich ergänzt wird. „Der rote Faden bleibt erhalten“, sagt er. Mit Freude erfüllt ihn, dass jedes Jahr so viele Menschen in der Gemeinde das Fest mittragen – vom Eulogiusverein und Pfarrgemeinderat bis hin zu jedem Einwohner, der beim Kranzen und Stellen der Triumphbögen mit dafür Sorge trägt, dass Aftholderberg wieder wunderbar herausgeputzt ist. Für das schöne Fest zu Ehren seines Kirchenpatrons, das sicherlich wieder viele Besucher gemeinsam feiern werden.