Herdwangen-Schönach – Der Kauf eines Löschgruppenfahrzeugs vom Typ LF 10 für die Abteilung Oberndorf der Feuerwehr Herdwangen-Schönach steht unmittelbar bevor. Am Dienstagabend entschied sich der Gemeinderat bei zwei Gegenstimmen für ein entsprechendes Angebot aus der europaweiten Ausschreibung.

Viel Lob gab es für die Feuerwehr Oberndorf bei der Gemeinderatssitzung von Bürgermeister Ralph Gerster. Die Kameraden hätten sich vorbildlich engagiert bei der Erstellung eines Leistungsverzeichnisses für das neue Löschfahrzeug. Unser Bild zeigt die Führungsmannschaft der Wehr mit (von links): Andreas Knoll, Florian Reichle, Erwin Knoll, Abteilungskommandant Martin Stadler, Thomas Stadler, Daniel Waibel, Günter Keller und dem stellvertretenden Kommandanten Andreas Möhrle (von links). Bild: Feuerwehr
Viel Lob gab es für die Feuerwehr Oberndorf bei der Gemeinderatssitzung von Bürgermeister Ralph Gerster. Die Kameraden hätten sich vorbildlich engagiert bei der Erstellung eines Leistungsverzeichnisses für das neue Löschfahrzeug. Unser Bild zeigt die Führungsmannschaft der Wehr mit (von links): Andreas Knoll, Florian Reichle, Erwin Knoll, Abteilungskommandant Martin Stadler, Thomas Stadler, Daniel Waibel, Günter Keller und dem stellvertretenden Kommandanten Andreas Möhrle (von links). | Bild: Feuerwehr

Bereits Ende 2016 hatte der Gemeinderat den Feuerwehrbedarfsplan für Herdwangen-Schönach verabschiedet. Dieser beinhaltet unter anderem, dass nach dem Umbau des Feuerwehrhauses in Waldsteig, Oberndorf, ein Löschfahrzeug angeschafft werden soll, da das bisher genutzte Tragkraftspritzenfahrzeug nicht mehr heutigen Anforderungen entspricht. „Unser TSF ist bereits 35 Jahre alt“, erläuterte Abteilungskommandant dem SÜDKURIER.

Einhaltung von Hilfsfristen gewährleisten

Bei einer früheren Sitzung hatte Hubert Specker, Kommandant der Feuerwehr Herdwangen-Schönach, geschildert, dass es um die Einhaltung von Hilfsfristen gehe. „Nur mit eine solchen Fahrzeug sind die vorgeschriebenen Rettungszeiten für das komplette Gebiet westlich der Bodenseestraße gewährleistet“, hatte Specker ausgeführt. Das LF 10 könne 1600 Liter Wasser mitführen. Zum Vergleich: Das bisherige Fahrzeug schafft 600 Liter.

Großer Einsatz der Feuerwehrleute

Nachdem sich die Umbauarbeiten am Oberndorfer Feuerwehrhaus dem Ende zuneigen, stand die Vergabe für die Beschaffung des neuen Löschfahrzeugs an. Ausgeschrieben worden war europaweit von Anfang Oktober bis Anfang Dezember vergangenen Jahres. Bürgermeister Ralph Gerster hob die engagierte Mitarbeit der Abteilungswehr um Martin Stadler hervor. „Ihr Festplatte hat jetzt eine große Menge an Daten inne“, richtete Gerste das Wort an den Abteilungskommandant, der mit einigen Kameraden als Zuhörer bei der Gemeinderatssitzung anwesend war. Es sei nicht einfach gewesen, das Leistungsverzeichnis für die Ausschreibung aufzustellen, da sei der Rat der versierten Feuerwehrleute sehr wertvoll für die Verwaltung gewesen. „Und Gesamtkommandant Hubert Specker hat quasi als ‚Mutter der Kompanie‘ über alles gewacht“, sagte Ralp Gerster schmunzelnd.

Zuschüsse fließen

Nach der Auswertung der Angebote erfolgte die Vergabe für rund 379 000 Euro. „Damit haben wir fast eine Punktlandung gemacht“, meinte Gerster angesichts einer im Vorfeld kalkulierten Summe von 380 000 Euro. Zu diesem Betrag werden einige Zuschüsse fließen. So seien 92 000 Euro aus den Zuwendungsrichtlinien Feuerwehrwesen zugesagt. Darüber hinaus gebe es einen weiteren Zuschuss in Höhe von 50 Euro aus dem Ausgleichstock. Wenn alles klappt, kann das neue Fahrzeug Anfang 2021 in Betrieb genommen werden.

„Sieg der Vernunft“

Gemeinderat Peter Atzenhofer blieb seiner Linie treu. Nachdem er schon beim Grundsatzbeschluss für den Kauf des Löschfahrzeugs mit „Nein“ gestimmt hatte, votierte er auch dieses Mal gegen den Vergabeschluss. „Ich möchte dazu ganz klar sagen, dass ich nicht gegen die Feuerwehr bin oder gegen den Standort Oberndorf. Ich bin nur der Ansicht, dass so viele Fahrzeuge für die Gemeinde überdimensioniert sind“, betonte er. Frieder Kammerer hingegen sieht in der Entscheidung einen „Sieg der Vernunft, nicht eines Ortsteils über den anderen“. „Das sollte uns die Sicherheit der Bürger schon wert sein“, betonte er. Dem schloss sich Sebastian Blender an: „Der Standort hat wahnsinnigen Zulauf. Ich finde es richtig, dass wir das machen“.